Monat: Juli 2020

Tour d’Ostalgie wird zu Touren d’Ostalgie

Ende Juli, und meine Reiseplanungen stehen noch immer auf Halbmast. 2020 ist das „C-Jahr“, auch für uns Rad- und Fußballkulturreisende. Irgendwann im Laufe des Junis habe ich langsam dem Gedanken Raum gegeben, dass die „Tour d’Ostalgie“ nicht wie geplant stattfinden kann. Das hat viele Gründe, und sie haben alle einen Grund: Corona. Es geht los bei den Campingplätzen, die elementar für mich sind, da ich großer Frischluftsympathisant bin. Nicht alle haben bereits geöffnet, oft gibt es Einschränkungen im Sanitärbereich bei Nicht-Wohnmobilisten. Dann die Infrastruktur. Als ein Freund Anfang Juli von Stuttgart ins Südniedersächsische radelte und von der Versorgungslage unterwegs erzählte kam ich ins Grübeln. All die schönen Landgasthäuser – oft geschlossen. Schließlich die Einschränkungen/Auflagen bezüglich Maske und Abstand. All das passt schlicht nicht zu meiner Idee, auf den Spuren der Industriellen Fußballvergangenheit der DDR zu radeln. 2020 ist das „C-Jahr“, in dem wir vieles hinterfragen und manches anpassen.

Also bin ich in mich gegangen und habe einen Alternativplan entwickelt. Denn bei der ersten genaueren Planung hatte sich ohnehin ein Problem ergeben: die alte DDR ist viel zu groß für eine gemütlich Radtour. Vor allem die Sächsische Schweiz und die Lausitz bereiteten mir Kummer, zumal es dort ja auch eine spannende Häufung interessanter Klubs gibt – nennen wir nur Robur Zittau, Aktivist Schwarze-Pumpe, Akivist Brieske-Senftenberg, Stahl Eisenhüttenstadt, Turbine Finkenheerd und wie sie alle sonst noch heißen. Also habe ich mir diesen (überschaubaren) Raum genommen und will nun eine erste von ganz vielen „Touren d’Ostalgie“ starten. Auf der (Kurz-)Reiseetappe liegen jetzt: Wurzen (bis dahin reise ich mit der Bahn an), Riesa, Dresden, Pirna, der böhmische Teil der Sächsischen Schweiz, Bad Schandau und Zittau. Dann entlang der Oder-Neisse nach Görlitz und hinein in diese Badewanne ehemaliger DDR-Oberligisten und – Ligisten, die in der gesamten Lausitz verstreut liegen: Döbern, Schwarze Pumpe, Spremberg, Hoywoy (Hoyerswerda), Schwarzheide, Brieske/Senftenberg, Cottbus, Forst, Guben, Eisenhüttenstadt, Finkenheerd und schließlich Frankfurt. Da ist erstmal mein Ziel, wobei ich nach Möglichkeit gerne entlang der Oder-Neisse über Schwedt weiter Richtung Norden radeln würde und dann sogar einen kurzen Grenzsprung nach Szczecin (Stettin) machen würde.

All das ist angesichts der C-Entwicklung und befürchteten „Zweiten Welle“ ja stets möglichen Modifikationen unterworfen, insofern ist wohl Spontanität angesagt. Zumal ich noch ein anderes „Problem“ habe: meine nicht mehr ganz so junge Katzendame, die sich durch Homeoffice in Corona-Zeiten ganz schön daran gewöhnt hat, dass ein streichelberechtigter Dosenöffner nahezu rund um die Uhr zu ihrer Verfügung steht und die ich ungerne allzu lange alleine lassen würde. Falls irgendjemand von Euch Lust und Zeit haben sollten, irgendwann ab dem 5. August bis irgendwann bis zum 7. September kostenfreien Urlaub im schönen Südniedersachsen zu machen und dabei gelegentlich eine Katze zu streicheln, lasst es mich wissen, mein Haus stünde zur Verfügung.

Ansonsten geht der Aufruf an alle Fußballverrückten auf der Strecke, die Lust haben, mir ein bisschen was zur Fußball- und Industriegeschichte ihrer Stadt zu erzählen und zu zeigen. Aus Riesa, Hoyerswerda/Schwarze Pumpe, Spremberg und Cottbus hatte ich schon Rückmeldungen (melde mich zeitnah bei Euch mit konkreten Plänen), wer sich sonst noch angesprochen fühlt bitte kurze Mail an hallo at hardy-gruene.de.

In diesem Sinne, Sport frei!

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