Monat: Dezember 2010

Kinshasa Symphonie

Wunderbares Afrika! Habe heute Abend den Film „Kinshasa Symphonie“ sehen dürfen und bin tief berührt an Herz und Seele heimgekehrt. Was für ein phantastischer, atemberaubender, verrückter Kontinent!

Kurz zum Film: Er spielt in der DR Kongo, diesem verwunschenen, kriegsverfolgten, verwahrlosten, chaotischen Monstrum mitten im Zentrum. Es spielen mit: eine Menge Leute, die einfach nicht aufgeben wollen. Die Hoffnung auf Leben, die Hoffnung auf Freude. Darunter eine Marktfrau mit ihrem kranken Kind, ein Automechaniker, der in seiner Freizeit Musikinstrumente bastelt und ein Pilot, der es sich in den Kopf gesetzt hat, die erste Klassikcombo Schwarzafrikas aufzuziehen. Sie haben: nichts. Instrumente müssen sie selber bauen. Der Strom fällt dauern aus. Sie sitzen auf Plastikstühlen oder selbstgezimmerten Holzschemeln. Notenbücher müssen sie selbst herstellen. Die Texte auf Latein (Bolero) oder Deutsch (Beethovens 9.) sind ungreifbar exotisch – vor allem für diejenigen, die kaum ihre eigene Sprache beherrschen. Raum zum Üben haben sie natürlich auch nicht.

Aber sie haben ein Ziel: Zum 50. Jubiläum der Gründung der DR Kongo wollen sie ein Open-Air Konzert in Kinshasa geben.

Und es gelingt. Am Ende tobt das Publikum und feiert die glücklichen Musiker. Was für ein Erfolg, was für ein Aufwand. Und was für ein Lohn für eine unbändige Lebensfreude. Für diese ebenso schlichte wie enorme Weigerung, sich dem allgemeinen Verfall zu beugen. Den Spott zu ertragen, weil keiner im Kongo „Klassik“ kennt. Weil sie alle lieber Rap hören oder vor dem Fernseher abhängen. Weil feine Nuancen in der Kakophonie des Chaos ohnehin keine Chancen haben.

Wer etwas vom und über das Leben in Afrika erfahren möchte, von der dortigen Wucht des Willens und der Kraft der Freude, der sollte sich diesen Film anschauen. In Göttingen läuft er noch bis Ende des Jahres im Lumiere. http://www.lumiere.de/

ENGLISH VERSION Marvellous Africa! Went to the cinema tonight and enjoyed „Kinshasa Symphonies“, a film that touched me deeply at the heart and at the soul. What an incredibly, mind-blowing, crazy continent that is!

The film takes place in the DR of Congo. This enchanted, war-torn, desolate and chaotic monster right in the middle of Africa we all know so well from the horrible stories in our daily news. The story goes about quite a few people who just don’t want to give up. Give up the hope of living, give up the hope of happiness. Among them a market woman with a seriously ill child, a mechanic who builds instruments in his leisure time and a pilot who wants to establish the first all black classical-combo. They do have: nothing. They need to build there own instruments. They suffer under electrical shortage. They sit on plastic chairs or wooden footstools. They have to create there own music books. They struggle with the difficult Latin or German words of the Bolero and Beethovens 9th – especially those, who already struggle with their own language. And they don’t have any rooms to practise.

But they have a common aim: They want to play an open air concert for the 50th anniversary of the foundation of the DR of Congo.

And they succeed! At the end the crowd roars with enthusiasm und celebrates the proud musicians. What a success, what an effort. And what a wondeful reward for a crazy love for living. For a stubborn refusal to accept the common decay. To bear the mockery because nobody in the Congo knows „classical music“. Because they prefer rap and hanging around in front of the tv instead. Cause the silent nuances don’t stand a chance in the cacophony of the chaos anyway.

Whoever wants to know a bit more about life in Africa, about the wonder of will-power and the force of happiness, this is the film for you. As it is a German production, it was subtiteld and left in the original Congolese French. So there might be a chance that this wonderful film will be available in France and the UK as well.

Siebter Abschnitt Victoria Fälle – Windhoek / Seventh section Victoria Falls to Windhoek

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So langsam biegen meine Vorbereitungen auf die Zielgerade ein. Über die Weihnachtstage habe ich mich damit beschäftigt, welche Musik ich in Afrika dabeihaben will. Mit 8 GB bietet mir mein MP3-Player eine Menge Platz, und so muss ich nicht allzu wählerisch sein.

Das passt gut, denn in Afrika sollte man immer auf alles vorbereitet sein. Das macht ja den Reiz des Kontinents aus. Das Leben in Afrika ist eben das komplette Gegenteil zu unserem Vollkaskoalltag, in dem Angst die Lebensfreiheit in eine erstickende Starre verwandelt hat. Sauber und angepasst bis zum bitteren Ende.

So ein bisschen Abenteuer hier und dort tut da ganz gut, und so will ich mit Musik nach Afrika fahren, die mich motiviert, wo immer ich auch gerade bin. Das mögen Rachmaniows wunderbare Klavierkonzerte sein, wenn wir uns über diese endlos schnurgeraden und langen Strecken durch Botswana quälen, auf denen es über 200 Kilometer fast nur geradeaus geht und kein einziger Hügel für Abwechslung sorgt. Da kann ich mir das Peloton übrigens auch gut beim gemeinsamen „Schneewalzer“-hören vorstellen, der die gesamte Breite der Straße einnimmt ;-).

Im rauen Gelände sieht die ganze Sache total anders aus. Da gibt es nur eins, das meinem mentalen Zustand entsprechen wird: einfacher, klarer Punk. Schnell, noch schneller, jeder Peitschenhieb Motivation. Die leider aufgelöste bretonische Band „Tri Bleiz Die“ wird da ebenso geeignet sein wie die tschechische Combo „Hudba Praha“. Und natürlich unsere lokalen Helden von der leider ebenfalls aufgelösten Band „No Respect“, bei denen 05-Pressesprecher Sauer die Drums bediente.

Meine Hymne aber wird Herne 3 mit „Immer wieder aufstehn“ sein. Einige mögen sich erinnern: in den 80ern war Herne 3 vor allem in meiner geliebten Heimat Ruhrpott  ziemlich angesagt. Ich war irgendwann auf einem Gewerkschaftsfest in Hannover, wo Koslowski und Co. spielten und kein Mensch die Band kannte. Bis auf einen, der hatte sogar ein selbstgemaltes T-Shirt an und konnte jedes Lied mitsingen! Der eine war natürlich ich! Herne 3 singt vom täglichen Leben und seinen Sorgen. Sozialkritisch, ironisch und stets positiv. „Immer wieder aufstehn“ ist natürlich ohnehin der ideale Song für eine Radtour durch Afrika. Denn was könnte im Matsch von Tansania oder der Hitze des Sudan besser sein als ein losgebrülltes „Immer wieder aufstehn. Immer wieder sagen, es geht doch“?… http://www.youtube.com/watch?v=ltCgbRDusO4.

Um mir eine Vorstellung zu machen, was mich in Afrika erwartet, habe ich jeden verfügbaren Blog von TdA-Veteranen verschlungen. Besonders gefallen hat mir der eines Franzosen namens Gerald, der 2009 mitgefahren ist und damals den „TdA-Blog-Siegerpreis“ gewann. Verdientermaßen, denn Gerald schreibt  nicht nur überaus unterhaltsam, sondern auch weise und witzig. Noch dazu ist er Franzose, und ein stolzer dazu! Das heißt, er radelt durch Afrika und ist immer auf der Suche nach einem leckeren Gericht und einem komfortablen Bett.

Was Gerald über den siebten und vorletzten Abschnitt der Tour d’Afrique schreibt, klingt eher ernüchternd. „Botswana ist völlig flach… Es ist das komplette Gegenteil von Äthiopien. Es geht geradeaus für Kilometer und Kilometer. Ziemlich langweilig, und schlimmer noch, ziemlich windig.  Die Entfernungen, die wir hier überbrücken, sind sogar für TdA-Verhältnisse beeindruckend“.

Hört sich nicht nach Vergnügen an.

Wir starten den siebten Abschnitt bei den Victoria-Fällen, dem einzigen Ort auf der Welt, an dem vier Länder grenzen: Sambia, Botswana, Mosambik und Namibia. In Botswana treten wir allmählich in das südliche Afrika ein, das stark von Südafrika geprägt ist. Banken, Handelsketten, Restaurants – alles stammt aus Südafrika. Das mag für uns durchaus nett sein, denn nach drei Monaten im Zelt, im Staub, im Schlamm, in der Hitze, im Regen werden wir uns über ein bisschen Komfort vermutlich freuen. Doch Botswana wird für uns schnell vorbei sein. Unsere täglichen Etappen sind zwischen 160 und 207 Kilometer lang, und in nur fünf Tagen werden wir 700 Kilometer überbrücken. Das ist übrigens hierzulande mein durchschnittliches Monatspensum…

700 Kilometer entsprechen zugleich etwa der Hälfte des gesamten siebten Abschnitts, der über 1.539 Kilometern von den Victoria Fällen bis nach Windhoek, der namibischen Hauptstadt, geht. In Botswana werden wir, wie gesagt, durch weitestgehend menschenleere und öde Landschaften pedalen. Dafür gibt es dort reichlich wilde Tiere (v. a. Elephanten), und es wirkt, als würde man durch einen gigantischen Zoo radeln. Die langen und öden Etappen hinterlassen aber offensichtlich ihre Wirkung auf die Psyche der Fahrer, denn in Botswana findet sich auch die berühmte „naked mile“ (nackte Meile). Was das ist? Lasst Euch überraschen…

In Namibia verlassen wir dann die schönen Asphaltstraßen wieder und es geht zurück auf raue Pisten. Zum letzten Mal kommen die fetten off-road-Reifen drauf. Wir durchqueren einen Teil der Kalahari-Wüste und damit sandiges Terrain, was für mich völliges Neuland ist. Bin gespannt auf die Erfahrung und habe durchaus ein bisschen Respekt davor.

Doch nach drei Monaten nahezu ununterbrochenem Radfahren werden wir nicht nur ziemlich kaputt, sondern auch ziemlich fit sein. Nein, das ist kein Widerspruch! Außerdem rückt Kapstadt immer näher – sowohl als auch. Kilometertechnisch ist das Ende der Tour d’Afrique fast greifbar, und es wird auch emotional eine aufregende Zeit sein, denn die Vorstellung, nach der Tour wieder ins „normale Leben“ zurückzukehren, wird spannend sein. Die tägliche Routine mit dem Radfahren, das Gruppengefühl, der reduzierte Lebensstandard. Aber da denke ich heute noch nicht drüber nach…

Heute – das ist 15 Tage vor dem Abflug. Mit diesem unerbittlichen Winter ist meine gesamte Tour-Vorbereitung komplett über den Haufen geworfen worden, und ich werde bis zum Abflug sicher nicht noch mal auf dem Rad über die tief verschneiten Straßen von Südniedersachsen pedalen können. Wird ein komisches Gefühl sein, in Kairo zum ersten Mal nach sechs Wochen wieder „richtig“ auf dem Rad zu sitzen und dann gleich für vier Monate nicht mehr davon herunterzukommen…. So bildet die Muckibude weiterhin das Zentrum meiner Vorbereitung, und letzte Woche war ich mal so tapfer und ließ ein paar Fotos von mir machen, während ich mich dem Training hingebe.

Ich wünsche Euch allen ein friedliches und ruhiges Jahresende und einen guten Start ins Jahr 2011.

ENGLISH VERSION As the days go by in a frightening speed my preparations turn into the finale stage. On christmas I busied myself looking for music to motivate me on the different terrains in Africa. My mp3-player takes a mighty 8 GB so plenty of space and no trouble to find the proper music once I’m on the road. 

As with everything in Africa you have to be prepared for the unexpected. Classical music as Rachmaniov piano peaces may come helpful cycling those boring long stages down there in Botswana, where we have to cycle more than 200 km per day on an absolutely flat, straight and uninspiring road. In rough terrain, such as Ethiopie, however, it’s a different story. The only music that will support my mental stage there will be … plain punk. Fast and even faster, giving me the lash with each stroke. The sadly dissolved Breton band „Tri Bleiz Die“ may come handy as will a Czech combo called „Hudba Praha“ and of course the as well sadly dissolved and once Göttingen based band „No Respect“ with the 05-press officier „Sauer“ on the drums.

My hymne of the tour, however, will be Herne 3 and „Immer wieder aufstehn“. Back in the 80s, Herne 3 was a very popular band in the Ruhr area where I was born and which I still consider as my „home“. There songs talk about everyday live and is a great motivater as they are always positive. Besides – what could better fit shouting the lyrics of „Immer wieder aufstehn“ („always rise again. always saying come on, carry on“) while falling off the bike frequently?… http://www.youtube.com/watch?v=ltCgbRDusO4.

To get an idea what I’ll be confronted with in Africa I’ve read almost every blog of former TdA-riders. I especially loved the one from a french guy called Gerald, who cycled Africa in 2009 and won the „TdA-Blog-Award“ in that year. Deservesly, as Gerald not only writes entertaining but wise and witty as well. Besides, he is a french guy, and he certainly loves being french. That includes that he is always on the look out  for some nice food and a comfortable bed.

What Gerald writes about the seventh section of the Tour d’Afrique is rather sobering. „Botswana is flat… It’s the complete opposite of Ethiopia“. „It is straight ahead for kilometres and kilometres. Pretty boring, and worst, it is even windy. The distances we are covering here are impressive, even in TDA terms“.

Doesn’t sound like fun.

We start the seventh and last but section at the Victoria Falls, the only place in the world where four countries come together: Zambia, Mozambik, Botswana and Namibia. As we enter Botswana we are coming closer to the South African area of influence. South African banks and branches are everywhere which might come handy for us. After three months on the road – and that means in a small tent, in the dust, mud, heat, rain etc. – we probably will long for some comfort. Botswana is a country we’ll cross quickly. Daily stages are around 160 and a record-breaking 207 kilometres, and in just five days we cycle no less than 700 kilometres. In „normal times“ that’s the distance I cycle in a month.

Taking the seventh section that’s about half of the distance of the whole section (1.539 kilometres) which starts at the Victoria Falls and ends in Windhoek, capital of Namibia. As mentioned, in Botswana we cycle on empty roads with close to no hints of humain settlement or infrastructure. That means, we are back to basis nutrition as well. On the other side there is lots of wildlife. Elephants are everywhere and it seems as riding through a giant open zoo. But those long and boring distances seems to have an effect on the psyche of the riders as it is in Botswana you find the famous „naked mile“. What that is? Wait and see…

Crosing the border to Namibia means back on rough terrain. The knobby tires are on for the last time. It’s part of the Kalahari desert we are crossing, and we will be challenged by sandy and soft tracks. As I have never cycled on sand I’m looking forward to that experience with a mixture of curiousity and respect.

After three months on the bike, hoewever, we probably will be exhausted and fit at the same time. No contradiction in here! Besides, Cape Town has come into touching distance – touching in the double meaning of the word. It’s not only that the end of our adventure is getting closer and closer – it will be quite touching to think about coming back to „real life“ after arriving at Cape Town. Won’t yet think about that now, however.

Now – that’s 15 days until take off. The harsh winter has completely changed my training schedule and kept me away from the roads of Lower South Saxony for almost a month now. And there is no change that I’ll cycle again here until departure to Cairo January 10th. Will be a strange feeling climbing onto the saddle in Cairo for the first time in six weeks and not leaving it for four months then, though. Indoor training is still the only choice and I was brave enough to take some picture of myself shaping my body I’d happily share with you.

Take care everybody. Have a quite and peaceful end of 2010 and a very good start of 2011. Stay tuned to this blog as the adventure is about to beginn!

Wann geht es endlich los? / Can’t wait to start

genial, oder?

SCROLL DOWN for english version Also bei aller Meckerei über das Wetter – es hilft schon, mich emotional und intellektuell auf mein kleines Radabenteuer vorzubereiten. Wie erwähnt, benutze ich die gefürchtete Rolle ja nebenbei zum Literaturstudium und habe mir diesbezüglich inzwischen ein kleines Konstrukt geschaffen, das während des Grundlagentrainings meinen Lesestoff trägt. Nun muss ich das Druckwerk nicht mehr halten, sondern nur noch selbst umblättern, was die ganze Sache doch deutlich erleichtert. Und weil ich wegen des ewigen Schnees so oft auf der Rolle hocke, kann ich insgesamt ja auch deutlich mehr lesen, als wenn ich draußen unterwegs gewesen wäre. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Ich find mein Konstrukt jedenfalls ziemlich genial und denke darüber nach, die ganze Sache nach meiner Rückkehr patentieren zu lassen. 😉

Neben dem Rollentraining bin ich vor allem mit scrollen (im Internet) beschäftigt. Diese vielen Kleinigkeiten, die noch zu lösen bzw. zu beschaffen sind! Und das muss ich dann an dieser Stelle mal deutlich sagen – diese wunderbaren Foren im Internet sind schon ziemlich hilfreich. Einerseits verwirren sie mich immer wieder mit ihren wechselnden Aussagen, andererseits kriegt man in diesem Wust an Informationen zumindest ein paar Orientierungspunkte gesetzt. Und dann ist da ja auch noch König Zufall. Nachdem ich mich letzte Woche endlich zu einem Entschluss in Sachen Reifen durchgerungen hatte, stand ich gestern schon wieder vor demselben Problem. Grund: Meine Asphaltwahl „Schwalbe Supreme“ ist nicht vor Mitte Januar 2011 wieder lieferbar… Nun kommt also der Durano plus auf die Felgen, und ich hoffe, ich werde es nicht bereuen.

Immer noch trudelt meine Ausrüstung ein, kämpft sich unser Postbote („Busch, wie Baum, nur kleiner“, so stellte er sich einst bei uns vor) täglich unseren tiefverschneiten Aufhang hoch. Inzwischen ist der neue Tacho da (hurra!), und heute kamen der 3-Liter-Camelbak, damit ich nicht verdurste, sowie Ersatzakkus für Handy und Netbook. Und auch von der Abteilung Visa gibt es gute Nachrichten: Äthiopien ist gebongt, nun fehlt nur noch Sudan. Das ist ja eh ein Zitterspiel wegen des Referendums. Ein diesbezüglicher Anruf bei meiner Reisekrankenversicherung ergab übrigens, dass ich auch im Ernstfall Versicherungsschutz genieße – ich darf nur nicht „aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen“. Nun, das hatte ich ohnehin nicht vor. 

Es kann nun also langsam mal losgehen. Und es muss auch bald mal losgehen. In der Mucki-Bude bin ich inzwischen bei Gewichten angelangt, die mich vor drei Monaten noch in die Ohnmacht getrieben hätten, und irgendwie kann ich es einfach nicht mehr abwarten, endlich wieder richtig auf dem Rad zu sitzen und unter WARMEN SONNENSCHEIN gemütlich herumzupedalen. Mit anderen Worten: ich bin bereit für das große Abenteuer!

Nochmal zum Thema Lesen auf der Rolle. Neben Reiseberichten ziehe ich mir auch das eine oder andere „ernste“ Stück rein. Ich will zwar „frei“ und unbelastet durch Afrika pedalen, um nicht nur meine hausgemachten Vorurteile abzuhaken sondern das „wahre“ Afrika zu erleben, denke aber, dass ich einfach etwas mehr Hintergrundwissen brauche, um auch zu verstehen, was ich da zu sehen bekomme.

In diesem Zusammenhang fand ich einen Beitrag in der neuesten Ausgabe der National Geographic ziemlich anregend. Es geht um die Entwicklung der globalen Bevölkerungszahl. 1962, als ich das Licht der Welt erblickte, gab es auf der Erde geschätzte drei Milliarden Menschen. Heute, keine 50 Jahre später, sind es rund sieben Millarden. Der Anstieg wird noch deutlicher, wenn man weiter zurückblickt. Demnach wuchs die Weltbevölkerung von 1800 bis 1930 von einer auf zwei Millarden. Zwischen 1930 und 1960 kam eine weitere Milliarde hinzu, und dann ging es Schlag auf Schlag: 1974: 4 Milliarden, 1987 5 Milliarden, 1999 6 Milliarden und 2011 7 Milliarden. Für 2024 werden acht und für 2045 neun Milliarden Menschen prognostiziert

Was das heißt, werde ich in Afrika hautnah erleben. Vor allem die Städte wachsen dort in einem dramatischen Tempo. Ich erinnere mich an an 2008, als ich aus der ghanaischen Hauptstadt Accra herausfuhr und die Stadt einfach nicht enden wollte. Dass wir weiterkamen, wurde nur am Zustand der Hütten deutlich, denn es wirkte wie ein im doppelten Sinne immer dünner werdender „Speckgürtel“, der sich da um Accra schlang.

Hinzu kommen die klimatischen Veränderungen. Die sich ausbreitenden Wüsten, die längst Realität gewordene Wasserknappheit. Die Überdüngung der Böden. Welche Migrationsbewegungen das entstehen lässt, kennen wir aus den Nachrichten, wenn mal wieder ein Boot mit so genannten afrikanischen „Wirtschaftsflüchtlingen“ in Italien oder sonstwo angelandet ist und die Menschen in Lager gepfercht um bald darauf zurückgeschickt zu werden. Europa riegelt seine Grenzen ab, während Afrika immer größer wird. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich die anbahnenden blutigen Verteilungskämpfe um Wasser und Nahrungsmittel vorherzustellen. Das wäre dann ein wahrlich zynischer Beitrag im Kampf gegen die Bevölkerungsexplosion.

Das beste Mittel gegen Bevölkerungsexplosion ist Bildung. Je gebildeter die Menschen sind, desto weniger Nachkommen zeugen sie. Das gilt insbesondere für Frauen, denen ja in Afrika ohnehin eine Sonderrolle zukommt. Ohne Frauen geht in Afrika gar nichts. Während es sich viele Männer in der Polygamie „gut“ gehen lassen, müssen die Frauen schuften, gebären und unter ihren Männern leiden. Nicht umsonst richtet „Plan International“ (https://hardygruene.wordpress.com/afrika/) seinen Focus auf die Entwicklung von Mädchen, die als Schlüssel zur Veränderung der Gesellschaften angesehen werden.

Je gebildeter eine Gesellschaft ist, desto besser kann sie sich entwickeln. Kann Korruption bekämpfen, sich Strukturen schaffen, die tragfähig sind. Eine Sache, der auch wir uns hier im Westen stellen müssen. Ich will nicht die Moralkeule schwingen, aber wir wissen alle, dass wir vom Leid Afrika profitieren. Gestern las ich, dass mit dem Kakao-Preis inzwischen mächtig spekuliert wird. Mit einer klaren Hierarchie: Profiteure sind die Spekulanten, Verlierer die Kakao-Bauern Afrikas, die ohnehin nur einen verschwindenen Bruchteil vom Marktpreis einsacken dürfen. Gefördert wird dadurch allenfalls die Korruption. Und deshalb finde ich es auch zynisch, die „chaotischen Zustände“ in Afrika anzuklagen, den Kontinent kollektiv abzuschreiben und die Grenzen zuzumachen. Im „Weltspiegel“ lief vor zwei Wochen die Reportage eines Journalisten, der sich in die Piratenhochburg von Somalia gewagt hat. Er warf die Frage auf, ob es wirklich so erstrebenswert ist, Pirat zu werden. Die Antwort lautete: nein. Aber es die einzige Möglichkeit, dort Geld zu verdienen.

Ich bin gespannt, was ich diesbezüglich für Geschichten aus Afrika mitbringen kann.

Schöne und besinnliche Weihnachten an alle!

 

smart, isn't it?

ENGLISH version

Who said „always look on the bright side of life?“ Well, with a winter as heavy as this at least it’s easier for me to get prepared emotional and intellectual for my little adventure. As I mentioned before, my indoor-training includes reading lessons and in the meantime I build myself a little device that carries the books or magazines, while I can concentrate on my training. Which is much, much easier now, I can tell you! And due to this incredible weather conditions I’m reading much more as I would have done cycling outside, so I’m learning a bit more about those ten countries we cycle through. A splendid device, and I think I’m gonna apply for a patent later. 😉

Apart from indoor training I’m keeping myself busy with the internet looking for all those little bits and pieces I’m still missing for my trip! The internet comes quite handy as it helps to decide whether a device is good and or not so good. I just love those forums, where (sometimes weird) specialists meet and discus things! Nonetheless, even decisions you thought you’d made already sometimes come back to you. As I said last week I finally decided which tires I’m going to ride in Africa – only to find myself thinking about tires again yesterday. My favourite tire is not available until mid-january, and so I had to re-think again. Instead of „Schwalme Supreme“ I’m trusting the „Schwalbe Durano Plus“ now when we cycle on smooth tarmac – in the hope I won’t regret it.

Still parcel after parcel is arriving and our postman rings the bell in an almost daily routine. Yesterday, the new chronometre arrived (yeah!), today he brought me a 3-litre-camelbag that will prevent dehydration and some of the spare batteries for the mobile and the small computer. Good news about the visa as well: Ethiopian is done! I’m just waiting for Sudan now. Sudan is tricky anyway due to the referendum January 9th. I called my insurance in the meantime and they confirmed they will cover regardless the situation as long as I’m not „taking part actively in action“. Well, I wasn’t planning that anyway. 

Coming back again to my reading lessons on the indoor-bike. Apart of sometimes funny and mostly fascinating travel literature I’m reading some serious stuff as well. Despite wanting to go to Africa as „free“ in my mind as possible in order not to tick off all my prejedices but to see/feel the „real“ Africa, I find it helpful to know a bit more about each country. I guess, that helps to understand what I’m going to see cycling Africa from North to South.

In this context I found a report in the last edition of National Geographic quite interesting. It deals with the global population growths. When I was born in 1962 there were three billions people on the world. 30 years later there are close to seven billion. It’s even more frightened when you look further back. From 1800 to 1930 the global population rised from just one billion to two billions. From 1930 to 1960 it rised for another billion, and afterwards the sequences shortened dramatically: 1974 4 billions, 1987 5 billions, 1999 6 billions and 2011 7 billions. Eight billions are expected for 2015 and nine billions for 2045.

I’ll be faced with the consequences in Africa. African cities are growing in a breath-taking time. When I visited Ghana back in 2008 I travelled from the city center to the outskirts of the ghananian capital Accra and it took us hours to reach while the huts were getting smaller and more shabby by the mile.  

And there is the climate chance. Deserts are growing, water is already short in supply in several places, the soil is worn-out and/or over-fertilised. We feel the consequences here in Europe as more and more desperate economic refugees are trying to come into Europe but are refused to enter. While Europe is shutting its border, Africa is still growing and you don’t need much fantasy to predict coming wars about ressources. That certainly would by a cynical answer to the problem of population growth. 

The best answer to unlimited population growth is education. Better educated means less children. That goes especially for woman, who play a special role in Africa anyway. Without woman in Africa nothing works. While men live cosy in „polygamie“, woman work hard, bear children and suffer under there man. Its with purpose „Plan International“ concentrates its work on woman who are seen as a key-role in the development of Africa. (see: https://hardygruene.wordpress.com/afrika/).

As more educated a society becomes, as better it develops. It can build up structures, can fight against corruption. And we here in Europe have to face our part of responsibility. We are all aware that our hight living standard and the suffering of Africa are connected. Yesterday I read in the newspaper that the price for kakao is on the rise. Because it has become attractive to exchange-gambler. With a clear effect: the gambler will win, while the farmers in Africa will loose and corruption will get worse. I believe its cynical talking about the „chaotic situation“ in Africa, giving up the continent altogether and closing the own borders. It won’t work in the long time. A week ago I watched a documentary on the telly by a brave journalist who went to Somalia and reported from the disputed pirates region. When he asked one of the pirates if it is desirable to become a pirate he answered: „No. But it is the only way to earn money here. Either you are a pirate, or you suffer and die“.

Wish everybody a merry christmas.

Joyeux Noël à tous!

Sechster Abschnitt Lilongwe – Victoriafälle / Sixth section Lilongwe – Victoria Falls

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So ein Lob hört man doch gerne: „Herr Grüne, ihre Zähne sind tipptopp, damit können sie nach Afrika fahren“, teilte mit die Zahnärztin meines Vertrauens heute fröhlich mit. Wie ich zu diesem Lob komme, ist mir allerdings nicht ganz klar, denn ich bin wahrlich nicht der zahnpflegebessesene Zeitgenosse, sondern betrachte das eher als notwendiges und lästiges Übel. Die ernüchternde Antwort kam auch prompt: „Na ja, bei dem einen sind die Zähne eben anfälliger, beim anderen nicht“. Aha! Immerhin, ich kann gut damit leben, dass ich offensichtlich zur zweiten Gruppe gehöre.

Stephan Beckmann - der Mann meines Vertrauens / my man of trust

Zähne haben mich auch in anderer Hinsicht beschäftigt. Vor dem Besuch beim Dentist stand nämlich der beim Radhändler meines Vertrauens an. Thema des Tages: Welche Reifen kommen ins Gepäck? Was die technische Seite meines kleinen Radabenteuers betrifft, habe ich, das möchte an dieser Stelle gerne mal erwähnen, übrigens wirklich Glück. Das Team von Radsport Beckmann im schönen Duderstadt zeigt sich nämlich nicht nur äußerst neugierig auf die Tour d’Afrique, sondern sieht sich geradezu persönlich verpflichtet, mich bestens ausgestattet und vorbereitet auf die Reise zu schicken!

Nachdem wir letzte Woche schon die technischen Einzelheiten geklärt und eine durchaus imposante Liste der mitzunehmenden Ersatzteile erstellt hatten (3 Ketten, Bautenzüge, Bremsbeläge, 2 Schaltaugen usw.), ging es heute nun also um die Reifen. Eine Frage, die viele Fragen aufwarf. Und die eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten anbot. Und die mich komplett verwirrte. Nehme ich nun einen 25er Slick für Asphalt, einen 35er für Pisten und einen fetten Noppenreifen für das ganz schwierige Gelände? Oder fahre ich vielleicht doch mit einem 28er Allrounder sowohl über Asphalt als auch Piste und ergänze das Paket dann durch den erwähnten fetten Noppenreifen? Müsste ich zwar einmal weniger Reifen wechseln, doch bin ich damit auf Asphalt auch noch schnell genug unterwegs?

So ein Reifen muss auf der Tour d’Afrique ja nun wirklich alles können: Er soll ordentlich rollen, denn kurbeln muss ich eh genug. Er muss so pannensicher wie nur irgend möglich sein, denn zum Schlauch flicken habe ich hier schon keine Lust – und in Afrika bei 50 Grad in der prallen Sonne vermutlich noch viel weniger. Dann muss er mit unterschiedlichen und wechselvollen  Terrain auf mitunter wenigen Kilometern klarkommen. Soll Sand schlucken, im Regen greifen, nicht zu schnell abfahren. Ach ja: leicht und handlich soll er natürlich auch noch sein.

Das Ende vom Lied: Es kommt nun wohl ein 28er Schwalbe Supreme aufs Rad, der sowohl die Straße als auch die Piste einigermaßen gut beherrscht, während ich mich im Gelände einem 37er Schwalbe Extreme anvertraue, der hoffentlich über genügend grip verfügt. Im Gepäck wartet zudem ein Satz 28er Schwalbe Marathon plus auf seinen Einsatz.

Man glaubt ja gar nicht, woran man bei so einer Tour alles denken muss! Ersatzteile, Impfungen, Medikamente, Zahlungsmittel, Ersatzakkus fürs Handy, Sonnencreme usw. Und das alles unter dem Aspekt, dass ich ohnehin nur 20 Kg mit in den Flieger kriege. Dazu noch die paar Gramm, die ich zusätzlich im Fahrradkarton verstecken kann, sowie mein Handgepäck. Summa sumarum vielleicht 30 Kg, wobei allein die drei Fahrradketten schon knapp drei Kilo wiegen. Bin gespannt, wie das alles klappen soll.

Am Mittwoch hat der Countdown das letzte Monatslimit unterschritten. Ich zähle nun also nicht mehr die Monate bis zum Start, sondern nur noch die Wochen. Und das macht aufgeregt, denn was immer so fern war, ist plötzlich ganz schön nahe gerückt. Zumal mir die mangelnden Trainingsmöglichkeiten im schneeerstickenden Südniedersachsen durchaus ein paar Kopfschmerzen bereiten. Eigentlich hatte ich ja gedacht, noch regelmäßig auf die Straße zu kommen. Letztes Jahr bin ich im Dezember noch fast 600 Kilometer gefahren. Dies Jahr geht gar nichts, und ich komme nicht dran vorbei, meine Laufzeiten auf der Rolle deutlich zu erhöhen, wenn ich nicht schon auf der zweiten Tabesetappe in Ägypten schlapp machen will. Denn wie las ich doch heute über die Zahlen der ersten Woche? 1. Tag: 130 km, 2. Tag: 165 km, 3. Tag: 132 km, 4. Tag: 96 km, 5. Tag: 137 km…

Die erste Woche wird bereits elf Wochen und damit gefühlt vermutlich ein halbes Leben hinter uns liegen, wenn am 6. April in der malawischen Hauptstadt Lilongwe der sechste Abschnitt beginnt. Über 1.215 Kilometer führt er zu einem der verlockendsten und berühmesten Ziele in Afrika: den Victoriafälle an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe.

Schon nach der ersten Tagesetappe verlassen wir Malawi und betreten mit Sambia das siebte Land auf unserem kleinen Abenteuertrip. Sambia gilt als „vergessene Perle“. Benannt nach dem Sambesi-Fluß, ist es eine Naturschönheit, die vom Tourismus bislang kaum entdeckt worden ist. Wie fast immer auf der Tour d’Afrique pedalen wir also auf relativ wenig ausgetretenen Pfaden und können Afrika „hautnah“ erfahren. Dank seiner Ressourcen (Kupfer) und verhältnismäßig stabilen politischen Lage zählt Sambia zu den „einfacheren“ Ländern auf unserer Trans-Afrika-Tournee. Eine eisgekühlte Cola zu kriegen, dürfte also nicht allzu schwer sein. Problematisch könnte allenfalls sein, dass die Gegend, die wir zunächst durchqueren, ziemlich dünn besiedelt ist. TdA-Veteranen sprechen zudem von „endlosen Asphaltbändern“, auf denen man monoton vor sich hinstrampelt. Daher befindet sich in meinem Gepäck übrigens auch ein Aufsatzlenker – das ist so ein futuristisches Teil, das man vom Zeitfahren bei der Tour de France kennt, und mit dem die sture Geradeausfahrt nicht nur windschnittiger sondern auch bequemer wird.

Nachdem wir über die „Great East Road“ genannte Ost-West-Verbindung den Luangwa-Fluß erreicht haben, geht es entlang des Zambezi National Park weiter Richtung Westen. In der sambischen Hauptstadt Lusaka dürfen wir dann an einem freien Tag mal wieder „westlichem Luxus“ genießen, ehe die Fahrt südwestlich Richtung Livingstone und damit Victoriafälle geht. Sambia ist dort deutlich dichter besiedelt, und wir passieren mehrere größere Orte auf unserem Weg. Ziel ist der Camping Platz bei der Livingstonia Safari Lodge, die keine zehn Minuten von den Victoirafällen entfernt liegt und eine Hochburg des Tourismus darstellt. Dort werden auch die gefürchteten Bungee-Sprünge in die „Falls“ organisiert – mal sehen, ob ich mich bis dahin so sehr an den „thrill“ Radfahren gewöhnt habe, dass ich eine neue Herausforderung brauche…

Am 14. April werden wir dort ankommen. Einen Monat später steht in Kapstadt bereits die Zielankunft an. Endzeitstimmung?

ENGLISH VERSION Always nice to gain someones praise: „Mr. Grüne, your teeth are in perfect condition. You may go to Africa“, my dentist told me today. No idea why I deserved a praise like that as I consider caring for my teeth a rather necessary and altogether annoying duty. Of course, the reply came quick and was a rather sobering one: „Well, some people are just more prone than other“. OK, I’ll take that. At least, I can tell I’m quite happy belonging to the second group of people.

Teeth did also bother me in another way today. Before I went to the dentist, I paid my local bike shop another visit. Question of the day: Which tires I’m taking to Africa? By the way: Concerning the technial point of my little adventure, I’m happy to say, I’ve been very lucky. The staff at „Radsport Beckmann“ here in lovely Duderstadt is not only quite interested in the Tour d’Afrique itself but takes it almost personal to equip me with the best solutions thinkable. I certainly couldn’t ask for more!

Stephan Beckmann - der Mann meines Vertrauens / my man of trust

So after taking care of all technical questions last week and writing a huge list of spare parts I’m going to bring to Africa (3 chains, brake and gear cables, 2 derailleur hangers, spokes etc.) we concentrated on tires today. A question that caused a lot of other question. And a lot of different solutions. And confused me completely. Shall I taking a 25-622  slick for tarmac, a  28-622 for pists and a fat knobby one for everything worse? Or might a  37-622 all-rounder for tarmac and pists as well as the fat off-road best? Would certainly spare me one time changing tires, but would I be as quick as with a smaller tire?

We ask a lot from our tires in Africa. We want them to roll smoothly as we have to pedal a lot anyway. We want them to be as resistant to punctures as possible. I don’t like punctures here in Germany – I’m sure I’ll hate them in 50 degrees Celsius over there in Africa. We want them to cope with all the different terrain we come across. We want them to take sand, have enough grip in the rain and last long. Oh, and they should by light and handy as well.

End of the day: I’m driving a 26-622 Marathon Supreme for tarmac and pists while I trust the knobby Schwalbe Marathon plus off-road. Another pair of Schwalbe Marathon plus will wait in the locker.  

It’s quite a challenge to think of all those tiny bits and pieces one might need in Africa. Spare parts, vaccinations, medication, money, extra batteries for the mobile, sun lotion etc. And you shouldn’t forget that I only can carry 20 kg on the plane to Cairo. OK, with a few extra gramms in the bike box and my handluggage I’m might be able to bring 30 kg, but those three chains alone make almost three Kilo. I wonder how everything will work out.

Wednesday the count down fell below a month. It’s not months but weeks I’m counting now. Quite exciting, as everything that was so far away all the time is quite close by now. And with this heavy winter and lots of snow here I cannot even train properly, which is causing me a headache. Last year I cycled more than 600 kilometer in December. This year: zero. I need to intensify my body workout, if I don’t want to suffer in the first week in Egypt. Yesterday, I just read it again: Day 1: 130 km (70 miles), Day 2: 165 km (100), Day 3: 132 (70), Day 4: 96 km (59), Day 5: 137 km (75).

The first week of the Tour d’Afrique will be eleven weeks behind us when we start the sixt section in Lilongwe, Malawi, April 6th. Over 1.215 kilometres we pedal to one of the most renonwed places in Africa: the Victoria Falls at the border of Zambia and Zimbabwe.

After just one day on the bike we leave Malawi and enter Zambia, the seventh country since Egypt. Zambia is a „forgotten“ beauty.  Named after the Zambezi-Rivers, it is full of beautil und spectacular nature while there are very few tourists. As always during the Tour d’Afrique we ride on unbeaten tracks and very close to the real heart of Africa. Thank to ressources (copper) and a stable political situation Zambia is considered as one of the „easier“ countries during our  african adventure. We want even have problems getting a cool Coca-Cola – a real pleasure when you cycle Africa. Only problem: the eastern parts of Zambia are very thinly populated and we might have to ride hundreds of kilometre without meeting a human being. TdA-veterans speak about a monotonious and endless tarmac-strip without any bends or hills. I put a special handlebar in my luggage you might know from the time-trials at the Tour de France: a futuristic device that makes it easier to cycle against headwind and sit more comftable.

Taking the „Great East Road“ until the river Luangwa we then  cycle along the Zambezi national park to the Sambian capital Lusaka. Our rest day there will feel like heaven again as Lusaka is a vibrant metropole with a lot of things on offer. Next day we head for Livingstone and stop at the campingground at the Livingstonia Safari Lodge. Thats a touristical melting point for the Victoria Falls, which are just ten minutes away. There will be bungee jumping into the falls on offer – so let’s see if I’ll be ready for another adventure… 

We are scheduled for April 14th in Livingstone. Exactly a month before we are due to arrive at our final destination Cape Town. A months! Pwfff!

Sitzen ist für’n Arsch / Sitting is for the bottom

SCROLL DOWN for English version Eines der wichtigsten Körperteile während der Tour d’Afrique wird mein Allerwertester sein. Wenn er nicht mehr will, ist Schluss. Daher möchte ich es ihm in Afrika natürlich so angenehm wie nur irgend möglich machen.
Gesäßcreme heißt das Zauberwort. Aber welche? Ich bin da völliger Neuling, und habe erstmal ordentlich gegoogelt, um zu sehen, was gerade en vogue ist. Und siehe da, in den einschlägigen Foren toben lustige und lehrreiche Diskussionen mit durchaus interessanten Anregungen. Hören wir mal für einen kurzen Moment rein:
 
Alex McCandless
Ich habe mit einer Babycreme von Bübchen sehr gute Erfahrungen gemacht, besonders danach!!!
Wenn ich fahr nehme ich die Sixtus die ist sehr gut!!

whoknowsme
kann die sixtus auch empfehlen.

zieht gleich ein, riecht angenehm und bildet keine ränder an der radhose :daumen:


rothrunner
……..und wenn „er“ schon wund ist hilft am besten „Penaten“! :daumen:

Danimal

Wenn Du das Sixtus-Zeug drauf hast, riechst Du wie ein ganzer Nadelwald. Und die Wäsche, die Du hinterher mit der Radhose in die Maschine tust auch. Ansonsten ist das Zeug aber gut.

Ich bevorzuge trotzdem die Creme von Gonso…. die ist geruchsneutral und funktioniert einfach hervorragend.

Ansonsten hilft auch immer selber mischen: Melkfett, Vaseline, Latschenkieferöl, Verdünnung, Asbest 😉


mountainbike
hihi – das kenne ich auch! 😀

hatte in münchen ne ganze tube sixtus in meine radhose gedrückt! danach roch die gesamte wäsche nach ringelblumen und nadelwald!

aber geholfen hat sie prima :daumen:


rpo35
Hab mir für den bevorstehenden Alpenx die Hirschtalgsportsalbe von Xeno*it geholt und jetzt ein paar mal getestet. Stinkt nicht und hinterlässt auch keine Flecken in den Hosen.
Ganz normale Hirschtalgcreme aus der Apo würde den Zweck wahrscheinlich geanuso gut erfüllen und ist billiger.

Lenz
Melkfett 😉
Für 3,50€ bei Rose kriegst eine ziemlich große Packung, Sixtus & CO sind mir auf Dauer echt zu teuer….

Matze.
Anti-Falten-Creme für die reife Frau ab 50 😀 im Aldi spottbillig, riecht gut, fettet wie sau, und hinterläßt keine Spuren- was will man mehr?

MaikRutsche

Melkfett!

Bin vor 4 Tagen ne 400km Tour gefahren und hatte absolut keine Probleme mitm Arsch.

Gibts unter anderen bei Penny – oder schau einfach nach „Ringelblumensalbe“.


liliuoka
probiers mal mit hämorrhoidensalbe (auch ohne hämorrhoiden 😆 ) hilft wunderbar *g*

MikeMaschsee
@Matze
😆 😆 Die macht den Popo auch noch richtig schön glatt und faltenfrei !! 😀 😀

Also wirklich schlauer bin ich nun zwar noch immer nicht, insgesamt aber ist es höchst interessant, in was für Richtungen so eine einfacher Frage denn führen kann. Groß war natürlich die Anti-Falten-Creme von Aldi, die ich ja in Afrika an anstrengenden Tage vermutlich auch gleich noch im Gesichtsbereich einsetzen könnte. Ich werde mich aber dennoch für ein anderes Produkt entscheiden (die Ringelblumen klingen gut), denn meinem leidgeprüften Hintern auch noch Anti-Aging-Creme unterzureiben klingt mir irgendwie verdächtig nach „alter Arsch“ – und ich will mir ja nicht schon vor dem Abflug sämtliche Sympathien verderben…

Lesestoff

Ansonsten befindet sich mein Pass seit gestern bei der äthiopischen Botschaft und wird hoffentlich bald dass „Start frei“-Signum bekommen. Danach kommt die Zitterpartie Sudan. Ebenfalls gestern habe ich den zweiten Teil meines Impfmarathons hinter mich gebracht und bin nun gegen diverse unschöne Dinge wie Hepatitis A, Polio, Typhus und Mengitis geschützt. Der dritte und letzte Durchgang kommt Anfang Januar, wenn Hepatitis B und Tollwut abgeschlossen werden.

Zur Vorbereitung gehört auch eine Lesemarathon, denn irgendwie habe ich gerade das Bedürfnis, mir kiloweise Reiseberichte anderer Abenteurer reinzuziehen. Sehr genossen habe ich die Geschichte des Belgiers Gert Duson, der mit seinem Kumpel und einer popeligen Ente kreuz- und quer durch Afrika gefahren ist und der am Ende nahezu das gesamte Auto quasi im Schlaf auseinanderbauen konnte, weil immer wieder irgendwas kaputt ging. Sehr amüsant und zudem schön geschrieben. Manchmal scheint es, als würde die wahre Welt dann doch erst hinter unseren Wohnzimmerwänden anfangen und man sich einfach mal reinwerfen muss, ins Abenteuer.

Wobei ich meine kleine Radtour durch Afrika weitaus weniger abenteuerambitioniert finde, als mit einer Ente die Sahara zu durchqueren…

ENGLISH VERSION The most important part of my body during the Tour d’Afrique will be my bottom. If it doesn’t want any longer, the race will be over for me. Therefore, I’m trying to make it as comfortable as possible for it during the tour.

Chamois creme is the magic word. But which? As I’m a complete novice when it comes to chamois creme I googled a bit and found some funny discussions. Just listen for a moment to one of them on the internet (free translated from German).
 
Alex McCandless
I’ve used the baby creme from Bübchen and found it very good, especially after training!!!
For riding I take Sixtus which is good

whoknowsme
can recommend sixtus as well
goes into the skin quickly, smells ok and doesn’t leave any tracks on the trousers. thumbs up!

rothrunner
…….. and if „he“ is already sore there is only „Penaten“. thumbs up!

Danimal

Using the sixtus-stuff you’ll smell like a pine wood. And your laundry as well, when you put your cycle trousers into the washing machine. Otherwise it’s good stuff.

I prefer the chamois creme from Gonso. Odourless and works splendid.

Otherwise mix it yourself: milking grease, vaseline, mountain pine oil, thinner, asbestos 😉


mountainbike
hehe, I know that as well! 😀

put a whole tube of sixtus in my cycle trousers! Afterwards, everything smelled like marigold and pine wood!

but it helped perfectly, thought. thumbs up


rpo35
Used dear tallow creme from Xeno* and liked it. Doesn’t smell and doesn’t leave any traces in the trousers.
Simple dear tallow creme from the pharmacy would do as well probably – and even cheaper

Lenz
milking grease 😉
3,50€ buys a big bottle at Rose. Sixtus & CO are too expensive in the long run….

Matze.
anti aging creme for mature woman at 50. :D. cost next to nothing with Aldi, smells good, greases like hell and doesn’t leave any traces – you couldn’t ask for more!

MaikRutsche

milking grease!

Did a 400 km lap four days ago and didn’t have any problems with the bum.

you can get it at Penny – have a look for „marigold salve“.


liliuoka
try haemorrhoids creme (even without haemorrhoids :lol:). works splendig *g*

MikeMaschsee
@Matze
😆 😆 and it helps making the bum smooth and wrinkle free!! 😀 😀

Well, I’m not any wiser now, although it was quite funny and interesting to see how a conversation about an easy question as that can turn into something philosophical. I certainly liked the „anti aging creme“ most. Would have a double effect on long and exhausting days in Africa as I could use it on my probably much wrinkled face then as well. Nonetheless, I’m going for some other stuff (marigold salve sounds good) as I don’t want to put anti aging creme on my bottom – that’s just to close to say „old bum“ („alter Arsch“ on German) and I wouldn’t like to mess with my bottom before both of us even have departed.

Lesestoff

Apart of the question which chamois creme I might gonna use I can happily announce that my passport is with the Ethiopian Embassy by now. Hopefully, it will get all necessary stamps very soon. Afterwards, it will be the nail-bitter Sudan. Fingers crossed! And yesterday, I received the second part of my vaccination marathon. I’m now save when it comes to diseases such as Polyo, Tyhos and Mengitis as well. The third and last part of the vaccination marathon will take place beginning  of January, when I receive the Hepatitis B and rabies shoots.

Another important part of my preperations is reading. I’m taking in fat volumes of books written by other „adventurer“ at the moment. I very much liked a hilarious story of a belgian guy called Gert Duson who went to Africa with a simple and old Citroen 2CV (called „Ente“ in Germany, „Duck“). They crossed the Sahara first and then traveled to and fro Black Afrika all the way from Mali to Nigeria, to Ethiopia and down to South Africa. After a while, they certainly did know their car by heart as they had numerous breakdowns with the much suffering 2CV. Very well written und a pleasure to read. Sometimes it seems the „real world“ only starts once we actually leave the comfort zone of our living room and jump into the adventure come what may.

Whereby I do consider crossing the Sahara with a 2CV much more adventurous than my little trans-African cycling tour, however…

Fünfter Abschnitt Mbeya – Lilongwe / fifth section Mbeya – Lilongwe

 
 

Schneepause

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Zu sagen, ich mag den Winter nicht, wäre hoffnungslos untertrieben. Selbst in normalen Jahren kann ich nicht allzu viel mit Schnee, Kälte und Dunkelheit anfangen. Ständig fällt Fußball aus, Radfahren geht auch nicht vernünftig und die trockene Heizungsluft macht mich wahnsinnig.

Dieses Jahr ist es noch schlimmer. Meine Gedanken und vor allem Gefühle über den Winter sind nicht wirklich jugendfrei. Seit zwei Wochen habe ich nicht mehr auf dem Rad gesessen, und wenn ich rausglotze oder mir die Wetterprognosen reinziehe, dann fürchte ich, das nächste Mal wird erst unter den Pyramiden von Kairo sein. Muss das denn ausgerechnet dieses Jahr sein? So früh, so kalt, so verschneit, so aussichtslos?  Im Zehnminutentakt surfe ich auf den diversen „wetter“-Seiten hoch und runter, immer in der Hoffnung, irgendwo einen Lichtblick zu entdecken. Doch alles, was mir angekündigt wird ist noch mehr Schnee, noch mehr Kälte, noch mehr Winter.

Mein Lichtblick ist Kairo. Denn zumindest muss ich ja nicht den ganzen Winter hier bleiben und kann aus der Ferne zugucken, wie Europa mit dem panisch erwarteten „Jahrhundertwinter“ zurechtkommt, während ich in Afrika bei 50 Grad ständig am Siedepunkt radelnd den Schatten jagen werde. Und zu meiner Rückkehr Ende Mai/Anfang Juni dürften dann wohl auch die letzten Schneereste geschmolzen sein. Gibt also eigentlich gar keinen Grund zu meckern.

Wie es um meine Grundlagenkondition tatsächlich bestellt ist, werde ich ohnehin früh genug erfahren. Und nach Ansicht von TdA-Veteranen besteht auch kein Anlass zur Besorgnis. Denn die Kondition kommt bestimmt. Schon in Ägypten, wenn wir fünf Tage hintereinander irgendwo zwischen 150 und 180 Kilometer pedalen werden. Da heißt es dann „friß oder stirb“.

Knapp vier Wochen sind es noch bis zu meinem Abflug nach Kairo. Vier Wochen! Entsetzlich überschaubar! Und doch unendlich lang hin! Inzwischen habe ich die ersten beiden von insgesamt 14 Impfungen über mich ergehen lassen. Habe selbst den erfahrenen Tropenarzt im Hygieneinstitut Göttingen mit meiner Tour erst zum Staunen und dann zum Lachen gebracht.

Ich kenn es inzwischen, dieses Szenario, das mit einem ungläubigen „mit dem Fahrrad durch Afrika?“ beginnt, sich mit einem unbeholfenen Lachen fortsetzt und dann ein kopfschüttelndes „verrückt“ erntet. Für mich ist es ja längst Alltag. Routine. Normalität. Ich fahr halt nach Afrika. Oder besser: ich fahr halt durch Afrika. Mit dem Rad. So, und jetzt muss ich mich um mein Sudan-Visa kümmern. Oder schauen, welchen Reifen ich denn nun wirklich für die Geröllpiste draufziehen will. Nobby Nic? Mmh, kriegt miese Kritiken in den Foren. Also doch Fort Albert?

Es ist die schmale Distanz zwischen Daheimbleibenden und Abenteurern. Damit aus Träumen Realität wird, bedarf es einer stinklangweiligen Vorbereitung, während der das einzige Abenteuer darin besteht, die vielen verschiedenen Dinge, die man so machen muss, zeitlich einigermaßen zu koordinieren.

Nächste Woche startet dann auch die Medienmaschine. Montag gehts zum hiesigen Monopolblatt, für das ich von unterwegs berichten werde, und die Augsburger Nachrichten werden demnächst mit dem ersten Vorbericht beliefert. Zudem ist inzwischen klar, dass ich auch für die TOUR berichten werde, Europas größtes Rennradmagazin. Schöne Sache, den Verrückten dieser Welt ein wenig Antrieb zu geben, sich ebenfalls ins Abenteuer zu stürzen. Und den weniger Verrückten davon zu erzählen, wie das so ist, wenn man die Komfortzone verlässt.

Und damit komme ich zum fünften Abschnitt der Tour d’Afrique, dem mit schlappen 878 Kilometer kürzesten der gesamten Tour. Er geht von Mbeya in Tansania nach Lilongwe, der Hauptstadt von Malawi, nennt sich gemütlich „Malawi Gin“ und soll eine relativ überschaubare Herausforderung darstellen. Nach allgemeiner Einschätzungen haben wir „das Schlimmste“ hinter uns, wenn wir Tansania verlassen. In Malawi warten kuschelige Asphaltpisten und damit „mein“ Terrain. Da kommt das höchste Blatt drauf und ab geht die Post!

Malawi gilt als das „warme Herz Afrikas“. Ich habe wahre Wunderdinge über diesen Winzling zwischen Mosambik und Sambia gehört. Allerdings zählt Malawi zugleich zu den ärmsten Ländern Afrikas. Insofern steht das Land auch im Focus von „Plan International“, was mir die Gelegenheit gibt, mal wieder auf meinen mit der Tour d’Afrique verbundenen Spendenaufruf zu verweisen. Siehe: https://hardygruene.wordpress.com/afrika/. Malawi gilt übrigens als absolutes Radfahrland Afrikas! Obwohl es eigentlich ständig hoch und runter geht, ist das Fahrrad eines der wichtigsten Verkehrs- und Transportmittel. Es werden also genügend Kollegen unterwegs sein.

Wir starten am 28. März auf 1.900 Metern Höhe in Mbeya und durchqueren auf dem Weg zur Grenze mit Malawi zunächst die tansanische Brotkammer in Richung Westen, wobei es langsam hinunter geht in das berühmte „Rift Valley“. Darin liegt auch der Malawi-See, an dessen Ufern wir nach Chitemba Beach pedalen, einem berühmten Treffpunkt für Afrika-Abenteurer aus aller Welt. Wir werden dort sicher ein bisschen für Aufsehen sorgen, wenn wir unsere leidgeprüften Drahlesel zwischen all diesen vierradangetriebenen Abenteurer-Jeeps parken. Gleich um die Ecke ist mit Livingstonia das alte Zentrum aus kolonialen Zeiten. Dummerweise ist noch immer die kleine Regenzeit, so dass uns die ganze Sache im wahrsten Sinne des Wortes „verhagelt“ werden könnte.

Nach einem Tag Pause brechen wir wieder auf und klettern hinauf auf das Zentralplateau zur Provinzstadt Mzuzu, die vom „Lonely Planet“ als „erster Geschmack von ‚Zivilisation'“ beschrieben wird, „wenn Du aus Tansania kommst“. Ich habe noch nie etwas von Mzuzu gehört, doch wenn ich „LP“ Glauben schenke (und das tu ich meistens), dann wartet dort ein kleines Paradies auf uns. Und es kommt noch besser, denn bei vermutlich recht hoher Luftfeuchtigkeit und intensivem Sonnenschein geht es ständig hoch und runter in Richtung der malawischen Hauptstadt Lilongwe, wo sogar regelrechte Shoppingzentren auf uns warten sollen. Leckere Milkshakes, üppige Pizzen, frische Klamotten, ein paar Ersatzteile, kühles Bier – das waren in den letzten Jahren die beliebtesten Produkte der TdA-Fahrer. Ohne den Konsumterror belobigen zu wollen, fürchte ich, dort ebenfalls von eben jenem gepackt zu werden.

Nur acht Tage hat der zweite Abschnitt gedauert. Acht Tage, in denen wir 878 Kilometer pedalt sind. Lachhaft! Bring on the next Abschnitt!

ENGLISH VERSION 

Schneepause

To say „I don’t like winter“ would be flattering. Even in „normal“ years I can’t get anything out of snow, coldness and darkness. Football is off much too often, you can’t cycle properly and the dry air of the central heating is driving me crazy.

This year, however, is even worse. My thoughts and feelings are really X-rated and certainly not suitable for the public. It’s been two weeks I last sat on my bike. Looking out of the window and consulting the „weather“-pages on the internet I fear next time will only be in Cairo. Why this year? Why so early, so cold, so much snow, so hopeles? Every ten minutes I switch on one of the different weather-website looking for a glimmer of light or hope. But all they promise me is: more coldnes, more snow, more winter.

My ray of hope is Cairo. At least, I don’t have to stay the whole winter in Germany and can enjoy myself as Europe is suffering under the once-in-a-century-winter forecasted. I’ll be happily riding my bike, baking in 50 or more degrees celsius and hunting the shade somewhere in Africa. He he! And coming back end of May/start of June the snow should have gone completely. So no reason for complains, or?

And whether my stamina is really suffering too much at the moment I’ll learn soon enough. TdA-veterans told me not to worry about it. Stamina will build up for certain, they say. Once we have hit the road in Egypt, cycling between 150 and 180 kilometres daily five days in a row, I will be fit. That’s for sure. And groggy too.

A bit more than four weeks today I’ll enter a plane to Cairo. Four weeks! Terrifying reasonable! At the same time incredible long. And still much to do in the meantime. Last week, I got the first two of 14 necessary vaccination shoots and managed to surprise even the experienced doctor at the institut in Göttingen by telling him about my adventure. It’s always the same scenario. It starts with a disbelieving „by bike through Africa?“, goes on with an awkward laughter and ends with a shake of the head and a comment like „crazy“. Well, for me, it’s just routine. Normality, everyday life. I go to Africa, so what? Well, ok, I cycle through Africa, to be correct. 12.000 kilometres. Yeah, that’s right. But now I have to care for my Sudan visa. Have to decide with off-road tire I’m taking. „Nobby nic“, most people in the internet complain about? Or is „Fort Albert“ better?

It’s a small distance between those who stay in and those who search for adventure. And to turn dreams into reality, you spend an agonizingly boring time preparing things while the only adventure is the question of how to arrange everything necessary in the right time.

Next week my media coverage starts. On monday I’ll be interviewed by our local paper I’m reporting for during the the Tour d’Afrique. And I’m going to write the first piece for the „Augsburger Nachrichten“ as well. Besides, I’ll cover the Tour d’Afrique for the TOUR magazine, the biggest cycle racing magazine in Europe. Nice to motivate all those crazy guys in the world to dare an adventure for themselves – or to tell the not-so-crazy about live behind the comfort zone of the own living room.

Coming to the fifth section that leads from Mbeya in Tanzania to Lilongwe, the capital of Malawi. With just 878 kilometres it is not only the shortest section of the Tour d’Afrique but also one of the easiest. As TdA-veterans confirm, the worst is behind us once we quit Tanzania. In Malawi there is smooth tarmac again – that’s my world! Gearing up and hit the road!

Malawi is said to be the „warm heart of Africa“. I heard marveling things about the tiny country between Mozambique and Zambia. At the same time it is one of the poorest countries in Africa. My partner „Plan International“ is very much engaged in Malawi, and I take this opportunity to refer to my donation project once again. (for details: https://hardygruene.wordpress.com/afrika/). Besides, Malawi is a bicycle country. Even if it is rather hilly bikes (mostly from India and China) are very much in use for public transport and transporting things. So we will meet a lot of other cyclists on the road.

We leave Mbeya March, 28 and cross Tanzanias breadbasket to reach the border with Malawi as we slowly climb down from 1.900 metres to see level into the famous „Rift Valley“. Meeting Lake Malawi there, we cycle along its shores to Chitemba Beach, a haven for African Overlanders for years. We might be a bit of an attraction there parking our bikes in between all those 4×4-adventure vehicles, I guess. Just around the corner is Livingstonia, a former center from colonial times. Unfortunately, as it is still raining season, we might end up in a downpour, though.

After a rest day we climb up the central plateau for Mzuzu, a small town „Lonely Planet“ describes as „a first taste of ‚civilsation for quite a while, especially if you’ve come from Tanzania“. I never heard about Mzuzu, but if I believe „LP“ (and that’s what I normally do) it will be heaven for us. And it’s just the beginning of an obviously endless luxury heaven! Cycling up and down through the hilly Malawian landscrape and enjoying high humidity as well as intense sunshine we will even be greeted in the capital Lilongwe by a giant shopping-mall! Milk-Shakes, Pizza, clothes, spare parts, cold beers – those were the things TdA-rider loved most in recent years. I’ll be no exception.

After just eight days on the road the fifth section ends in Lilongwe. Eight days with 878 kiloemtres. Laughable! Bringt on the next section!