Monat: November 2010

Vierter Abschnitt Nairobi-Mbeya / Fourth section Nairobi to Mbeya

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Mein armer Postbote. Er muss sich eh schon fast jeden Tag den schmalen Weg zu unserem Haus hochwuchten (hat schlappe 12 Prozent in der Spitze, ich kenn ihn…), und nun quäl ich ihn auch noch mit immer mehr Päckchen und Paketen. Doch es hilft nix: Meine Ausrüstung trudelt allmählich ein. Der Helm ist schon da, das Zelt ist gestern angekommen und den Schlafsack wird er mir wohl Montag bringen.

Mein Wohn- und Schlafzimmer von Januar bis Mai / my living- and sleeping room from January to May

Inzwischen habe ich dann auch das beantragt, wovor ich am meisten Bammel habe: die Visa für Äthiopien und Sudan. Äthiopien ist kein Problem – aber Sudan! Ich hatte ja schon mal von dem knappen Zeitplan berichtet, doch durch die Weihnachtsfeiertage und das Wochenende vor meiner Abreise am 10. Januar wird das alles nun noch viel kribbeliger. Drückt bitte die Daumen, dass unser Postbote am 10. Januar fröhlich den Hang hinaufstürmen und mit einem großen Briefumschlag wedeln wird!

Der Sudan beschäftigt mich nicht nur wegen der Visazitterei. Die Zeitungen sind ja gegenwärtig voll über die Volksabstimmung am 9. Januar, und es wird mächtig über ein mögliches Wiederauflammen des Krieges zwischen Nord und Süd spekuliert (@ Thilo: Du hast natürlich Recht: Darfur liegt im Westen). Wir kommen am 25. Januar in Wadi Halfa und damit im Sudan an – zwei Wochen nach der Abstimmung. Kann gut sein, dass die Stimmung bis dahin schon übergeschwappt ist. Dabei ist der Sudan eines der beiden Länder, auf die ich mich am meisten freue!

Das andere Land ist Tansania. Da war ich 1989 schon mal und habe ein Schulprojekt in den Usambara Bergen besucht. Wir waren damals eine kleine Reisegruppe um ein ehemaliges Missionarepaar aus Göttingen, haben zunächst ein wenig von der Landessprache Swahili gelernt und anschließend bei einem Wiederaufforstungsprojekt mitgemacht. „Kata mti, panda miti“ hieß das – „Fälle einen Baum, pflanze viele Bäume“.

Meine Erinnerung fällt verklärt rosig aus. In den Achtzigern waren wir ja alle unglaublich „politisch“ und pflegten unsere Protestkultur bei jeder Gelegenheit. Und Tansania – das galt als Art Vorzeigemodell für den afrikanischen Sozialismus. Doch was für eine Ernüchterung, was für ein Einschnitt ins eigene Weltbild sollte dort auf mich warten! Es fing schon am Flughafen an, als der naive Weltverbesserer, der ich damals war, zum ersten Mal über den Tisch gezogen wurde und fand seinen Höhepunkt in einer üblen Spelunke, als ich ein als „Bier“ deklariertes diffuses Maisgebräu vorgesetzt bekam und der Wirt mich grimmig aufforderte: „Kill yourself“. Zu sehen, wie Julius Nyerere und seine Ujamaa-Politik, die in der Theorie so toll geklungen hatten, in der Realität so fatale Auswirkungen hatten, hat mir jedenfalls brutal die Augen geöffnet und eine Menge sozialromantischer Träume geraubt. Auch wenn ich das erst später realisiert habe…

der weltverbessernde Abenteurer 1989 / the do-gooder adventurer 1989

Zum Ende haben wir jedenfalls noch einen Ausflug in die Serengeti, den Ngorongoro-Krater und den Kilimandscharo gemacht und mir wurde erzählt, dass, wer immer den Kilimandscharo ohne Wolken sieht, eines Tages zurückkommen wird. Ich erwischte einen blenden Tag, und seitdem habe ich zwar immer mal wieder davon geträumt, nach Tansania zu reisen, es aber irgendwie nie geschafft.

Und nun wird es soweit sein. Denn auf dem vierten Abschnitt erreichen wir Tansania und damit nicht nur den Kilimandscharo, sondern auch den Äquator. Das klingt dann irgendwie schon nach „Halbzeit“ bei der Tour d’Afrique, wiewohl wir kilometermäßig die Hälfte noch nicht erreicht haben werden. Aber zum Glück geht es nach der Überquerung des Äquators ja nur noch bergab ;-).

Der vierte Abschnitt beginnt am 14. März in Nairobi und verläuft über schlappe 1.218 Kilometer bis nach Mbeya im Südwesten von Tansania. Er gilt als der wohl afrikanischste Abschnitt der Tour d’Afrique, denn auf ihm werden sämtliche Klischees  bedient: Das der wilden Tiere und Safaris in den Nationalparks (u.a. Seregenti und Ngorongoro), das der „wilde Menschen“ (wir durchqueren Massai-Gebiet) und das eines wunderschönen, unendlichen und exotischen Kontinents. Es ist auch die Heimat der berühmten Baobab-Bäume, die mit ihrer eigentümlichen Wucht ebenfalls das Afrika-Bild prägen. Und es wird jener Abschnitt sein, auf dem wir tatsächlich zwischen Elephanten, Zebraherden oder Giraffen radeln werden. Freut Euch also auf die Bilder!

Die Highlights sausen nur so an uns vorbei: Einen Tag nach unserem Start in Nairobi werden wir Tansania erreichen. Dort pedalen wir zwischen Mount Kilimandscharo und Mount Meru nach Arusha, wo drei freie Tage Gelegenheit zur Safari, der „Kili“-Besteigung – oder des Ausruhens geben. Arusha wird ziemlich quirlig und europäisch daherkommen – so war es schon 1989, und ich vermute, dass die Safari-Kultur dort inzwischen jeden Winkel eingenommen hat.

Tansania - Vierter Abschnitt/fourth section

Danach geht es südwestlich weiter in Richtung Malawi, wobei die schöne Asphaltstraße schon am Lake Manyara wieder Vergangenheit sein wird. In der Massai-Steppe müssen die fetten Reifen wieder auf die Felgen, geht es zurück auf Pisten, was, da wir in der kleinen Regensaison unterwegs sind, durchaus in einer Schlammschlacht enden kann. Es gibt lustige Videos von vergangenen Rennen, auf denen Tour-Teilnehmer fluchend und zeternd durch kniehöhe Flüsse radeln und dabei natürlich gelegentlich auch mal zu Fall kommen.

Und wir werden Pioniere sein, denn erstmals führt die Strecke der Tour d’Afrique 2011 nicht über die Hauptstadt Dodoma sondern durch unbekanntes und dünn besiedeltes Terrain im Westen Tansanias. Dabei werden wir dann irgendwann auch die Kilometerhälfte der Tour überschreiten!

Ein Zeitfahren sowie eine weitere Gipfelbesteigung später ereichen wir Mbeya, ein  nicht allzu weit von der Grenze zu Malawi gelegenes Nest im Südwesten Tansanias, in dem der vierte Abschnitt endet. Wir werden vermutlich etwas gerädert sein, da es von Arusha bis Mbeya keinen einzigen freien Tag gibt – wir also neun Tagen in Folge jeden Morgen auf den Drahtesel geklettert sein werden. Und dann lauert in der tansanischen Steppe noch ein ganz besonderer Feind: Mächtige Dornen, die überall herumfliegen und offensichtlich selbst den eigentlich als unplattbar geltenden Schwalbe Marathon mühelos durchstechen. Ich üb dann schon mal Reifen flicken.

6.559 Kilometer müssten auf meinem Tacho stehen, wenn wir am 26. März Mbeya erreichen. Ungefähr so viele, wie ich sie im gesamten Jahr 2010 gefahren habe…

 ENGLISH version Our poor postman!  Every single day he has to crawl up the small and steep path to our house (up to 12 precent ascent, I’ve cycled it a couple of times…), and yet I’m torturing him with parcel after parcel. No doubt: my equipment is arriving. The helmet is there already,yesterday the tent arrived and on monday I guess he is carrying the sleeping bag.

Mein Wohn- und Schlafzimmer von Januar bis Mai / my living- and sleeping room from January to May

In the meantime I applied for something I’ve had the jitter for since I inscribed for the Tour d’Afrique: visas for Ethiopia and Sudan.  Ethiopia is no problem – but Sudan!  As I told in an earlier entry, I’m facing quite a tight timetable. Due to the Christmas holidays and the weekend before my departure on January the 10th (a Monday), everything becomes even more scares.  So please cross fingers my poor postman will climb up our small path January, 10th again, cheerfully waving a letter with all necessary visas! 

The Sudan is causing me a headache anyway. The newspapers are already full of horrible stories about the referendum January, the 9th and speculation about a possible outbreak of a new conflict between north and south are high.  We arrive Wadi Halfa – and the Sudan – January, 25th, and nobody can predict how the situation will be just two weeks after the referendum. Wouldn’t like ending up in a war zone, I can tell you. At the same time, the Sudan is one of two countries I really look forward too! 

The other country is Tanzania.  Back in 1989 I went to Tanzania visiting a school project in the Usambara mountains.  We were a small party guided by a former missionary couple from Göttingen and learned a bit of the national language Kiswahili first until we plunged into a reforestation project named „Kata mti, panda miti“ – „cut one tree, plant many trees“. 

Sweet dreams are coming up thinking back at those days. Back then, we all were incredibly „political“ and tried to cultivate our protest culture on every possible occasion. And as Tanzania was THE textbook example to African socialism I was very much looking forward to the country. But what an experience I had to go through!  It all started at the airport, where I, nothing but a bloody naive do-gooder, got ripped-up the first time. It wasn’t the last time, though. My experience reached peak-point in a woozy bar, when the elusivly maze-beer I had ordered was brought to me with the kind words „kill yourself“.

der weltverbessernde Abenteurer 1989 / the do-gooder adventurer 1989

To realizie that all those nice ideas of Julius Nyerere and his Ujamaa politics in reality had rather sad effects opened my eyes and robbed me of a couple of social romantic dreams.  At the end of our stay, however, we visited the Serengeti, the Ngorongoro and of course the Mount Kilimandjaro where I was told, that whoever sees the Kilimandjaro without clouds, will come back one day.  I was lucky, and since then I’ve always dreamed of returning but never did. 

And now I’m going to see the Kilimandjaro again!  During the fourth section we reach Tanzania and with that not only the Kilimandjaro but the equator as well.  Despite having cycled only 5.000 or so kilometres we could speak of „half-time“ then. At least it will be downhill from the equator onwards. 😉

The fourth section starts March the 14th at Nairobi and ends 1,218 kilometres further south in Mbeya, at the soutwest of Tanzania.  It is the most „African“ section of the whole Tour d‘ Afrique as it serve all common stereotypes of Africa:  We will have wild animals and safaris in the national parks (e. g. Seregenti and Ngorongoro), we will have „wild“ natives as we cross Masai zone and we will cycle through a beautiful, endless and exotic continent that stands for Africa.  Besides, it’s the homeland of the famous Baobab tree that has shaped the picture of Africa worldwide.  However, this section certainly will be the one we actually cycle between elephants, zebras and giraffes.  So look forward to some rather exotic pictures! 

Highlights will come up one by one. Just one day after leaving Nairobi we reach Tanzania. Cycling between Mount Kilimandjaro and Mount Meru we head for Arusha, where we are given a three days rest to allow us going on safari, climbing up the „Kili“ or just relaxing.  Arusha will be quite  lively and european – it was so back in 1989, and I guess the Safari culture has taken over the town completely since then. 

Tansania - Vierter Abschnitt/fourth section

Heading soutwest towards the Tanzanian border with Malawi, the beautiful tarmac highway we’ve been cycling on since Arusha will be history right after the Lake Manyara.  Crossing the Massai steppe, we’ll put on the fat off-road tires again and hit a rough gravel road. As we are cycling in the small rain season by now, that might turn into to big mud fight for everyone. I’ve seen funny videos of past races where participants try to cycle through kneedeep floodings, cursing everyone and everything while falling off the bike frequently. Fun to look at, though.

And we will be proud explorer of the unknown as the Tour d’Afrique 2011 doesn’t lead via the Tanzanian capital Dodoma as the years before but through a very sparsly populated area in the western part of the country. Somewhere there we finally will cross the 6.000-kilometre-mark of the Tour and celebrate the real „half time“.  

A time trial and a further summit climb later we arrive at Mbeya, a small village not far from the border to Malawi, where the fourth section ends. As we have cycled nine days in a row by then – no rest day since Arusha! – we might be a bit knackered and longing for a day off. Bedsides, there will have been other trouble waiting for us in the Masai steppes: Thick thorns flying around everywhere and piercing even through the thickest tyre. I’m already practising patching punctured tyres as quickly as possible…

There should be 6,559 kilometers on my clock when we arrive at Mbeya March, 26th.  That’s about the same amount I’ve cycled in 2010 all year, by the way…

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Das längste Radrennen der Welt / longest bike race in the world

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Let the sunshine in!

Die Wettervorhersage für nächste Woche klingt einfach schauderhaft. Und die für die Woche danach auch. Schöne Scheiße, der Winter kommt! Warum konnte er nicht bis zum 11. Januar warten, wenn ich schon in Kairo bin? Sollte der angekündigte Schnee „bis ins Flachland“ tatsächlich kommen und es danach dauerhaft tief in die Minusgrade gehen, ist Schluss mit fröhlichem Radeln. Dann verhindern auch 25 Trikotschichten nicht mehr den gefühlten Kältetod, ist selbst die Pampa als Radelterrain mehr oder weniger gestorben. Letztes Jahr habe ich mal versucht, den völlig schneebedeckten Sonnenberg hochzuradeln und hatte dabei verhältnismäßig wenig Spaß. 😦

 Das heißt dann wohl Rolle bis zum Abwinken. Und selbst das wird nicht immer zu schaffen sein, da mein guter alter Ford Transit auch mit seinen schicken Winterpuschen auf schneebedeckten Straßen immer so seine Probleme hat, die Spur zu halten. Und ihr wisst ja – ich lebe in einem der Bergdörfer. Auf dem Weg in die hiesige Muckibude geht es also immer tüchtig hoch und tüchtig runter, und jetzt im Graben zu landen, darauf habe ich nun wirklich keinen Bock.Auch bei der Zusammenstellung der Ausrüstung ist das mit dem hiesigen Wetter so eine Sache. Mein Besuch im Radsporthimmel Bocholt fand bei eher naßkalten und regnerischen Bedingungen statt, die wenig Raum für Phantasiespiele mit Sonne und Wärme ließen. Aber etwas Gutes hat der Winter dann doch:  die Preise für Sommerklammotten purzeln! Ich konnte mich fast komplett mit Artikeln aus der abgelaufenen Saison eindecken und dadurch das eine oder andere Schnäppchen machen. Für Neugierige habe ich meine Errungenschaften am Ende dieses Eintrages mal in einem kleinen Fotoalbum dokumentiert. Die Kohle fliegt gegenwärtig aber trotzdem ganz schön raus, denn neben den Radsportsachen (ein neuer Helm ist auch schon bestellt) müssen noch ein Zelt, ein neuer Schlafsack und vor allem eine brauchbare Kamera her.

Gut, dass zumindest meine Presseaqkuise inzwischen ein paar Früchte abwirft. So dürfen sich seit heute auch die Leser des Südkuriers aus Konstanz und der Augsburger Allgemeinen auf meine Eindrücke aus Afrika freuen. Und für die WELT werde ich eine große Abschlussreportage machen. Sollte sich irgendein Medium angesprochen fühlen und Interesse an einer Berichterstattung über die Tour d’Afrique durch mich haben, bitte melden.

Heute trudelte dann der nächste Newsletter des Veranstalters ein, in dem es um das eigentliche Rennen geht. Jeder Teilnehmer muss ja vorab entscheiden, ob er als Rennfahrer oder Tourist an der Tour d’Afrique teilnimmt. Ich bin als Rennfahrer gemeldet und habe auch ziemlich Lust darauf, ab und zu mal etwas am Gashahn zu spielen, um zu gucken, bis wohin die Tachonadel denn so ausschlägt. Besonders freue ich mich auf das Bergzeitfahren in Äthiopien. Coole Sache, irgendwo im äthiopischen Bergland einen Kampf gegen den Berg und gegen die Zeit zu bestreiten.

Das Rennen wird an 82 der 95 Fahrtage stattfinden. An drei Tagen sind wir nur einen halben Tag im Rennen (die andere Hälfte stecken wir im Konvoi in der Polizeieskorte), und an zehn Tagen werden wir alle als Touristen unterwegs sein. Natürlich sind die Straßen für uns nicht abgesperrt, sondern wir müssen unseren Platz gegen alle anderen Verkehrsteilnehmer verteidigen. Das wird nicht immer lustig sein. Von den LKW-Fahrern hatte ich schon berichtet, und grade las ich von einem Unfall in diesem Jahr, bei dem ein einheimischer Radfahrer auf der falschen Straßenseite unterwegs war und mit einem TdA-Fahrer kollidierte.

Insofern kann man sich nicht wie bei einem Jedermannrennen ausschließlich auf das Rennen konzentrieren, sondern muss immer auch die Konkurrenz auf der Straße im Auge behalten – und damit meine ich nicht die mitradelnde Konkurrenz… Auch organisieren müssen wir uns selber. Auf genügend Flüssigkeit achten, reichlich Energieriegel für unterwegs dabei haben – all das muss jeder für sich selbst hinkriegen. Immer ungefähr in der Mitte der Tagesetappe wartet aber ein Verpflegungswagen, an dem nachgetankt werden kann.

Ein bisschen Orientierungssinn schadet auch nicht, denn wir werden die jeweilige Tagesetappe am Abend vorher auf der Karte gezeigt bekommen und müssen sie uns dann selber einprägen. Lediglich an wichtigen Kreuzungspunkten hängen bunte Bändchen, die uns den Weg weisen. Die soll man aber schon mal übersehen können und sich dadurch leicht einen Umweg von zusätzlichen Kilometern einfahren. Das bereitet mir allerdings weniger Sorge, denn ich bin mit gutem Kartenmaterial versorgt und vertraue auf meinen normalerweise recht verlässlichen Orientierungssinn. Außerdem bin ich ja Geograph, und es wäre doch verdammt peinlich, wenn ausgerechnet ich mich irgendwo verfahren würde.

Unsere Zeit wird mit kleinen Computern gemessen, die mitsamt unserer Rennnummer am Fahrrad befestigt werden und auf Sensoren reagieren. Damit wird die Abfahrtzeit und die Ankunftzeit registriert. Jede Pause, die man unterwegs macht, zählt zur Fahrtzeit. Wer die Tour gewinnen will, muss also mit möglichst wenigen Pausen auskommen. Wir sind natürlich alles pure Amateure. Keiner von uns fährt professionell Fahrrad, und keiner von uns erhält von irgendwem irgendwelche Prämien (statt dessen bezahlen wir dafür, dass wir mitfahren dürfen). Ach ja, und hier noch ein Passus aus dem TdA-Regelwerk: „No Rider will be allowed to ride if they are intoxicated“. Muss ich das übersetzen? Nö, ne!

Gewertet werden Tagesetappen, Abschnittsetappen und die Gesamtzeit von Kairo nach Kapstadt. Dabei gibt es jeweils auch Sieger (Tagessieger, Abschnittssieger und Gesamtsieger). Unterschieden wird lediglich zwischen Frauen und Männern, aber nicht nach Altersklassen. Ich werde also mit meinen dann 48 Jahren in Konkurrenz zu 20jährigen Jungspunden stehen. Das tägliche Zeitlimit, an dem man abends spätestens im Ziel (= Nachtlager) sein muss, ist 19 Uhr bzw. das Ende des abentlichen Treffens, auf dem die nächste Etappe besprochen wird. Durchaus witzig mag es sein, wenn man an einem besonders guten Tag mal vor allen anderen im Ziel ist – selbst vor den Zeitnehmern! Denn naürlich müssen auch die mit ihren Fahrzeugen erstmal „durchkommen“. Und nicht immer klappt das reibungslos.

Wer gegen das Regelwerk verstößt (sich mitnehmen lässt, Abkürzungen fährt, sich unsportlich verhält, seinen Abfall auf der Strecke liegen lässt etc.), kassiert Zeitstrafen oder wird im Extremfall aus dem Rennen ausgeschlossen. Am Ende der Tour werden jedem Rennfahrer seine fünf längsten Tagesetappenzeiten von seiner Gesamtrennzeit abgezogen. Das sind die so genannten „Grace Days“ („Gnadentage“). Das wiederum gilt allerdings nicht für die zwölf so genannten „Mando Stages“ („Pflichtetappen“), deren Zeiten in jedem Fall gewertet werden. Der Tagessieger einer „Mando Stages“ erhält zudem eine 30-Minuten-Zeitgutschrift. Gemeinerweise sind diese „Mando Stages“ ausgerechnet die schwierigsten auf der Tour. Da ist zum Beispiel eine überwiegend bergauf gehende 107-Kilometer-Tagesetappe in Äthiopien, da ist eine 85-Kilometer-Herausforderung auf übelster Piste in Kenia und da sind die schlappen 207 Kilometer, die wir in Botswana zwischen Ghanxi und Buitenpos abradeln dürfen. Na ja, soll ja alles auch Spass machen.  

Jeder kann die Tagesetappe starten, wann er will. Möglich ist der Start allerdings erst nach Sonnenaufgang. Wer eine Tagesetappe nicht mitfährt oder sie abbrechen muss, wird für den Tag mit 12 Stunden Fahrtzeit gewertet. Die Zeiten der Tages- bzw. Abschnittsetappen werden übrigens täglich auf der TdA-Homepage veröffentlicht (www.tourafrique.com), so dass ihr alle von meinen kümmerlichen Versuchen, beim längsten Radrennen der Welt einen guten Eindruck zu hinterlassen, erfahren werdet. ;-(

Die große Herausforderung an uns Rennfahrer ist natürlich die pure Dauer des Rennens. Niemand kann vier Monate lang dauerhaft Topleistungen bringen. Es gehört viel Geschick dazu, seine Kräfte gut und richtig einzuteilen. Und Glück. Einen Renntag mit Durchfall (den ich bestimmt irgendwann bekommen werde) kann ich mir auf einer Asphaltpiste mit Rückenwind noch einigermaßen vorstellen. Wenn ich aber 100 Kilometer auf einer rüden Schotterpiste unterwegs bin, ständig bergauf zu fahren habe und dann auch noch alle zehn Minuten in den Büschen verschwinden muss, sieht die Sache schon ganz anders aus…

Die TdA ist eben ein Abenteuerrennen. Nix für Weicheier oder Warmduscher. Aber wer ist das schon 😉

Ach ja: schön zu sehen, dass die Kommentar-Funktion in diesem Blog allmählich entdeckt wird. Nur zu!

Let the sunshine in!

ENGLISH version 
 The weather forecast for next week doesn’t look good at all. Same for the week afterwards. Bloody hell, winter is coming and fast! Why couldn’t it wait until January 11th? If those predictated snow falls and bitterly cold temperatures really hit South Lower Saxony next week, it will be over with happy cycling days. Even 25 or more layers of shirts wouldn’t preserve me from dying of freezing, and going off-road is out of question as well. Last year, when I climbed up the nearby “Sonnenstein” in snowy condition, I didn’t had much fun, I can tell you.

 That would leave the gym. And only the gym. And even going to the gym might become a problem as my fateful Ford Transit doesn’t like riding on snow at all. Even with snow tyres it is behaving rather akward on slippery roads – and as you may remember, we live in a „mountain“ village so it’s first up and then down to go to the gym. Wouldn’t like to crash into a ditch right now, that’s for sure.

Collecting my equipment for the tour is a little strange these gray days. When I visited cycling heaven in Bocholt yesterday (biggest bike shop in Germany) it was all wet and windy. Hard to imagine myself sitting on a bike cycling in sunny and hot conditions. On the other hand there is certainly one advantage of the winter: Prices for summer clothes are down! I could grab some special offers and save a few quit. If you are curious scroll up and have a look at the picture album at the start of this English Version. Generally, the Tour doesn’t come cheap. I still need quite a few things (proper tent, sleeping bag, camera etc.) and my purse is already suffering.

 Luckily my efforts to sell the story to magazines and papers have started paying off. Quite a few papers in Germany will run the story. Should there be any magazine in the UK or France who likes to run it as well just give me a hint.

With the next newsletter of the organizer arriving today I’m now able to tell you more about the actual race. Every participant has to decide beforehand whether he or she is taking part in the TdA as a racer or a tourist. I of course will be a racer and I’m very much looking forward to the challenge of racing Africa. I certainly aim for pressing from time to time and seeing how much km per hours I can get on the clock at certain bits of the race. I’m especially looking forward to the mountain time-trial in Ethiopia. Isn’t it an appealing idea to everybody racing against the time on a very long and very rough slope somewhere in Eastern Africa while the sun is burning down on you. No? Not for you? Oh, come on!

The TdA 2011 is schedulded to be a 95-stage race broken up into eight sections. Of the 95 stages, about 82 will be full racing days. Three days will be half day races (with the other half cycling in convoys garded by the police), and another ten will be non race days. Of course streets are not blocked off for the TdA, so we cyclists have to defend our precious little space on the roads against all the other road users. This will not always be amusing. I talked about reckless truck drivers in one of the earlier entrys already. Recently I heard a story from the TdA 2010 when one racer badly collided with a local cyclist who was driving on the wrong side of the road… I guess life will be much different to amateur races here in Europe where you can concentrate on the race while in Africa you need to watch the environment all the time.

Maps to show me the road

In general, the TdA is a self-organising event. We are responsible to take enough drinks and energy bars for each stage, for example. There is, however, a lunch truck waiting for us in the middle of the day. A little sense of direction might be helpful as well as we need to self navigate the daily route based on the information we get the night before in the riders meetings. Only difficult junctions will be marked with coloured ribbons that show us the right way. As they can easily be overlooked you might miss them and end-up with a couple of additional kilometres, though. However, I’m not that worried about getting lost as I’m quite ok reading maps and navigating myself even in unknown circumstances. Besides, I’m a geographer, and would it be embarassing if me of all people would get lost?

As for timing every rider has a small computer with a sensor and a race number connected to his or her bike. The computer starts counting when the rider leave the camp and stops when he/she arrives at the night camp. Every minute one „wastes“ in stops and/or sighseeing is piled up on the actual racing time. Whoever wants to win the TdA 2011 needs to limitate stopping time therefore.

All participants are pure amateurs. None of us is a professionally rider, and none of us receives any premiums (instead we even pay to participate!). And let me state just one more paragraph from the rule book: „No Rider will be allowed to ride if they are intoxicated“.

There are 85 daily stages and eight section stages. We will celebrate daily winner, section winners and overall winners. The peloton is divided in men and woman racers, but not in age groups. That means, I, turning 48 at the beginning of the TdA, have to compete with some very fit 20 something.

There is a time limit  each day you mustn’t break. That’s either the end of the daily evening meeting or 7 o’clock sharp, depending what comes first. On the other side you may be in top form and enjoy a good racing day with an early arrival at the camp – even earlier than the Race director, who of course has to cover the stage by car as well. And that’s no easy task.

Whoever offends the rules (taking a lift, short cutting the stage, unsporting behavior, littering the road etc.) gets a time punishments yand can even be excluded for a very serious break of the rules. At the end of the race in Cape Town each racer’s five longest times of the tour (so-called „Grace Days“) will be subtracted from the overall time. That leaves a bit space for „bad“ days. Certain stages, however, are excluded from this rule as they are on of the twelve so-called „Mando Stages“ whose times are evaluated in any case. Besides, the winner of a daily „Mando Stages“ receives a 30 minutes time bonus as well.

Unfortunately those „Mando Stages“ are the most challenging and difficult of the tour. Take the predominantly uphil 107-kilometre-day stage in Ethiopia for example: Mando Stage! As are the 85-kilometre challenge on very rough path in North Kenya or the floppy 207 kilometre-stage between Ghanxi and Buitenpos in Botswana. But it will be fun, though. 

Each rider can hit the road any time after sunrise. There is no common starting signal. Who misses a stage or has to break off during a stage gets a 12-hour time. As our results are published on a daily basis on the TdA homepage (www.tourafrique.com), you might be able to follow my miserable attempts to leave a good impression on the longest bike race of the world.; – (

The biggest challenge for us cyclists of course is the pure duration of the race. It’s just not possible to perform high performance efforts for four months in a row. To finish well you need to listen to your body and relax every now and then. And you need just plain luck. It may be possible to cycle 100 kilometres on smooth tarmac helped by strong tailwinds even on a day you suffer from diarrhea. But if you suffer from diarrhea on a day which a challenging stage that goes almost constantly uphill or is on very rough roads while you need to hit the bush every ten minutes you are quite in trouble.

Well, in the end the Tour d’Afrique is an adventure. Nothing for sissies and wimps. But who is a sissy or a wimp anyway?
P.S.: Lovely to see that the „comment“ widget is slowly been discovered by your guys. Feel free to add whatever you want.

Dritter Abschnitt Addis Abeba – Nairobi / Third section Addis Abeba to Nairobi

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Die Einkaufsliste ist fett und raubt mir den Atem. Wie soll ich das alles noch besorgen? Und was soll ich damit unterwegs? Brauche ich das wirklich alles?

Meine Einkaufsliste/shopping list

Gesäßcreme, Zelt und Schlafsack kommen mit. Klar. Aber was ist mit nem Nähset? Werde ich wirklich irgendwo in der Wüste Afrikas hocken und meine Hosenbeine zusammenflicken? Und der Klodeckelring? War ein Tipp eines Teilnehmers vom letzten Jahr. Weil man für seine dringenden Geschäfte doch häufig einfach in die Pampa muss und das nicht immer allzu bequem ist. So ein Utensil überwindet da den schmalen Grat zwischen Ekel und Komfort. Und außerdem soll so ein Klodeckel-Ring auch ein prima Not-Tisch vor dem Zelt sein. Also doch mitnehmen?

Sich auf die Tour d’Afrique vorzubereiten, geht nur bis zu einem bestimmten Punkt. Danach beginnt das Abenteuer. Zum Erleben gehört nun mal improvisieren. Ich will nicht als technikbepackter und auf alle Eventualitäten vorbereiteter Westeuropäer durch Afrika wanken. Denn mit zuviel Gepäck geht man dort eben gerade NICHT unter.

Das Nähset bleibt hier. Muss ich doch flicken, muss ich eben losgehen und fragen. Dafür ich gönn ich mir lieber ne extra gute Radhose für trübe Tage, wenn der Arsch einfach nicht mehr auf den Sattel will und ein bisschen gepudert werden muss. Das erledigt dann hoffentlich das gut gepolsterte Beinkleid aus einer Schweizer Nähstube zum durchaus stolzen Preis von 144 Euronen.

Eintüten werde ich das gute Stück am Donnerstag, wenn ich dem Radfahrerhimmel einen Besuch abstatte. Am Abend zuvor ist Buchpräsentation von meinem Schalke-Buch „Glaube, Liebe, Schalke“ in Gelsenkirchen, und bei meiner Heimreise am Donnerstag werde ich einen kleinen Schlenker über Bocholt einplanen. Bocholt – da klingeln bei Radfahrjunkies natürlich die Glocken. Genau: Rose steht auf dem Zettel, und danach ist meine Einkaufsliste sicher etwas kleiner.

Ein paar Ausrüstungsträume haben sich aber schon verabschiedet. Die Federgabel zum Beispiel, die ich auf mein Crossrad montieren wollte. „Kannste machen, kannste aber dann nicht mehr wirklich mit fahren“, zertrümmerte mein Fachberater die schöne Vision, auf den Waschbrettpisten in Kenia auf federnde Fortbewegung zu bauen. Statt dessen kommt nun eine zusätzliche starre Gabel ins Gepäck, falls es die jetzige zerhauen sollte. Ellbogen kann man leider nicht als Ersatzteile mitnehmen. Die werden also auch zerhauen weitermachen müssen.

Und damit komm ich zum dritten Abschnitt, der uns über 1.673 Kilometer von Addids Abeba in Äthiopien nach Nairobi in Kenia führt. „Meltdown Madness“ haben die TdA-Veranstalter den Abschnitt gefühlvoll getauft – „meltdown“ kann man mit dem bedrohlich wirkenden Wort „Nervenzusammenbruch“ übersetzen, und wofür „madness“ steht, muss ich wohl nicht sagen. Die Feinheiten der englischen Sprache liegen aber auch hier mal wieder in den Zwischentönen, denn umgangssprachlich steht „meltdown“ auch für „Trotzanfall“. Und das ist doch ein schönes Motto, oder?

So oder so – der „Trotzanfall Wahnsinn“ wird kein Spaß sein. TdA-Veteranen sprechen vom schönsten und schlimmsten Abschnitt der ganzen Tour. Asphalt ist nur ein schöner Traum. Statt dessen Pisten, die sich nach jeder Regenzeit ein neues Kleid geben und die sich irgendwo zwischen einem Kartoffelacker und einer Knochenpiste anfühlen sollen. Wobei ich weder über das eine noch über das andere jemals gefahren bin. Die alles fordern und nichts zurückgeben. Die durch etwas führen, was gerne mal poetisch als „unberührte Natur“ bezeichnet wird. Was natürlich Quatsch ist, denn auch im Süden Äthiopiens und Norden Kenias ist schon lange nichts mehr „unberührt“.

Äthiopien/Ethiopia Addis Abeba - Moyale

Wir verlassen Äthiopiens Haupstadt am 23. Februar und nehmen südlichen Kurs in Richtung des Abaya Sees auf. Vorbei am 3.719-Meter hohen Guryaghe geht es durch das nicht mehr ganz so karge Hochland nach Arba Minch, wo Äthiopiens berühmte Krokodilfarmen uns den freien Tag versüßen werden. Der nächste Stopp Yabelo liegt etwa 200 Kilometer südöstlich. Dort stoßen wir auch wieder auf die aus Addis Abeba kommende Hauptstraße, die wir bis zur Grenzstadt Moyale pedalen.

Tags darauf steht bereits das vierte Land an: Kenia. Und da beginnt der Wahnsinn. Die nächsten sechs Tage werden wir auf einer Strecke verbringen, die als „Lavapiste“ bezeichnet wird. Keine Ahnung, was das in der Realität heißt, aber es klingt nicht gut. „Die langen Etappen definieren die Wörter ‚holprig‘ und ‚wellig‘ völlig neu“, muntert uns die offizielle Streckenbeschreibung auf.

Kenia/Kenya Moyale - Nairobi

Durch die Dida Galgalu-Wüste geht es über Marsabit nach Isiolo, wo wir schließlich (endlich?) in die „Zivilisation“ und damit auch auf Asphalt zurückkehren. Entlang der westlichen Flanke des Mount Kenya pedalen wir alsdann Richtung Nairobi, wo am 12. März sicher wieder eine Polizeieskorte auf uns warten wird. Und kaltes Bier. Das werden wir vermutlich alle bitter nötig haben.

Wenn ich bis dahin alles richtig gemacht habe, werden auf meinem Tacho exakt 5,341 Kilometer seit dem Start in Kairo stehen.

ENGLISH VERSION The shopping list is long and takes my breath away. How on earth shall I grab all those things on time? And what am I to do with them on the road? Do I really need everything?

Meine Einkaufsliste/shopping list

Chamois-crème, tent and sleeping bag go in the bag. That’s for sure. But what about the sewing kit? Can I really imagine myself sitting in the desert darning my suffering socks? And what about the toilet lid? A tip from a TdA-Veteran 2010. Supposted to help coping with the rather rough condition as we often have to go into the bushes for our business. Such a device might indeed help to cross the tiny margin between disgust and comfort. Besides, it might serve as a small table as well. Well, getting it in the bag? Still not sure…

Preparing for the Tour d’Afrique is only possible to a certain point. Afterwards it is adventure. And being honest: to really experience the adventure, one need to improvise. I don’t want cycling Africa packed with every available device, being prepared for every imaginable circumstance. To much stuff just makes you immovable.

So the sewing-kit is gone. If I need it, I have to go and ask for it. Instead I’m taking a pair of high-end cycling short for those days my bumb just doesn’t want to jump on the saddle any more. Hopefully, the well padded cycling-shorts from Switzerland for the tiny sum of 144 Euro will help to convince it to re-climb at those moments .

I’ll bagging those shorts next Thursday, when I pay a visit to cycling heaven. The night before I’m in Gelsenkirchen for the launch party of my newest book “Glaube, Liebe, Schalke”. On my way back home I’’ll detouring via Bocholt to visit the biggest bike-shop in Germany. Afterwards, my shopping list hopefully will be much reduced (as my purse…).

Concerning my general preparation, a couple of dreams have already faded. I wanted a suspension fork on my cyclocross bike for example. But when I went to the shop, they just told me “not possible, you couldn’t ride the bike any longer”. So instead I’m having a spare set of fixed forks with me in case the original one breaks. Unfortunately, I cannot get any spare ellbows. They will have to carry on come what may…

Coming to the third section that takes us over 1.673 kilometres from Addis Abeba in Ethiopia to Nairobi in Kenya. The section is called “Meltdown Madness” by the organisers. I think, that speaks for itself. (pour mon amies en France: „folie de krach“)

„Meltdown Madness“ certainly won’t be fun. That’s for sure. TdA-Veterans describe the section as both the “most beautiful” and the “most horrible” part of the whole Tour. Tarmac is nothing but a nice dream. Instead we are cycling on tracks that keep changing their outfit after every raining period and are described as a mixture of a potato field and a bone road. I haven’t cycled on either, so I have no idea what it actually means. Those tracks certainly will ask everything from us and give away nothing for free. They lead through a poetically described “unspoiled countryside”. Well, „unspoiled“  of course is rubbish as even in southern Ethiopia and northern Kenya nothing is “unspoiled” any more.

We quit the ethiopian capital Addis Abeba February 23d and first head down south for Lake Abaya. Passing the Mount Guryaghe (3.719 metres) we cross the much more green highland to Arba Minch, where we might spend our rest day in one of the renowned local crocodile farms (anybody wishin a souvenir?). Next stopp is Yabelo some 200 kilometres souteast, where we meet the highway from Addis Abeba again and head for the ethiopian border town of Moyale.

Next day we enter Kenya, the fourth country on the road. „The crossing marks the beginning of the “meltdown‘ portion of this section. It takes six riding days to cross the unpaved lave expanse of northern Kenya’s Dida Galgalu desert, which for long stretches redefines the words bumby and corrugated”, the organisers try to cheer us up in the brochure.

Passing the desert town of Marsabit we finally come back to “civilization” (and tarmac!) in Isiolo again. Up and down the western slopes of Mount Kenya we then head for Nairobi, where we are due to arrive March 12. There will be another police escort waiting for us (and cold beer!).

I should have 5.341 kilometres on the clock by now.

Spaziergänger erschrecken / scaring walkers

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Yippie! Bevor der für heute Nachmittag angekündigte Sturm Südniedersachsen erreicht, zeigte sich ein strahlend blauer Himmel, und die Sonne trieb mich sofort aufs Rad! Wenn ich die Wettervorhersage richtig deute, dürfte es für die nächsten Tage ja eher ungemütlich werden und demnach nichts als die olle Rolle anstehen.

Eigentlich mag ich den Herbst nicht. Als Radler zumindest. Es ist naßkalt, und mit den tausend Bekleidungsschichten fühlt man sich ziemlich proppig. Was im Herbst aber richtig Freude macht, ist die Pampa! Vor Feuchtigkeit quietschende Waldpfade, die man vor lauter Laub kaum sieht, irgendwelche irren Trails, die mit 25 Prozent gen Himmel ragen oder Feldwege mit tiefen Treckerspuren – nicht immer einfach zu fahren aber immer mit viel Spass verbunden. Und so ein bisschen raues Gelände üben kann ja nicht schaden, bevor es dann in rund zwei Monaten ernst wird.

Die Spuren des Tages

Sauarbeit...

Bis Hilkerode hatte ich noch Asphalt unter den Reifen, danach war Schluss mit lustig. Ab ins Gelände und brave Fußgänger erschrecken! Dabei habe ich extra meine neongelbe Warnweste angezogen, damit  man mich auch früh genug sieht. Hat mich aber nicht vor einer Beinahekollission mit zwei Damen im besten Alter bewahrt, die mit ihren Walking-Stöcken fröhlich schwatzend durch den Wald marschierten und ziemlich blöd glotzen, als ich an ihnen vorbeipfefferte. Bevor sie meckern konnten, war ich schon hinter einer Kurve verschwunden und grinste mir eins. Schön ist es im Eichsfeld…

Einziges Problem: das Ganze ist eine ziemliche Sauerei, und manchmal braucht es mehr Zeit, Bike und Fahrer wieder sauber zu kriegen, als man vorher geradelt ist. Aber immer noch besser als die olle Rolle. Da gehts dann morgen wohl wieder drauf 😦

English version  Smashing! As we expect thundering rain and heavy wind for the afternoon, I jumped on the bike at once when the sun came out a couple of hours ago. According to the forecast it might have been the last time for a while. 

I don’t really like autumn. At least as a biker. It’s all wet and with tons of clothes I feel rather immovable. What I like is cycling off-road. Wet and slippery pathes through the wood, crazy uphil trails with 25 percent ascent or even more and country lanes with deep tracks made by tractors – not always easy to cycle but always funny. And it won’t hurt to train on rough terrain two months before the start of the TdA as well.

For two kilometres until Hilkerode I still had tarmac under my tires. Then the fun started. Going off-road and scaring innocents walkers! Despite wearing my lemon yellow „warning“ waistcoat I almost collided with a couple of  prime-age ladies who were happily walking and talking their way. You may image their faces as I teared past with a friendly „hi“ and turned around a corner before they could even open their mouths. Lovely Eichsfeld!

Only off-road problem: bike and biker are a mess afterwards. In the end it took me longer to clean my bike than I had been on the road. But much better than cycling in the gym for hours.

Literaturstunde im Fitnessstudio / A Reading in the Gym

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Na endlich! Als ich heute in die Mucki-Bude spazierte, saß da zum ersten Mal jemand auf einem Rad und las eine Zeitung! Ha! Er hatte keine Knöpfe im Ohr, wie alle anderen, sondern unternahm eine pure intellektuelle Fütterung rein durch die Augen! OK, es war „nur“ der „Kicker“, aber ich fühlte mich nicht so einsam wie sonst, wenn ich meinen frischen Andreas Altmann („Sucht nach Leben“) verschämt im Handtuch verstecke und erst hervorhole, wenn ich schon auf der Rolle sitze. Doch was soll ich auch machen? Ich habe nun mal keine Lust, mich stundenlang volldudeln zu lassen, und Wissensaufnahme funktioniert bei mir nun mal traditionell über das Lesen (ja, ich weiß, ich bin hoffnungslos veraltet). Und so sitze ich halt mit Buch auf der Rolle und pedale lesend meine Grundlagenkilometer ab.

Das ganze ist aber insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss das Buch irgendwie in der Balance halten, und dummerweise gibt der Körper so spätestens nach 20 Minuten auch immer ordentlich Schweiß ab, was die Sache nicht erleichtert. Wird also durchaus witzig aussehen, wenn ich da auf dem Drahtesel hocke, den Boden mit Schweißbächen fülle und in ein Buch vertieft bin… 😉

Vielleicht sollte ich mal über eine Lesung nachdenken. Das wäre doch mal was – Literaturlesung im Fitnessstudio, strampeln und bilden! Kommt jemand?

Ansonsten ist die Mucki-Bude ne Wucht! Nach rund drei Wochen stetiger Besuche hat sich muskelmäßig ordentlich was getan, und den oder anderen Mitsportler kenne ich inzwischen auch. Obwohl – kennen ist wohl zuviel gesagt. Hier ist coolness angesagt! Man nickt sich beiläufig zu, wünscht sich ein schönes Training und geht ansonsten seine Wege. Im Fitnessstudio ist eben jeder alleine mit seinem Körper, der mehr oder wenig mitzieht. Man kämpft mit sich und mit den Geräten. Wuchtet mit starrem Blick die Gewichte in die Höhe, glotzt auf seinen Bizeps, stöhnt, prustet, bläst die Backen auf, verdeht die Augen. Kein Platz für Schwäche.

Besuchermäßig kann ich zufrieden festellen, dass sämtliche Klisches über Mucki-Buden und auch das Eichsfeld erfüllt werden. Da sind scharfe Blondinen mit poppigen Klamotten, da sind Jungs mit wirklich dicken Muskelpaketen, da sind Poser, die uns alle an ihren wundervollen Körpern teilhaben lassen und da sind die Looser, deren offenkundliche Fehlernährung (McD ist gleich nebenan…) zwar auf dem Laufbahn geopfert werden soll, aber offenbar einfach nicht runterwill.

Na ja, ich hab gut reden…

ENGLISH Gotcha! For the first time since I started going to the gym I saw somebody sitting on a bike and reading a newspaper! No headphones (something nobody ever part with!), but pure intellectual „feeding“ just by the eyes. Wow! Well, it was only the „kicker“, though, but who is greedy? Not me, as I certainly didn’t feel as lonely as normally entering the gym and hiding my book in a towel only to reveal it when I enter the bike.

What else can I do? I don’t like being brainwashed all day by music, and to enlarge my knowledge I actually still read stuff (I know, I’m hopelessly out of time…). So I ended up sitting on an exercise bike and trying to stay fit while reading a book.

It’s not as easy, though. You need to keep the book in balance, and after around 20 minutes the body is starting to sweat heavily which doesn’t make it easier. I guess it looks rather funny to everybody, watching me deeply lost in a book while the sweat is puddling under my feet. 😉

Maybe I should offer a reading. A reading in the gym – getting educated while pedaling! Who’s coming?

Going to the gym is fun. After only three weeks I can already see the differences and I even got to know some of my fellow body builder. Well, getting to know might not be quite so true, as law number one in the gym is: always stay cool! You at best nod to the other guys, wish them well and then go your own way. In the end it’s a lonely fight for just everyone. A fight with your body, with the equipment and with the load. No place for sissies, thats for sure! 

As for my fellow buddies I can happily confirm that all my prejudice about gyms have been complied. There are curvy blondes in colourful clothes, there are really beefy boys, there are poser who show us everything they have (well luckily not quite everything) and there are looser with an obvious disfunctional nutrition in the past (or the present, McD is just around the corner), who struggle on the treadmill without really losing any weight.

But who am I to say so….

Hilfsprojekt Plan International / aid work

So eine kleine Rad-Abenteuertour ist ja eine gute Gelegenheit, ein wenig auf die bemerkenswerte Arbeit humantirärer Hilfsorganisationen aufmerksam zu machen. Ich möchte auf der Tour d’Afrique Plan International unterstützen.

An adventure such as the Tour d’Afrique is a good opportunity to promote aid work projects  such as Plan International.

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Während meines kleinen Radabenteuers werde ich in Afrika nicht nur den Schönheiten der Landschaft und der Gastfreundschaft seiner Einwohner begegnen, sondern auch den Problemen des Kontinents.

Viele haben Afrika als „verlorenen Kontinent“ ja längst mehr oder weniger abgeschrieben. Ich möchte mich da nicht anschließen. Einerseits aus der Erfahrung, dass Afrika ein ungemein lebensfreudiger, kreativer und mitreißender Kontinent ist, andererseits aus der tiefen Überzeugung, dass die Menschen in Afrika sehr wohl die Kraft, die Energie und den Willen haben, ihre Lebensumstände zu verbessern.

Aber sie brauchen Hilfe. Unsere Hilfe. Ich habe mich daher mit Plan International zusammengeschlossen, einer internationalen Hilfsorganisation, die gezielt Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Plan International kümmert sich vor allem um die Lebensverhältnisse von Kindern. Kinder sind die Zukunft – nicht nur in Afrika. Das wusste schon Herbert Grönemeyer, als er mit „Kinder an die Macht“ die Charts stürmte.

Die heutigen Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Ihnen eine bessere Lebensgrundlage zu schaffen, ist daher eine vorzügliche Möglichkeit, Weichen für ein besseres „morgen“ zu stellen. Und dabei geht es nicht nur um konkrete Probleme wie Hunger, sauberes Trinkwasser, Aids oder Malaria. Dabei geht es auch um ein abstrakteres Thema wie Demokratie. Demokratie braucht „gesunde“ Lebensverhältnisse. Diese zu schaffen, ist nach meiner Überzeugung daher eine Grundvoraussetzung, damit sich die Länder Afrikas auch politisch weiterentwickeln und sie eines Tages von Hilfe unabhängig werden können.

Ich möchte die Tour d’Afrique nutzen, um auf die Arbeit von Plan International aufmerksam zu machen und zu Spenden aufzurufen, um dieses Arbeit fortzusetzen. Weitere Informationen könnt Ihr folgender Homepage entnehmen: http://www.plan-deutschland.de/

Wer die Arbeit von Plan International unterstützen möchte, kann dies mit einem beliebigen Betrag auf das nachstehende Konto tun. Bitte benutzt dabei als Stichwort „Tour d’Afrique“.

Deutsche Bank (BLZ: 20.070.000)

Kontonummer 061.281.202

Wer eine Zuwendungsbestätigung haben möchte, sollte seine komplette Anschrift angeben.

Auslandsüberweisungen

IBAN D E76 200 700 000 061 281 202

BIC DE UTD EHH XXX

ENGLISH During my little adventure cycling Africa from north to south I will not only enjoy the beauty of Africa and the hospitality of the people along the road but will be confrontated with the problems of the continent as well.

Some experts even describe Africa as a “lost continent”. I wouldn’t say so. In my experience, Africa is a continent full of liveliness, creativity and optimism. Africa’s got the force, the energie and the will power to turn the difficult circumstances many people are suffering under fot the better.

However, the continent needs help. Our help. Therefore, I’ve connected my african adventure with Plan International, an international charity organization that supports and encourages people not only in Africa to help themselves. Plan International especially aim for children. Children are the future – not only in Africa, but everywhere. Todays children are the adults of tomorrow. To provide them with improved circumstances helps creating a better world tomorrow.

And it’s not only urgent problems such as hunger, clean water, HIV or malaria. Take democracy for example. Democracy needs healthy and reliable circumstances to grow. Providing those circumstances therefore will help countries to develop democratic structures which will help them becoaming more and more independent from international help and care for themselves.

I’d like to use my Tour d’Afrique adventure to promote the work of Plan International. If you want to learn more about it, have a look at www.plan-international.org (English) or http://www.planfrance.org/ (Français).

If you want to support my tour please donate to Plan International. Any sum is warmley welcome. Use “Tour d’Afrique” as slogan if you wire to the following account.

Let’s make this world a better place!

IBAN D E76 200 700 000 061 281 202

BIC DE UTD EHH XXX

Deutsche Bank (BLZ: 20.070.000). Kontonummer 061281202

Freie Tage unterwegs / rest days on the road

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Gerade trudelte der nächste Newsletter vom Veranstalter ein. Nun weiß ich auch, wann und wo ich meinem wunden Hintern und meinen müden Knochen ein wenig Entspannung gönnen kann – sprich, wo und wann wir „freie“ Tage haben. Ich hoffe, an dem einem oder anderen auch ein Fußballspiel goutieren zu können – egal ob nun dritte sudanesische Liga, ein Pokalspiel in Malawi oder ein Champions-League-Spiel in Nairobi.

Als erste Gelegenheit bietet sich möglicherweise Dongola im Norden Sudan an, wo wir am Samstag, den 29. Januar unsere Zelte aufschlagen. Nairobi ist am Sonntag den 13. März dran, und nach Mbeya verschlägt es uns am 27. März. Ob die freien Tage allerdings wirklich so „frei“ sind, sei noch dahingestellt. Nach Auskunft von TdA-Veteranen steht nämlich neben Muskel- und Knochenentspannung vor allem Radpflege auf dem Programm…

Und dann sind da ja auch noch die diversen touristischen Attraktionen, die ich auch nicht missen möchte. So sind wir vom 16. bis zum 17. März unterhalb des Kilimandscharo in Arusha zu Gast, wo unter anderem der Ngorongoro-Nationalpark lockt. Und am 15. bzw. 16. April können wir uns als Bungee-Springer an den Viktoria-Fällen versuchen. Das wiederum könnte wirklich eine nette und aufregende Abwechselung zum bis dahin wahrscheinlich längst „nomalen“ täglichen Pedalen sein 😉

Hier nun unsere freien Tage

Ägypten
Friday January 21st        Luxor
Sudan
Saturday January 29th        Dongola
Thursday February 3rd        Khartoum
Äthiopien
Friday February 12th         Gondor

Saturday February 13th         Gondor
Wednesday February 16th       Bahir Dar
Tuesday February 22nd        Addis Ababa
Sunday February 27th         Arba Minch
Kenia
Monday March 7th           Marsabit
Sunday March 13th             Nairobi
Tansania
Wednesday March 16th        Arusha
Thursday March 17th        Arusha
Friday March 18th        Arusha
Sunday March 27th        Mbeya
Malawi
Friday April 1st         Chitimba Beach
Tuesday April 5th            Lilongwe
Sambia
Monday April 11th          Lusaka
Friday April 15th    Victoria Falls
Saturday April 16th    Victoria Falls
Botswana
Friday April 22nd        Maun
Namibia
Thursday April 28th        Windhoek
Monday May 2nd        Sossousvlei
Sunday May 8th        Felix Unite

ENGLISH Just received the next newsletter from the organizer. We are informed about the 23 rest days when our butts and bones  finally might relax a little bit. However, I hope to see some footy on thoses days as well – be it a third division match in Sudan, a cup-tie in Malawi or a Champions-League-classic in Nairobi.

There might be a first opportunity in Dongola, North Sudan, where we rest on a saturday (February 29th). Nairobi (March 13th) and Mbeya (March 27th) are on weekends as well. However, I’m not quite sure if those free days will be as free as we hope at all. We’ve been told by TdA-veterans, that there is a lot to do apart of relaxing muscles and bones. Caring for our equally suffering bikes, for example…

Besides I wouldn’t miss the touristic opportunities on the road. We camp at the bottom of Mount Kilimandjaro and nearby Ngorongoro National Park from March 16-18 for example, and in Aril we can test our braveness with bungee-jumping at the Victoria Falls. Might be a nice break after cycling for three months then. 😉

Here we go:

Ägypten
Friday January 21st        Luxor
Sudan
Saturday January 29th        Dongola
Thursday February 3rd        Khartoum
Ethiopia
Friday February 12th         Gondor

Saturday February 13th         Gondor
Wednesday February 16th       Bahir Dar
Tuesday February 22nd        Addis Ababa
Sunday February 27th         Arba Minch
Kenya
Monday March 7th           Marsabit
Sunday March 13th             Nairobi
Tanzania
Wednesday March 16th        Arusha
Thursday March 17th        Arusha
Friday March 18th        Arusha
Sunday March 27th        Mbeya
Malawi
Friday April 1st         Chitimba Beach
Tuesday April 5th            Lilongwe
Zambia
Monday April 11th          Lusaka
Friday April 15th    Victoria Falls
Saturday April 16th    Victoria Falls
Botswana
Friday April 22nd        Maun
Namibia
Thursday April 28th        Windhoek
Monday May 2nd        Sossousvlei
Sunday May 8th        Felix Unite