Aufregende Tage / Exciting days

endlich vereint! reunited at last!

Heute Nacht um 2 kam er endlich, der erlösende Anruf. „Mr. Grune, your luggage is in the lobby. Please pick it up immediately”. Jetzt mal außen vorgelassen, warum ich unbedingt mitten in der Nacht meinen seit vier Tagen so schmerzlich vermissten Rucksack abholen musste – die Erleichterung war immens. Also streifte ich mir kurz meine dreckigen Klamotten über, schlüpfte in die Badelatschen, die gottseidank im Fahrradkarton gewesen waren, und schlafwandelte zur Rezeption, um mein Prachtstück endlich entgegen zu nehmen. Der Rest der Nacht war gefüllt mit süßen Träumen und der festen Überzeigung, dass es nun endlich losgehen kann.

Gestern Nachmittag schrieb ich einen Blogeintrag, in dem ich einfach mal die Wiedervereinigung mit meinem Rucksack vorweggenommen habe. In der festen Überzeugung, dass er ohnehin bald da sein würde, wollte ich ihn reinstellen, sobald der Rucksack hier sein würde. Nun ist der Beitrag fast schon wieder ein bisschen veraltet, weshalb ich an dieser Stelle noch ein paar Worte über die Ereignisse zwischen gestern Nachmittag und heute morgen um 2 verlieren möchte.

Unsere Ausfahrt zu den Pyramiden war grandios. 63 Fahrradfahrer, die den tosenden Verkehr von Kairo zum Stillstand bringen. Eine abenteuerliches Erlebnis! Überall freundliche Grüße und strahlende Gesichter. Ägypter, die neben uns herliefen und mit ihren Handys Fotos von uns machten. „Welcome to Egypt“ überall. Und neben uns tobte der Verkehr weiter. Hupende Autos, staunende Eselkarren, hier und da sogar ein Fahrradfahrer, der große Augen machte, wenn unser buntes Peleton vorbeiflanierte. Nach fünf Minuten wusste ich, dass die Entscheidung, die Tour d’Afrique mitzufahren, eine der besten in meinem Leben war und dass dieses Abenteuer nun endlich beginnen kann/muss. Bei den Pyramiden kamen wir dennoch nicht an, da der Verkehr so dicht war, dass wir letztendlich umdrehen mussten. Keine 12 Kilometer waren wir gefahren – hurra, nur noch 11.990! (wobei die ja nicht mal zählen…)

Am Abend sind wir dann in kleiner Gruppe zum Carrefour-Markt irgendwo im Osten gefahren. Was ein Erlebnis! Ein Supermarkt, wie man ihn aus Frankreich kennt. Gigantisch, chaotisch. Und ich verspreche hoch und heilig, dass ich nie wieder über das Verhalten der Franzosen beim Einkaufen meckern werde. Die sind aus meiner Sicht immer etwas chaotisch, aber im Vergleich zu den Ägyptern erscheint Frankreich wie ein wohlgeordnetes Land. Bewaffnet mit einem Einkaufswagen verhalten sich die Karioer wie im Verkehr. Immer auf der Suche nach der Lücke, und wenn man anhalten will, hält man einfach an. Dass es dabei zu keinerlei Totalzusammenstößen kommt, erstaunt. Ich jedenfalls war völlig gerädert, als ich nach zehn Minuten aus dem Laden wieder rauskam und meine letzten Ausrüstungsgegenstände in den Händen hielt: Klopapier (vor uns stehen fünf Tage Wüstencamp ohne Dusche und WC), ein paar Süßigkeiten und Salzgebäck, eine fette Schale für das morgendliche Müsli. Zurück ging es in atemberaubender Slalomfahrt über die Stadtautobahn von Kairo zurück im Hotel, wobei unser Taxifahrer offenbar der Ansicht war, er müssen Michael Schumacher kopieren. Auf der vierspurigen Autobahn jagte er beständig von der linken auf die rechte und zurück auf die linke Spur, nutzte jede Lücke und ließ keinen unnötigen Abstand zum Vordermann aufkommen. Eine Slalomfahrt mit Gänsehauteffekt.

Ich bin jedenfalls froh, wenn ich endlich auf dem Rad sitze!

(der ursprüngliche Blogeintrag von gestern befindet sich hinter der nun folgenden englischen Version. Ganz am Ende gibt es auch noch ein paar Fotos. Also: runterscrollen).

Und noch was: ob ich diesen Blog in den nächsten Tagen füttern kann, wird sich zeigen. Wir haben keinen Strom, Internet schon gar nicht, und unsere Ärsche werden dampfen. Im Blog auf der Tour d’Afrique-Seite finden sich aber stets die neusten Meldungen. Dort sind auch Fotos von uns zu sehen.

Stay rude, stay rebel!

ENGLISH version Tonight at 2 am the phone rang and somebody told me the holy message: „Mr. Grune, your luggage is in the lobby. Please pick it up immediately”. Don’t ask why I’m supposed to pick up my long missed luggage in the middle of the night – I just slipped into my dirty clothes and went over to reunite with my dear fellow I was so desperately missing. The rest of the night was filled with sweet dreams and the excictment that the Tour now can start!

Yesterday I wrote a long blog entry being convinced that I would have my backpack within minutes. I wanted to update this blog as soon as the backpack has arrived. Since then, a lot of things have happened, so the original entry (which is further down) is a bit out of date. Therefore, I’m giving your guys a short update about what happened between yesterday afternoon and 2 o’clock this morning.

Our trip to the Pyramids was amazing. With about 63 bikers we could stop the madness of the cairoen traffic for a short moment and turned the big city into silence. Sitting on a bike and cycling through Cairo is an experience no words can describe. Everywhere people greeted us, shouted “welcome to Egpt”, lifted their cell phones and took pictures of us. And we were in the middle of these chaotic traffic, that was running all around us. Cars honking their horns, donkeys pushing wooden barrels, even bicycle riders who made big eyes when we passed them with our colourful peleton. After just five minutes I new, the decision to join the Tour d’Afrique was one of the best in my entire life and that the adventure can begin now.

We never reached the pyramids, though. The traffic was so sense, we couldn’t move porperly and went back after just 12 kilometres. Only 11.988 to go now! (well, they don’t even count…)

Later a small group of us went to a big Carrefour supermarket in the east of Cairo. What an experience! A hypermarket just as in France. Big and chaotic. And I promise I never will say again that the French behave chaotic while doing their shopping. It’s nothing in comparasing to the Egypitian. Its just like on the roads. Ever single inch is used, you are always looking for space and when you stop, you stop, doesn’t matter if the traffic stopps completely after you or not. I was absolutly knackered when I came out of the shop after only ten minutes, having all those last things in my bag necessary for the first riding days: toilet paper (we are going to have five days in desert camps without shower and toilet), some sweets and salty nibbles (hello Wales!), and a huge bowl for the porridge in the morning.

On the way back we had a taxi driver Michael Schumacher would be jealous of. He rode with an increadibly speed over the four-lane motorway of Cairo, constantly changing lanes from left to right and back, using every gap and not wasting any space to the car before him. A sweating but somehow exciting experience.

But I’m happy jumping back on the saddle, thats for sure.

As said, you’ll find the original blog entry further down. At the end of it you’ll find some more pictures. So please scroll down.

If I will be able to update this blog in the next couple of days is left to see. We don’t have electricity, not to speek of Internet, and our butts will suffer. You can also update you on the Tour d’Afrique pages-blog where they post pictures as well.

Stay rude, stay rebel! 

Heut Nacht um 2 kam er endlich, der erlösende Anruf. „Mr. Grune, your luggage is in the lobby. Please pick it up immediately”. Jetzt mal außen vorgelassen, warum ich unbedingt mitten in der Nacht meinen seit vier Tagen so schmerzlich vermissten Rucksack abholen musste – die Erleichterung war immens. Also streifte ich mir kurz meine dreckigen Klamotten über, schlüpfte in die Badelatschen, die gottseidank im Fahrradkarton gewesen waren, und schlafwandelte zur Rezeption, um mein Prachtstück endlich entgegen zu nehmen. Der Rest der Nacht war gefüllt mit süßen Träumen und der festen Überzeigung, dass es nun endlich losgehen kann.

 

Gestern Nachmittag schrieb ich einen Blogeintrag, in dem ich einfach mal die Wiedervereinigung mit meinem Rucksack vorweggenommen habe. In der festen Überzeugung, dass er ohnehin bald da sein würde, wollte ich ihn reinstellen, sobald der Rucksack hier sein würde. Nun ist der Beitrag fast schon wieder ein bisschen veraltet, weshalb ich an dieser Stelle noch ein paar Worte über die Ereignisse zwischen gestern Nachmittag und heute morgen um 2 verlieren möchte.

Unsere Ausfahrt zu den Pyramiden war grandios. 63 Fahrradfahrer, die den tosenden Verkehr von Kairo zum Stillstand bringen. Eine abenteuerliches Erlebnis! Überall freundliche Grüße und strahlende Gesichter. Ägypter, die neben uns herliefen und mit ihren Handys Fotos von uns machten. „Welcome to Egypt“ überall. Und neben uns tobte der Verkehr weiter. Hupende Autos, staunende Eselkarren, hier und da sogar ein Fahrradfahrer, der große Augen machte, wenn unser buntes Peleton vorbeiflanierte. Nach fünf Minuten wusste ich, dass die Entscheidung, die Tour d’Afrique mitzufahren, eine der besten in meinem Leben war und dass dieses Abenteuer nun endlich beginnen kann/muss. Bei den Pyramiden kamen wir dennoch nicht an, da der Verkehr so dicht war, dass wir letztendlich umdrehen mussten. Keine 12 Kilometer waren wir gefahren – hurra, nur noch 11.990! (wobei die ja nicht mal zählen…)

Am Abend sind wir dann in kleiner Gruppe zum Carrefour-Markt irgendwo im Osten gefahren. Was ein Erlebnis! Ein Supermarkt, wie man ihn aus Frankreich kennt. Gigantisch, chaotisch. Und ich verspreche hoch und heilig, dass ich nie wieder über das Verhalten der Franzosen beim Einkaufen meckern werde. Die sind aus meiner Sicht immer etwas chaotisch, aber im Vergleich zu den Ägyptern erscheint Frankreich wie ein wohlgeordnetes Land. Bewaffnet mit einem Einkaufswagen verhalten sich die Karioer wie im Verkehr. Immer auf der Suche nach der Lücke, und wenn man anhalten will, hält man einfach an. Dass es dabei zu keinerlei Totalzusammenstößen kommt, erstaunt. Ich jedenfalls war völlig gerädert, als ich nach zehn Minuten aus dem Laden wieder rauskam und meine letzten Ausrüstungsgegenstände in den Händen hielt: Klopapier (vor uns stehen fünf Tage Wüstencamp ohne Dusche und WC), ein paar Süßigkeiten und Salzgebäck, eine fette Schale für das morgendliche Müsli. Zurück ging es in atemberaubender Slalomfahrt über die Stadtautobahn von Kairo zurück im Hotel, wobei unser Taxifahrer offenbar der Ansicht war, er müssen Michael Schumacher kopieren. Auf der vierspurigen Autobahn jagte er beständig von der linken auf die rechte und zurück auf die linke Spur, nutzte jede Lücke und ließ keinen unnötigen Abstand zum Vordermann aufkommen. Eine Slalomfahrt mit Gänsehauteffekt.

Ich bin jedenfalls froh, wenn ich endlich auf dem Rad sitze!

 

(der ursprüngliche Blogeintrag von gestern befindet sich hinter der nun folgenden englischen Version. Ganz am Ende gibt es auch noch ein paar Fotos. Also: runterscrollen).

 

Und noch was: ob ich diesen Blog in den nächsten Tagen füttern kann, wird sich zeigen. Wir haben keinen Strom, Internet schon gar nicht, und unsere Ärsche werden dampfen. Im Blog auf der Tour d’Afrique-Seite finden sich aber stets die neusten Meldungen. Dort sind auch Fotos von uns zu sehen.

Stay rude, stay rebel!

 

ENGLISH version Tonight at 2 am the phone rang and somebody told me the holy message: „Mr. Grune, your luggage is in the lobby. Please pick it up immediately”. Don’t ask why I’m supposed to pick up my long missed luggage in the middle of the night – I just slipped into my dirty clothes and went over to reunite with my dear fellow I was so desperately missing. The rest of the night was filled with sweet dreams and the excictment that the Tour now can start!

 

Yesterday I wrote a long blog entry being convinced that I would have my backpack within minutes. I wanted to update this blog as soon as the backpack has arrived. Since then, a lot of things have happened, so the original entry (which is further down) is a bit out of date. Therefore, I’m giving your guys a short update about what happened between yesterday afternoon and 2 o’clock this morning.

 

Our trip to the Pyramids was amazing. With about 63 bikers we could stop the madness of the cairoen traffic for a short moment and turned the big city into silence. Sitting on a bike and cycling through Cairo is an experience no words can describe. Everywhere people greeted us, shouted “welcome to Egpt”, lifted their cell phones and took pictures of us. And we were in the middle of these chaotic traffic, that was running all around us. Cars honking their horns, donkeys pushing wooden barrels, even bicycle riders who made big eyes when we passed them with our colourful peleton. After just five minutes I new, the decision to join the Tour d’Afrique was one of the best in my entire life and that the adventure can begin now.

We never reached the pyramids, though. The traffic was so sense, we couldn’t move porperly and went back after just 12 kilometres. Only 11.988 to go now! (well, they don’t even count…)

 

Later a small group of us went to a big Carrefour supermarket in the east of Cairo. What an experience! A hypermarket just as in France. Big and chaotic. And I promise I never will say again that the French behave chaotic while doing their shopping. It’s nothing in comparasing to the Egypitian. Its just like on the roads. Ever single inch is used, you are always looking for space and when you stop, you stop, doesn’t matter if the traffic stopps completely after you or not. I was absolutly knackered when I came out of the shop after only ten minutes, having all those last things in my bag necessary for the first riding days: toilet paper (we are going to have five days in desert camps without shower and toilet), some sweets and salty nibbles (hello Wales!), and a huge bowl for the porridge in the morning.

On the way back we had a taxi driver Michael Schumacher would be jealous of. He rode with an increadibly speed over the four-lane motorway of Cairo, constantly changing lanes from left to right and back, using every gap and not wasting any space to the car before him. A sweating but somehow exciting experience.

 

But I’m happy jumping back on the saddle, thats for sure.

 

As said, you’ll find the original blog entry further down. At the end of it you’ll find some more pictures. So please scroll down.

If I will be able to update this blog in the next couple of days is left to see. We don’t have electricity, not to speek of Internet, and our butts will suffer. You can also update you on the Tour d’Afrique pages-blog where they post pictures as well.

Stay rude, stay rebel!

SCROLL DOWN for english version

Wow, das waren nun wirklich unerwartet aufregende erste Tage. Aber um ehrlich zu sein: auf diese Aufregung hätte ich wirklich gerne verzichtet. Nachdem ich mein so schmerzhaft vermisstes Gepäckstück nun tatsächlich wieder in meinem Besitz wähne, kann ich endlich wieder relaxen und mit entspanntem Schaudern daran denken, was ich wohl hätte tun können, wenn der Rucksack nicht pünktlich wieder aufgetaucht wäre.

Man hört ja solche Geschichten immer von anderen. Einem selbst passiert so etwas nie. Bis es dann irgendwann doch mal soweit ist. Und man sich in einem fremden Land mit fremder Sprache und fremder Kultur wiederfindet und versucht, sich durch das organisatorische Dickicht zu kämpfen. Sich verzweifelt fragt, wem man nun glauben darf und wem besser nicht. Weil alle etwas anderes erzählen. Und weil jede neue Story Hoffnungen weckt oder zerstört. Weil das eigene Denken von westeuropäischer Effizienz geprägt ist und der Überzeugung, dass sich wirklich jemand um das eigene Problem kümmert, wenn er oder sie es sagt.

Und sich nur mühsam die Erkenntnis breit macht, dass dies hier nicht die Organisation einer deutschen Behörde ist, sondern Afrika.

Unterdessen steckt man in nach drei Tagen reichlich unangenehm duftender Kleidung, die die einzige ist, die gerade zur Verfügung steht. Und fragt sich mit wachsender Verzweiflung, wie um alles in der Welt man sein viermonatiges Radabenteuer ohne die Stück für Stück so mühsam und langwierig auswählte Ausrüstung bestreiten soll. Als ich mich hinsetzte und versuchte, eine Inventarliste meines Rucksacks zu machen, löste fast jedes Teil, das mir einfiel, eine neue Schreckensvision aus. Natürlich gab es Dinge, die ich hier in Kairo problemlos hätte kriegen können: Wäscheklammern, Unterhosen, Shampoo, Handtücher. Aber es gab eben auch Dinge, an die in diesem Teil der Erde nur wirklich schwer – oder gar nicht – heranzukommen ist: Head-Taschenlampen. Ein Fahrradtacho. 10er Radketten. Passende Bremsbeläge. Melkfett. Trikots, Radhosen, Pedale, Radschuhe, Handschuhe, ein Camelbag – kurzum: unerlässliche Bestandteile für die Tour d’Afrique.

Als die Liste fertig war, steckte ich mitten im Alptraum.

Ich war sehr erleichtert, als Bürte am nächsten Morgen von Deutschland aus die Kontrolle ergriff und die Angelegenheit regelte (:-***). Ihre SMS, dass der Rucksack in München gefunden worden sei und nun sofort nach Ägypten geflogen werden würde, ließ die gesamte Anspannung der 48 Stunden zuvor explodieren und verwandelte sie in Tränen der Erleichterung.

Immerhin: zwischenzeitlich hatte sich gezeigt, dass die deutsche Delegation hier bei der Tour d’Afrique ein starkes Band eint. Beate, Dennis und Horst, die ich schon in München auf dem Flughafen getroffen hatte, waren mir eine enorme Hilfe gewesen und hatten mir tüchtig Mut zugesprochen. Und es war nicht bei Worten geblieben. Jeder hatte mir für den Fall der Fälle auch materielle Hilfe angeboten und hätte mich mit dem einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand unterstützt. Mein Abenteuer wäre also weitergegangen. Auch wenn ihr drei dies hier vermutlich nicht lesen könnt, weil ihr grade neben mir durch Ägypten radelt: DANKE!

Hier im Hotel geht es zu wie im Bienenschlag. Überall Fahrradfahrer, überall kleine Meetings, überall Diskussionen über Bremsen, Gangschaltungen, Fahrräder und die erste Woche auf dieser Reise in die Unbekannte. 700 Kilometer in fünf Tagen – das nötigt jedem einzelnen von uns höchsten Respekt ab. „Langsam angehen lassen“, lautet das Vorhaben – und gleichzeitig weiß man im Unterbewusstsein, dass ein Rennen seinen eigenen Charakter entwickelt, dass man schnell man von einem zu raschen Tempo mitgerissen werden kann und dann einen hohen Preis dafür zahlt, weil man zu früh zu viel Watt gegeben hat. Nicht umsonst zählte das Tacho zu den Dingen, über die ich mir die meisten Sorgen machte, denn ohne eine Geschwindigkeitskontrolle (inkl. Herzfrequenz und Trittfrequenz) ist die Gefahr zu „überziehen“ viel zu groß.

Kairo ist Wahnsinn. Der Verkehr folgt keinerlei Regeln und fließt mit ganz eigener Dynamik. Lastwagen und Autos, zweitaktbetriebene Rischkas und Eselkarren, knatternde Motorräder und altersschwache Fahrräder – hier fährt alles neben und miteinander. Es ist ein ständiges  Suchen nach der Lücke zum Vorwärtskommen im Verkehr. Trotz des – aus unserer Sicht – Chaos herrscht eine entspannte und freundliche Atmosphäre. Wo immer wir auftauchen heißt es „Salaam“, versichern uns die Menschen „welcome to Egypt“. Gestern haben wir eine kleine Sightseeing-Tour durch die Altstadt gemacht, heute ging es mit dem Rad an die Pyramiden. Allgegenwärtig natürlich das berühmte Inshallah, das irgendwie passend erscheint.

Im „Lonely Planet“ heißt es im Kapitel „Bicycle“ übrigens hoffnungsvoll: “While you’d have to have a death wish to contemplate cycling in Cairo, it’s a great way of getting round the sights of the delta and the flat Nile Valley.” Klingt doch gut, oder?

Alle warten, dass es endlich losgeht. 63 Fahrerinnen und Fahrer werden an der Tour d’Afrique teilnehmen, und die meisten sind inzwischen da. Ne Menge Namen, die man sich merken muss, ne Menge Gesichter, die es sich einzuprägen gilt. Und ne Menge Nationalitäten, die da zusammenkommen: viele Nordamerikaner, Südafrikaner. Australier, ein Radler aus Trinidad-Tobago und ein kleiner Haufen Europäer.

Auch das Personal ist angekommen und strahlt eine wohltuende Ruhe und Gelassenheit aus. Überall im Hotelresort sieht man Biker herumradeln oder in Gruppen beieinander stehend und diskutieren. Heute morgen gab es den ersten „Bike Shop“, auf dem unsere Räder vom Fachpersonal unter die Lupe genommen wird. Für uns Fahrer natürlich auch eine glänzende Gelegenheit, zu gucken, was die Konkurrenz so treibt und womit sie sich antreibt.

Es herrscht die berühmte „Ruhe vor dem Sturm“. Am Samstag, in etwas mehr als 30 Stunden, wird er losbrechen. Werde ich bereit sein?

ENGLISH VERSION Boy oh boy! The first days here in Africa were much more exciting than I would have liked them to be. Only since my desparately missed rucksack came back into my possesion this morning I finally could and by now I even can smile again thinking about what would have been, if…

You know those stories from other. They always happen to other. Never to you. Until one day it is you who is running to and fro another country and another culture, trying to figure out what to do is best. While asking yourself whom to trust and whom better not. Because everybody is telling you something else. And with each story you hope either rises or falls. Cause of course you stick to your west-european attutiude and thinking of efficiency and the unshakable belief that somebody really cares for your problem, when she or he tells so. Only to realize slowy, that this is not a trusty German office dealing with your problem. That you are in Africa. The continent of the unexpected.

In the meantime you are wearing the same clothes for the third day in a row. You can smell it, and little by little you ask yourself with growing despair how on earth you might be able to tackle the biggest adventure of your life without most of the well chosen equipment you brought with you. When I wrote down all those little pieces that were in the rucksack my desperation grew by the minute. Each single bit I could remember did send new shivers of desparation through me. Of course, there were things I could get easily here in Cairo: underwear, shampoo, towels etc. But there were far more other things very difficult or even impossible to obtain in this part of the world: a proper head-lamp, a chronometer for the bike, brake inlets, chains, chamois crème, jerseys, trousers, pedals, cycling shoes, a camelbag – to cut it short: many things absolutely necessary for the Tour d’Afrique.

When I finished the list I found myself in the middle of a nightmare.

Luckily, next morning Bürte took over and solves the problem from Germany (:-***). When her text-message beepet up telling me the rucksack has been found in Munich and is now on its way to Cairo I was so relieved I cried.

On the goopd side the whole episode showed that the German section here on the Tour d’Afrique is a strong one. Beate, Dennis und Horst, all of them I had met at the airport in Munich on Monday night, were very supportive companions and gave me a hell of a backing during this difficult time. And not only that as they promised me right away they would share their things with me if the backback really wouldn’t come back on time. That was tremendous help, and even if you guys cannot read this because you are pedaling next to me through Egypt right in this very moment I would love to say THANK YOU very much.

Here in the hotel everyone is busy. Biker everywhere, little meetings, discussion about brakes, gears, bikes and the first week of this adventure into the unknown. 700 kilometres in five days – everybody has got a lot of respect for that. Especially after this harsh winter. “Take it easy” we all say and fear the dynamic a race can develop once it has started. You may ride much to quick and burn to many calories in the beginning which you would have to pay for heavy next day. Something to prevent at all possibilites, that’s for sure. That’s why I was so worried I left my chronometres in the backpack as without controlling my speed, heartbeat and frequency I was bound to ride to quick.

Cairo is madness. There seems to be no system in the traffic. Lorries and cars, small rishkas and donkey driven wooden things, loud motorbikes, old bicycles – everyone is using the same roads in a dramatic speed and not necessarily in the same direction. Its constantly watching for space on the road, if you want to progress. Despite this, in our eyes, chaotic situation everything is quite relaxed and friendly. Wherever we go they greet us wit a friendly “Salaam” and wish us “welcome to Egyt”. Yesterday, our German group did a small tour to the old parts of Cairo, and today we’ve cycled to the pyramids In a first effort getting to used to the mad traffic here. You can hear “Inshallah” everywhere and that seems quite appropriate for us TdA-riders as well.

In the the „Lonely Planet“ they say in the chapter „Bicycle“: “While you’d have to have a death wish to contemplate cycling in Cairo, it’s a great way of getting round the sights of the delta and the flat Nile Valley.” Sounds good, or?

We all cannot wait to start this adventure. There are 63 of us. Mostly man, but quite a few woman as well. An awful lot of names to get to know, faces to recognize, nationalities to meet. Most of the riders coming from North America, but we have also riders from South Africa, Australia and even Trinidad-Tobago. And a few European of course. Haven’t met any British (or Welsh…) or French (Breton…) yet, though.

The staff of the Tour d’Afrique has arrived as well and they all carry a buddha-like attitude and relaxness, which I good to see. Everywhere in the hotel resort you see bikers riding around or stand together in little groups discussing this and that. This morning we had the first “bike shop” and our bikes were inspectated by the mechanics. A good opportunity for us riders to google what the other are using.

About 30 hours to go, than the experience of the lifetime will finally begin. Will I be ready?

Special thanks to Cris for updating me with the Bristol Rovers scores. Come on you Gas, you need to do better.

 Merci bien aussi à Guy qui donnez moi les resultats d’En Avant. C’est league 2 en 2011/12 !

Mein Abschniedskomittee: Sauer, Sanne und Schwesterchen. Danke!

Kairo

Rad-Inspektion

pump up the volume

Auf dem Weg zu den Pyramiden / on route to the pyramidsUnsere deutsche Gruppe: Dennis, Beate, Hardy und Horst

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4 Kommentare

  1. na das war schon aufregend genung, das zu lesen, gott sei dank is der rucksack angekommen, nun kann es ja los gehn , ich wünsch dir viel glück für die ersten tage, ich werde mit spannung auf die weiteren Blogeinträge warten, finde es echt spannend was du da machst!!!

    lg katharina

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    1. Kann mich Katharina nur anschliessen! Was ist das spannend! Auch schön, dass Du nun genügend Klopapier hast. Die natürliche Blattwerk – Alternative gibts ja in der Wüste nicht . . . 🙂
      Freu mich auf die nächsten Lebenzeichen von Dir!
      Sanne

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  2. Hi Hardy,

    I am glad you get your bag back. Eveything sounds fine so far… Be honest, there is nothing you were not expecting, right?
    You are the lucky guy, fulfilling your dream! Enjoy!!!
    Guingamp sucks again: 2-2 against Bayonne this saturday:(
    Annette and I are looking forward to reading more from Africa… China is so quiet compared with Africa, hahaha…
    Kenavo de Chine!

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