Meine Ausrüstung

Die Ausrüstung spielt bei einer Tour wie „The Andes Trail“ natürlich eine zentrale Rolle und Bedeutung. Alles muss „passen“, möglichst widerstandsfähig und langlebig sein.

Besonderen Wert habe ich auf das Fahrrad gelegt, wobei mir die Erfahrungen auf der Tour d’Afrique immens geholfen hat. Dort hatte ich mit meinem Cylcocrosser zwei Probleme: ich bekam nur Reifen in 36er Breite in den Rahmen und ich durfte zudem auf den Waschbrettpisten und auf anderem eher rauen Gelände ordentlich leiden, weil ich keinerlei Federung am Rad hatte. Das wollte ich diesmal ändern und baute mir eine Federgabel ans Rad, auch wenn die das Gesamtgewicht spürbar nach oben drückte (na ja, ein gutes Kilo, ob das nun auf 11.000 Kilometern wirklich so „spürbar“ ist…?).

P1050760Während mein Afrikarad „von der Stange“ kam, habe ich mir vor der Anden-Tour mein Traumrad gemeinsam mit meinem „Fahrradflüsterer“ Stephan Beckmann (www.fahrrad-beckmann.de) selbst zusammengebaut. Nur so war es möglich, wirklich das Rad zu bekommen, das mir vorschwebte. Als Basis dient ein Drössinger Crosserrahmen aus Alu, der einerseits stabil ist, andererseits die Möglichkeit bietet, Reifen bis zu 47er Breite aufzuschnallen. Er kommt in schönem schwarz-rot daher und repräsentiert damit nebenbei meine bretonische Fußballliebe En Avant Guingamp. Als Schaltgruppe haben wir eine Shimano 105er montiert, wobei der Umwerfer aus dem MTB-Bereich kommt (Deore), denn der normale 105er Umwerfer funktioniert am Crosser nicht, da das Kabel dort von unten kommen muss. Cantileverbremsen habe ich Scheibenbremsen vorgezogen, und als Federgabel wartet eine SR Suntour NCX darauf, dass ich sie im Bedarfsfalle während der Fahrt mit einem kleinen Hebeldreh zuschalte. Die ersten Erfahrungen sowohl daheim als auch vor dem Rennstart in Quito waren fantastisch und bestätigten die Entscheidung, das zusätzliche Kilo mitzuschleppen. Die Laufräder kommen von Mavic (A319), und den Sattel, die sensibelste Stelle am Rad, stellt SelleItalia.

P1050866Neben dem Fahrrad ist die Wahl der richtigen Reifen enorm wichtig. In Afrika fuhr ich auf Schwalbe-Reifen und machte damit ausgezeichnete Erfahrungen. Acht Pannen auf 12.000 Kilometer, davon vier an einem Tag, weil mir ein Stückchen vom Reifenheber abgebrochen war und er ständig auf dem Schlauch drückte, ehe ich ihn endlich fand, sind eine großartige Bilanz. Ich habe aus meiner Überzeugung für Schwalbe-Reifen nie einen Hehl gemacht, und als ich bei einem Afrika-Bilder-/Videoabend in Duderstadt davon erzählte, kam ein Vertreter der Firma auf mich zu und bot mir an, mich auf meiner nächsten Tour mit Material zu versorgen. Nur zu gerne habe ich das großzügige Angebot angenommen und bin nun abermals auf Schwalbe-Pneus unterwegs gewesen (das wäre ich aber auch ohne das Angebot gewesen). Drei Sets habe ich dabei, die ich je nach Terrain einsetzen will: Durano Plus 28‘ für die Asphaltstrecken, Marathon Plus 32‘ für Schotter- und Steinpisten sowie den Marathon Mondial als 47′ für das ganze harte Gelände aus Sand und/oder Steinen. Alle sind aus der „unplattbar“-Serie, die ich phantastisch finde, weil man sich nicht ständig in Angst und Schrecken versetzt fühlt, wenn man mal eine Glasscherbe überfährt (was in Ländern wie Ecuador, Peru etc. einfach häufiger vorkommt). Die Kevlar-Schicht fängt das alles ab und lässt einen entspannt weiterfahren. Schläuche habe wie auch in Afrika insgesamt zehn dabei – und hoffe, die meisten wie aus Afrika unbenutzt zurückbringen zu können.

P1050887In Sachen Übernachtung stehen auf der Anden-Tour einfache Hotels bzw. Hostels oder Camping auf dem Programm. Ein möglichst einfach aufzubauendes, nicht allzu großes und vor allem alleinstehendes Zelt ist da wichtig. Alleinstehend deshalb, weil der Boden häufig so hart ist, dass man einfach keinen Hering reinbekommt. Und so eine Kurzzeitbehausung steht durchaus stabil, wenn sie mit dem Gepäck und ein paar Steinen gesichert ist. Meine Wahl fiel auf das Quick Hiker von Quechua, das mit 2,7 kg ziemlich leicht und kompakt daherkommt. Als „Matratze“ benutze ich eine Thermarest-Schaumstoffmatte. Eine aufblasbare wäre zwar komfortabler, ist aber deutlich anfälliger für Probleme – und wenn es dann während der Nacht ein Loch gibt, ist es ruckzuck komplett aus mit der Polsterung. Der Schlafsack stellte das größte Problem dar. Einerseits sind wir bei hohen Temperaturen unterwegs, die auch Nachts anhalten können, andererseits haben wir in den Hochlagen der Anden auch schon mal dicke Minusgrade während der Nacht. Ich versuche das durch eine Kombination zu lösen und habe den Highpeak synergy 1500 als 3-Season-Schlafsack dabei, dem ich in den frostigen Nächten der Anden eine zusätzliche Wolldecke zur Unterstützung stellen werde.

Ausrüstung zum Radeln

Ausrüstung zum Radeln

An Radkleidung befinden sich vier kurze Trägerhosen sowie eine kurze Radhose ohne Träger (wichtig wenn man Durchfall hat, die kann man nämlich rascher abstreifen…) im Gepäck. Dazu kommt eine lange Trägerhose für die frostigen Etappen. Fünf kurzärmlige Trikots, ein langärmliges, eine dünne Radjacke sowie eine dicke Radjacke ergänzen die Ausrüstung. Fünf paar Radhaarschuhe, ein paar Winterhandschuhe, einen Halswärmer, eine Wollmütze, fünf paar Radsocken sowie der Helm – das ist alles, was man für viereinhalb Monate Radfahren benötigt.

Wichtige Kleinigkeiten sind zwei Headlampen zum abendlichen Lesen, aber auch für düstere Tunnel, die unterwegs auf uns warten. Unser Gepäck wird während der Etappen übrigens von Begleitfahrzeugen transportiert und ist in drei Gruppen aufgeteilt: Tagesgepäck, das wir jeden Tag bekommen , Campinggepäck, das es nur an Campingtagen gibt sowie Vorratsgepäck, das wir nur auf Nachfrage erhalten. Auch die Gepäckverteilung muss daher sorgfältig durchdacht werden – aber auch da kommt mir meine Afrikaerfahrung sicher zugute.

Ersatzteile für das Rad ist ein weiteres Problem. In Afrika war es so, dass jeder etwas dabei hatte, im Ernstfall aber das entsprechende Teil eben nicht. Da war dann tauschen angesagt. Ich habe eine 105er Schaltgruppe, einen Deore-Überwerfer, zwei Schaltaugen, drei 105er Ketten sowie Bautenzüge, diverse Schrauben, drei Paar Bremsbeläge sowie ein Ersatzlenkerband im Gepäck. Auf eine Kassette verzichte ich diesmal, denn ich wechsle die Kette ohnehin nach jeweils 2.500 Kilometern.

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