Monat: September 2019

Tour de Shipëria, Etappe 20

Etappe 20, Elbasan – Tirana

Ich geb gerne zu, ich hatte Respekt vor dem Krrabë-Pass. Meine Beine waren müde nach 19 Fahrtagen, und die Seele wollte auch ankommen. Es half nicht, dass man mir in Elbasan süffisant verkündete, der Pass sei viel heftiger als der Llagora und ich würde mächtig arbeiten müssen, um ihn zu überwinden.

Aber das Geheimnis beim Passfahren besteht nun mal aus einer ganz simplen Taktik: Immer schön eine Kurbelumdrehung nach der nächsten machen und geduldig sein. Zudem bekam ich ein wunderbares Frühstück in meiner Unterkunft, dargereicht von einer pensionierten Französischprofessorin, die meine Sprachwahrnehmung nach drei Wochen zwischen Englisch, Albanisch, Deutsch und Italienisch mächtig auf die Probe stellte. Ich glaube, die meiste Zeit sprach ich wohl eher Spanisch mit französischem Einschlag denn irgendwas einer Sprachprofessorin gegenüber würdigem. ☺

Franzosisches Frühstück in Elbasan

Dann gings auf die Piste. Vorbei an dem riesigen Eisenkombinat, das über Jahrzehnte die Luft in Elbasan verpestete (und noch verpestet) hinauf zum Kreisel der Entscheidung. Erste Ausfahrt: Autobahn nach Tirana mit langem Tunnel unter dem Pass durch. Zweite Ausfahrt: hoch auf 809 Meter über den Pass hinüber. Das war meine.

Ich machs mal kurz: der Krrabë ist ein angenehmer Bursche. Er steigt meistens mit 6 bis 8 Prozent an, hat herrliche Serpentinen und erfreut die Seele mit grandiosen Ausblicken auf Elbasan und vor allem das alte Eisenwerk, das ich noch lange unten im Tal brummen hörte. Wie Gelsenkirchen, nur mit echtem Berg statt Abraumhalde.

Nach rund zwei Kilometern im Anstieg fiel dann langsam meine Anspannung ab und ich fand meinen Frieden mit dem Pass. Der blieb sanft, schenkte mir auf 600 Metern ein schönes Dörfchen (siehe Video) und zog sich dann gemächtlich auf seine finalen 809 Meter. Einziges „Problem“: er hat keinen richtigen Gipfel, denn oben geht es auf rund 800 Metern wellig auf und ab, ehe er sich nach ein paar Kilometern entschließt, wieder ins Tal zu gleiten.

Dort oben traf ich dann auch meine ersten abanischen Rennradler, die auf ihren schmalen 25er Slicks im Alurenner aus Tirana hochgekurbelt waren. Und wie so oft gab es eine Verbindung nach Deutschland, denn einer von Ihnen arbeitet in einem Gasthaus in Sindelfingen und war nur zu Besuch in der Heimat. Es ist schon eine vielschichtige Geschichte mit Deutschland und Albanien.

Zum Rennradeln ist der Pass übrigens großartig, denn die Straße ist in besten Zustand, seit Eröffnung der Autobahn aber quasi nicht mehr befahren. Entsprechend entspannt raste ich ins Tal und stieß erst 15 Kilometer vor Tirana wieder auf Verkehr, als der hauptstädtische Speckgürtel begann. Der allerdings war wie üblich in nicht ganz so wohlhabenden Länder eher ein „Hungergürtel“.

Das anschließende Verkehrschaos in Tirana war mit nichts auf dieser Reise vergleichbar. Überall zugestaute Straßen, Gestank und wildes Gewusel, bei dem man als Radler schon eine gehörige Portion Frechheit braucht, um überhaupt durchzukommen. Doch das hab ich schon in Afrika gelernt: wenn ich darauf warte, dass mir jemand Platz machte, warte ich vergeblich. Erkämpfe ich mir meinen Platz jedoch ist alles gut, denn dann wird er mir auch zugestanden. Klingt für unsere Ohren gräßlich, ist aber in vielen Gegenden der Welt so. Hilf also nix, den Kopf zu schütteln oder zu meckern.

Tirana ist heißer, stickiger, lauter, chaotischer und wuseliger als alles andere, was ich in den letzten drei Wochen durchquert habe. Nun gut, etwa 600.000 der 2,8 Millionen Albaner leben in der Hauptstadt, da wirds natürlich eng und hektisch. Die Stadt hat ihren urbanen Reiz, denn das Leben hier ist komplett anders als in Städten wie Kukës oder Peshkopi, aber sie hat auch etwas anstrengendes.

Ich bin ja eh nicht so der Metropolenmensch (nehmen wir mal Buenos Aires raus, das fand ich auch als Metropole spannend), weshalb ich heute nach einem Tag in der städtische Hektik auch gleich mal beschlossen habe, dass es morgen noch eine 21. Etappe geben wird! Ziel ist Kavajë, eine eher unscheinbare Kleinstadt südlich von Durrës (50 km von Tirana), die zu kommunistischen Zeiten als Rebellenhochburg galt. Was das mit Fußball zu tun hat erzähl ich dann später.

Zum Fußballderby will ich an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren. Auch dazu gibt es ein je nach Standpunkt schreckliches oder „normales“ Video sowie die heute langsam durchgesickerte Info, dass im Gästeblock offenbar drei Sprengsätze versteckt waren, die per Fernzünder gezündet werden sollten. Weil die Polizei früh genug dahinterkam wurde die Katastrophe verhindert und es kam „nur“ zum Platzsturm. Selbst hier, wo doch einiges anders läuft als bei uns und man sich über manches nicht aufregt, ist man aktuell geschockt und empört.

HINWEIS: Über meine Albanien-Tour wird 2020 ein Buch erscheinen. Wer darüber informiert werden möchte schickt bitte eine Mail mit dem Betreff ALBANIEN an hallo at hardy-gruene.de. Muss nix weiteres drinstehen, der Betreff sagt mir alles. Und es kommt garantiert auch keine Flut von Mails sondern lediglich Hinweise, wenn es mit dem Buch konkreter wird. Das Werk wird im Zeitspiel Verlag erscheinen und vor allem über Direktvertrieb zu beziehen sein.

Aus alten Tagen

Tirana eben

Fanmarsch der Fanatics von Tirona

Volles Haus beim Tirana-Derby

Bitte nicht die hiesige Situation mit der in Deutschland vergleich. Geht nicht nur im der Fankultur nicht

Gemütliche Kollegenrunde nach dem Derby

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Tour de Shqipëria: Ziel erreicht!

Guten Morgen, liebe Radfahrgemeinde!

Was ein ungewöhnlicher Tag. Mein Rad steht neben mir am Bett, und es sieht müde und erleichtert aus. Ein bisschen wie ich, denn auch ich bin durchaus erleichtert, in Tirana angekommen zu sein. Zu einer Reise gehört eben immer auch das Ankommen (um dann wieder wegfahren zu können).

Gestern beim Fußballderby hier in Tirana (dazu ein paar optische Eindrücke auf Zeitspiel – Magazin für Fußball-Zeitgeschichte) genoss ich noch einmal die unschlagbare albanische Gastfreundschaft, und auch in den nächsten drei Tagen bis zur Rückkehr in die herbstliche Heimat werde ich noch einige Treffen haben, um mir vom Fußball, Albanien, Geschichte und Gegenwart sowie der albanischen Mentalität erzählen zu lassen. Ich darf jetzt schon sagen, dass ich reichlich Material für ein Buch über eine Reise habe, die mich an vielen Stellen sehr berührt hat. Und ich mich jetzt schon auf das Schreiben freue.

Einen Bericht zur gestrigen Etappe folgt im Laufe des Tages, und noch habe ich auch die Hoffnung nicht aufgegeben, fix mal nach Kavajë zu radeln, das ich eigentlich noch mitnehmen will. Es ist schlicht eine Zeitfrage, da auch Tirana viel Spannendes zu bieten hat – darunter die beiden BunkArt-Museen. Na, ihr werdet es erfahren.
An dieser Stelle auch schon mal ein Dankeschön für Likes und Kommentare, für Mitfahren und Teilen und natürlich für Unterstützung in vielfältiger Form. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, jeden Abend meine Gedanken und Erlebnisse ein wenig zu sortieren und in kompakter Form aufzuarbeiten. Irgendwie fühlte ich mich nie allein, denn ihr seid ja alle mitgeradelt.

Your hardy cyclist

HINWEIS: Über meine Albanien-Tour wird 2020 ein Buch erscheinen. Wer darüber informiert werden möchte schickt bitte eine Mail mit dem Betreff ALBANIEN an hallo at hardy-gruene.de. Muss nix weiteres drinstehen, der Betreff sagt mir alles. Und es kommt garantiert auch keine Flut von Mails sondern lediglich Hinweise, wenn es mit dem Buch konkreter wird. Das Werk wird im Zeitspiel Verlag erscheinen und vor allem über Direktvertrieb zu beziehen sein.

Tour de Shqipëria, Etappe 19

Etappe 19, Lushnja – Elbasan

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und trotzdem manchmal verliert. Ich hatte für meine heutige Etappe, der vorletzten der Tour de Shqipëria, diverse Routenmöglichkeiten. Über die große Überlandstraße wollte ich nicht, und so folgte ich einfach der Empfehlung, die mir die Komoot-App auswarf. Böser Fehler!

Nach knapp zehn Kilometern stand die erste Rampe vor mir. 16 Prozent, quasi aus dem Nichts und zudem völlig unverhofft. So ging es dann weiter. Wie auf Treppenstufen kletterte ich immer höher, wobei es sich stets um scharfe Stufen um die 14 bis 16 Prozent handelte. Und das ist nun mal die Schallmauer mit Gepäck, weshalb ich auch zweimal absteigen und schieben durfte. Ja, lacht nur über mich und spottet.

Das wirklich herzzerreißende ereignete sich nach dem letzten Anstieg, als Pumpe und Beine schon voller Vorfreude auf den Downhill waren. Plötzlich war die Straße nämlich weg. Stattdessen ein Schlachtfeld aus faustgroßen Steinen, über das es viel zu steil bergab ging. Völlig verdattert stand ich da, als ein Mercedes neben mir hielt und mich zwei junge Kerle spitzbübisch angrinsten und dabei auf die Piste zeigte. Immerhin, sie erzählten was von „tetëqind metër“, dann gäbe es wieder Asphalt. Machte zwar Hoffnung, half aber nicht direkt, denn angesichts de Trümmerfeldes zog ich es vor, erneut zu schieben – diesmal hinunter.

Das mit den „tetëqind metër“ – 800 Meter – war dann deutlich zu wohlwollend, denn der Steinfriedhof zog sich über gut zwei Kilometer. Dann aber tauchte tatsächlich wieder Asphalt auf. Uff!

Was blieb, waren die wilden Wellen, die hoch und runter durch eine sehr entspannte Seen-Landschaft und durch aus der Zeit gefallene Dörfer schwappten. Mit Belsh erreichte ich schließlich einen ausgesprochen hübsch am See liegenden Ort, dessen Anblick sehr einladend daherkam. Doch meine Richtung führte woanders hin, und 15 Kilometer vor dem Tageziel in Elbasan gab es dann gleich die nächste Mutprobe bzw. Frage. Auf einer schnurgeraden Piste weiter, bei der selbst Komoot sagte, es gäbe zwischenzeitlich nur noch einen Trampelpfad, oder außen herum durch dichten Verkehr und weitere kleine An- und Abstiege?

Wieder gewann der Wagemutige – und zahlte erneut die Rechnung. Gut zehn Kilometer Buckelpiste in unterschiedlichem aber grundsätzlich schlechten Zustand kosteten Zeit, Energie und Nerven. Bereut habe ich es trotzdem nicht, denn ursprünglicher als auf diesen zehn Kilometern werde ich Albanien wohl nicht mehr erleben können – und jetzt weiß ich auch, wo diese ganzen Eselkarren, die ich immer wieder sehe, eigentlich herkommen.

Wo ist die Piste geblieben?

Um 13 Uhr, und damit eine gute Stunde später als gedacht, erreichte ich schließlich Elbasan, das mich mit marktschreierischer Hektik empfing. Kaum hatte ich jedoch die alte Burg im Stadtzentrum aus römischen Tagen erreicht, schlug das Bild um. Plötzlich war es eine liebliche und zugleich moderne Stadt, die offenkundig gelassen mit Touristen umgeht und jene mit für Albanien ungewöhnlicher Eleganz empfing. Zugleich sah ich allerdings auch so viele Fast-Food-Restaurants wie nirgend zuvor seit meinem Reisestart. Irgendwie war es ein bisschen Komfortzonenidyll.

Der erste Mc Donald’s, den ich in Albanien sah!

Der Rest des Tages ging für Gespräche und neue Bekanntschaften drauf, was von einem grottenschlechten Fußballspiel begleitet wurden (was die Gastgeber auch noch verloren). In Sachen Gastfreundschaft ist der KF Elbasan jedenfalls erstklassig, während sportlich der erneute Abstieg in die 3. Liga droht. Dass es trotz supermodernen Stadion kaum jemand in Elbasan interessiert war dann schon eine bittere Erkenntnis, zumal einer meiner beiden Gesprächspartner 1992 mit Elbasan Pokalsieger geworden war, also wirklich von besseren Zeiten erzählen konnte. Später am Abend sah ich dann in den vielen Bars der Stadt haufenweise Fußballfans vor den Großildschirmen hocken und Bundesliga, Premier League sowie La Liga schauen. Tja, dem albanischen Fußball geht es nicht gut.

A propos: einer meiner Gesprächspartner beim morgigen Derby hat dann gleich mal ne kleine Story über den verrückten Radler aus Gjermania gemacht, die ihr Euch hier anschauen könnt. Falls die eigenen Albanischkenntnisse nicht reichen Text einfach in Google Translator kopieren und sich über die wilde Übersetzung freuen.

Für mich schloß sich in den heutigen Gesprächen jedenfalls so manche Lücke in meinem großen Puzzle „Albanien, der Fußball und das Leben überhaupt“, und langsam wird das Bild kompletter.

Tja, und morgen kommt nun der Tag, an dem das Abenteuer enden wird. Ein letzter Pass liegt noch vor mir, und nach Aussagen von Einheimischen kann der Krrabe-Pass zweifelsohne mit dem Llagorat mithalten, was mir durchaus Respekt verschafft. 700 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Irgendwann morgen jedenfalls wird meine kleine Albanien-Rundreise also da enden, wo sie am 8. September begann und ich darf langsam in den Pausenmodus schalten. Allerdings stehen in Tirana noch einige Begegnungen und Gespräche an, will ich noch ein wenig auf die Spuren der jüngeren Historie Albaniens gehen. Und dann sind da auch noch Kavajë und Durrës, die ich eigentlich noch auf meiner Reiseroute hatte. Wer weiß, vielleicht juckt es mich vor der Rückkehr in den deutschen Herbst ja doch noch mal, aufs Rad zu steigen 😆

HINWEIS: Über meine Albanien-Tour wird 2020 ein Buch erscheinen. Wer darüber informiert werden möchte schickt bitte eine Mail mit dem Betreff ALBANIEN an hallo at hardy-gruene.de. Muss nix weiteres drinstehen, der Betreff sagt mir alles. Und es kommt garantiert auch keine Flut von Mails sondern lediglich Hinweise, wenn es mit dem Buch konkreter wird. Das Werk wird im Zeitspiel Verlag erscheinen und vor allem über Direktvertrieb zu beziehen sein.

Endlich fand ich den Weg zu mir!

Elbasan

Tour de Shqipëria, Etappe 18

Etappe 18, Berat – Lushnja

Geschenkten Tagen schaut man nicht ins Maul, man nimmt sie, wie sie kommen. Meiner war voll, intensiv, vielschichtig und auch ein bisschen voller Überraschung.

Keine 16 Kilometer nach dem Start in Berat war ich am ersten Tagesziel angekommen: Kuçovë, unter Hoxhas Beinhartsozialisten Qyteti Stalin genannt, also Stalinstadt. So etwas gab es ja in den Bruderrepubliken überall. Allerdings war Albanien nun keine Bruderrepublik – man hatte ja sich, das langte -, und außerdem feierte man den Genossen mit der eisernen Faust auch noch, als die Stalin-Denkmäler überall sonst längst eingemottet worden waren.

Zum Beispiel in Eisenhüttenstadt, das einst ebenfalls Stalinstadt hieß. Nicht die einzige Gemeinsamkeit, denn das Stadion der Hüttenwerker beispielsweise sieht verdammt ähnlich nach dem Ground im albanischen Stalinstadt aus.

Kuçovë, Ex-Qyteti Stalin, verdankt seine Existenz übrigens den dortigen Ölfeldern. Im Grunde ist es ein Ölfeld mit Stadt. Überall sind die Bohranlagen zu sehen, sogar direkt neben dem Friedhof. Es gibt große Fördertürme, kleine Dinger, die Handpumpen erinnern und ein paar stillgelegte Arrangements. Allen gemeinsam ist die ökologische Katastrophe, denn der Boden ist offenkundig verseucht, und wie es sich in der ölgeschwängerten Luft leben lässt ist mir ein Rätsel. Ich werde nächste Woche in Tirana noch einen aus Kuçovë stammenden Journalisten treffen, der wird es mir dann wohl erzählen.

Das ganze Gebilde hat etwas bizarres – durch die überall pumpenden Pumpen – und etwas nostalgisch verlorenes. Direkt neben dem Stadion liegt beispielsweise eine riesige Industriebrache, die wie ein Fanal des Vergangenen fungiert. Und auf der palmenbestückten Paradestraße fuhr ein Uraltlaster und goß Blumen, erinnerten sich alte Männer in den Bars an alte Zeiten. Der Markt wiederum hatte etwas sehr afrikanisches, mit seinen wackeligen Holzbuden und den Plastikabdeckungen. Irgendwie liest sich Kuçovë wie ein Buch der jüngeren Geschichte Albaniens.

Das Kapitel Freundlichkeit übernahmen mit Kadri und Ilir die beiden guten Engel des heimischen Fußballklubs Naftetari, der in seinem Wappen übrigens einen Ölfördertum führt. Sie luden mich mit enormer Herzlichkeit ein und zeigten mir alles, wobei wir eine aus albanischen, italienischen und englischen Wörtern bestehende Sprache benutzten und viel lachten. Ich sags ja: Fußball ist eine großartige Weltsprache!

Danach war Schluss mit lustig. Vor die Wahl gestellt zwischen 30 Kilometer Umweg auf Asphalt oder direktem Weg mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit einer Schotterpiste votierte ich für die Schotterpiste. Und boy ey, die hatte es in sich. Gleich am Anfang warnte ein Bauer mit Uraltlaster, dass es hart würde. Er übertrieb keine Nuance. Das Terrain konnte locker mit der nordkenianische Lavawüste mithalten, zumal es wie in einer Achterbahn ständig hoch und runter ging. Ging, ja. Denn hoch kam ich auf dem Untergrund bei 12 + Steigungsgrad eigentlich nie, sondern musste schieben. Runter ging es dann nur auf den Pedalen stehend und die Bremsen stets im Anschlag haltend. Das ganze war zugleich ein großartiger Einblick in die albanische Gegenwart, denn Kleinbusverkehr lief trotz allem über die Rüppelpiste.

Dann kam wieder Asphalt, und bei nur noch 18 Kilometern bis zum Zielort Lushnje schmiedete ich schon ein paar schöne Entspannungspläne. Die zerbarsten acht Kilometer vor dem Ziel, als mein Hinterreifen plötzlich zu schwimmen begann und dann ganz die Luft verlor. Ich pumpte fix auf und schaffte es mit allerletzter Luft tatsächlich ins Stadtzentrum direkt vor die Türe meiner Unterkunft.

Dort war dann erstmal Werkstatt angesagt. Als ich den Mantel runter hatte fand ich ein kleines Steinchen darin, das wohl der Bösewicht war. Ein Loch im Schlauch konnte ich jedoch trotz größter Bemühungen nicht finden. Mir ein Rätsel, zumal auch der vor gut einer Woche ziemlich abrupt platte Vorderradschlauch selbst bei härtesten Prüfungen kein Loch erkennen lassen wollte. Habe ich mir eine rare Schlauchkrankeit eingefangen?

Zur Sicherheit erwarb ich einen weiteren Ersatzschlauch (meine beiden mitgebrachten laufen ja nun am Rad) aus albanischer Herkunft. Hoffen wir, das die letzten beiden Fahrtage pannenfrei bleiben…

Lushnja ist eine besondere Stadt. Sie ist quasi das Schalke Albaniens. Grimmig, industriellgeschichtlich und verrückt nach Fußball. Schon im Vorfeld hatte ich Kontakt geknüpft und wurde bereits von Xhimi und Erjon von der lokalen Ultragruppe Delegatët Lushnje erwartet. Wieder zeigte sich, dass die Idee, Fußball als Türöffner zu nehmen wunderbar war. Vom ersten Moment war der Kontakt da, und in meinem Notizbuch finden sich nun fast zehn dichtbeschriebene Seiten zu Lushnja, seinem Fußball und natürlich zu dem, wie das damals so war, als Mario Kempes nach Lushnja kam und das Team trainierte. Mehr dann im angekündigten Buch 😉

Zwei Fahrtage sind es noch bis Tirana, wobei am Sonntag nochmal ein 900-Höhenmeter-Pass ansteht. Morgen gehts nach Elbasan, und da hol ich mir um 16 Uhr dann auch endlich meinen albanischen Länderpunkt. Auch in dort bin ich bereits mit einem langjährigen Fan verabredet, mein Skizzierblock füllt sich also weiter.

Alsdann, bis morgen auf dieser Plattform und in diesem Theater auf der Tour de Shqipëria 2019!

HINWEIS: Über meine Albanien-Tour wird 2020 ein Buch erscheinen. Wer darüber informiert werden möchte schickt bitte eine Mail mit dem Betreff ALBANIEN an hallo at hardy-gruene.de. Muss nix weiteres drinstehen, der Betreff sagt mir alles. Und es kommt garantiert auch keine Flut von Mails sondern lediglich Hinweise, wenn es mit dem Buch konkreter wird. Das Werk wird im Zeitspiel Verlag erscheinen und vor allem über Direktvertrieb zu beziehen sein.

Tour de Shqipëria, Etappe 17

Etappe 17, Radhimë – Berat

Das muss man auch erstmal hinbekommen: Als ich in Ksamil am Pausentag meine weiteren Etappen plante, passte so gar nichts. Ständig fehlte mir ein Tag, denn am Samstag will ich pünktlich zum Fußball in Elbasan sein. Also habe ich getüftelt und fieberhaft geplant sowie Unterkunfte angefragt, ohne jedoch einen Kalender zu befragen. Nun komm ich heute nach Berat, und in der Unterkunft erzählen sie mir, sie hätten erst morgen mit mir gerechnet. Eine grobe Rechnung ergab dann in der Tat: jetzt hab ich plötzlich einen Tag übrig 😆. Hätte ich also durchaus noch ein paar zusätzliche Stunden am Meer und Strand verbringen können…

Zum Beispiel heute, als stattdessen eine 105 Kilometer-Etappe anstand, die mich von den touristischen Mittelmeerstränden direkt ins Landeszentrum nach Berat führte. Ich will gar nicht viele Worte verlieren, denn zum einen steht gleich ein kleines Meeting in Sachen lokaler Fusball an, zum anderen war es eine eher nüchterne Übergangsetappe auf entweder dichtbefahrenen oder ziemlich kaputten Straßen – manchmal sogar beides.

Deshalb gibt es heute vor allem Bilder (allerdings nur Handyfotos, die „guten“/richtigen sind in der Kamera, die gibts dann im Buch 😉), wobei ich die Eindrücke des Tages zumindest mal kurz zusammenfassen will:

Vlora war eine echt schöne Überraschung. Eine Stadt mit Mittelmeerflair, viel italienischem Baustil, befahrbaren Radwegen und einer sehr entspannten Atmosphäre.

Fiër war so ziemlich das Gegenteil. Eher hässlich, laut und chaotisch, mit einer Riesenbaustelle im Stadtzentrum und üppig viel Verkehr.

Berat scließlich ist eine von diesen Städten hier im Land, die mich kirre machen. Sie hat eine uralte Seite mit verwunschen schönen Gassen und Häusern, in denen sich die wohlbeleibten Touristen aus der Komfortzone rumtreiben und vor der sehr alte Omas um Almosen bitten. Und sie hat eine „Neustadt“ aus kommunistischen Zeiten, die zweckmäßig und weniger schön ist und in der sich die Männer in Bars die Zeit vertreiben. Noch habe ich meinen Frieden mit der Stadt nicht gemacht, mal schauen, wie es nach dem Abendessen aussieht.

Zwischen Fiër und Berat durchkurbelte ich eine ziemlich deprimierende Landschaft mit Ölfeldern und einem fast unerträglichen Gestank. Ich sag ja, war ein ganz normaler Übergangstag!

Mein plötzlich „überschüssiger“ Tag hat übrigens auch schon Verwendung gefunden, denn nun kann ich doch noch nach Lushnje, das ich schon hatte fallen lassen. Vorher gehts aber noch nach Kuçovë, lange bekannt als Qyteti Stalin, oder Stalinstadt. Es ist Albaniens Ölforderzentrum, ich bin also bereit für weitere olfaktorische Spezialgenüsse.

Und dann ist da noch dieser wunderbare Kontakthof Albanien. Eine Stunde, nachdem die den zusätzlichen Tag verplant hatte, hatte ich sowohl in Kuçova als auch Lushnja Fusballgesprächspartnet. Të dua, shqiperia! ❤

HINWEIS: Über meine Albanien-Tour wird 2020 ein Buch erscheinen. Wer darüber informiert werden möchte schickt bitte eine Mail mit dem Betreff ALBANIEN an hallo at hardy-gruene.de. Muss nix weiteres drinstehen, der Betreff sagt mir alles. Und es kommt garantiert auch keine Flut von Mails sondern lediglich Hinweise, wenn es mit dem Buch konkreter wird. Das Werk wird im Zeitspiel Verlag erscheinen und vor allem über Direktvertrieb zu beziehen sein.

Tour de Shqipëria, Etappe 16

Etappe 16, Himarë – Radhimë

Bevor ich euch alle zum Zustandsbericht nach der 16. Etappe überführe ein Wort in eigener Sache. In der Bar, in der ich gerade sitze, läuft unablässig UB40. Abgesehen davon, dass das Erinnerungen an eine längst verschüttete Liebe in England weckt (tja, da müsste man jetzt „Tour de Britain“ vom Autor dieser Zeilen gelesen haben 😂) ist das ungemein irritierend. Ich meine, dies hier ist Albanien. Land der Machos, der Blutrache, der wilden Berge. Und dann diese Pseudo-Rastas? Also ehrlich, Albanien, was soll das, was willst Du mir damit sagen? Und was machen meine mitwippenden Füße da eigentlich?

Aber das wollt ihr ja alles gar nicht hören, oder? Ihr wollt Geschichten vom Leiden und Leidenschaft, von Leben und Tod, von Helden, die die Berge bezwingen. Oder?

Also dann mal los. Der Tag begann mit einem Anstieg, der nicht enden wollte und der zu den wahnwitzigsten gehörte, die ich in diesem Leben gefahren bin. Und damit meine ich gar nicht den berühmten Llagora-Pass, der sich zwar als verdammt lang erwies, aber meistens moderat anstieg (moderat ist hier übrigens 9 bis 10 Prozent…), sondern die 20 Kilometer bis zum Fuß des Passes.

Raus aus dem Camping standen gleich die ersten Serpentinen an, die ich bald vermissen sollte. Denn kaum hatte ich die Hauptstraße nach Norden erreicht, war Schluss mit Serpteninen – aber nicht mit Anstiegen. Heftig wird es hier immer, wenn das Schild „10%“ auftaucht. Das steht offenbar für „supersteil“. Auf drei Kilometern fiel der Steigungsmesser jedenfalls nicht mehr unter 14 Prozent und biss sich meistens bei 16 Prozent fest. Für Nichtradler: bis 6 Prozent ist okay, bis 8 Prozent beißt, bis 10 Prozent schmerzt und alles darüber hinaus ist eigentlich nur noch Wahnsinn…

Ich kam also schon ziemlich „gestählt“ am Sockel des Llagora-Passes an, wo ich zwei junge Schweizer traf, die auf dem Weg Richtung Süden nach Saranda waren. Sie stöhnten über die Hitze und meinten, diese Berge würden sie verrückt machen. Schweizer! Berge! Verrückt machen!

Und dann ging es los, das Spektakel des Tages. Acht Kehren, die sich an den Berg krallten. Und aussahen, als seien sie von einem Bildhauer geformt worden. Bildschön!

Und tückisch schlau. Mit sechs Prozent ging es in die erste Kehre. Alles easy dachte ich. Und sah, wie die Temperatur auf der nächsten Gerade in ähnlichem Tempo wie meine Kurbelschläge hochging. 34 Grad, 35, 36, 37, 38 – es war wie in einem Backofen. An der nächsten Kehre hatte ich die Sonne dann im Rücken und spürte, wie sich sich grimmig lachend in meine Haut brannte.

Und jetzt zeigte der Pass auch sein wahres Gesicht. Mit 10 Prozent ging es schnurgerade eine nicht enden wollende Gerade hoch, schien der nächste Wendepunkt Lichtjahre entfernt zu sein. Kurbelschlag um Kurbelschlag kämpfte ich mich mit hochrotem Kopf weiter und fluchte innerlich über meinen Starsinn, so etwas fahren zu wollen.

Doch auch das ist der Llagora – er spürt, wenn man Hilfe braucht. Dann geht er mal kurz runter auf akzeptable Steigungswerte, lässt den Atem wieder fließen und die Motivation wieder hochkochen. A propos kochen: das tat ich inzwischen auch, und meine zwei Wasserflaschen leerten sich in besorgniserregendem Tempo. In der nächsten Kehre – immer ein Signal für eine kurze Trinkpause – hielt ich daher einfach mal die Flasche in den Autoverkehr und erregte damit sogleich das Interesse einer fröhlichen Reisegruppe mazedonischer Damen, die mich prompt mit frischem Naß versorgten. Es lebe das Leben!

Schöne Aussicht gab es auch!

Tja, und so ging es weiter. Höhenmeter um Höhenmeter, Kehre um Kehre. Irgendwann hatte ich die 1.000 Meter erreicht (gestartet war ich bei 0), wo das Landschaftsbild sehr karg wurde. Ein paar steilere Rampen noch, dann war das Restaurant auf dem Gipfel auch schon zu sehen und ich war tatsächlich angekommen.

Oben!

Unter dem großen Applaus einer irischen Reisegruppe übrigens , die fast zeitgleich auf Rennrädern aus der entgegengesetzten Richtung ankam und ihren berechtigten Stolz auf die eigene Leistung plötzlich in den Schatten gestellt sahen. Von der langsamsten Bergziege ever, also von mir. Aber keine Sorge: Ich hab die Iren gleich wieder in die Sonne gestellt und sie ihren eigenen Ruhm genießen lassen.

Rennradelnde Iren

Der Rest des Tages bestand weitestgehend aus Rollen. So kam ich nach Orikum, das schön am Meer liegt, ansonsten aber mit allerlei Bau-Skletten und Bettenburgen ziemlich uneinladend daherkam. Ich ließ mich also weiterrollen und fand schließlich einen netten Camping mit Bar in Radhimë, etwa 15 Kilometer vor Vlorë, in dem ich grad das wohl leckerste Essen meiner ganzen Reise genossen habe!

So sieht das übrigens aus, wenn Radler zelten

Eine Geschichte habe ich aber noch, und die geht wirklich um Leben und Tod. In einer der Kehren des Morgens kurbelte ich mich im Zeitlupentempo hoch, als von der Gegenrichtung ein Auto kam. Nun muss man wissen, dass Albaner (ich verallgemeinere jetzt) immer beim Autofahren telefonieren und Kurven immer schneiden. Genau das tat die Dame in nicht mehr ganz jungem Alter auch. Nur dass sie Kurve echt scharf schnitt. Und immer weiter schnitt, obwohl uns nur noch wenige Meter trennten. Ich sah mich schon auf die Motorhaube fliegen, als eine Kombination aus meiner Reaktion, ganz nach rechts zu ziehen und ihrer plötzlich Realisierung der Situation den Zusammenprall um Haaresbreite vermied. Danach stand ich mit pochendem Herzen und wütend fluchend am Straßenrand, während sie einfach weiterfuhr.

Bevor das jetzt falsch verstanden wird: das war die erste wirkliche gefährliche Situation meiner Reise, eigentlich fühle ich mich wohl mit Albaniens Autofahrern. Aber es war trotzdem eine extrem unschöne Begegnung.

Das solls gewesen sein, zumal das kleine UB40-Privatkonzert inzwischen auch vorbei ist und hier nun echte Schnulzen laufen. Lasst uns also Raki und Bier leeren und dem Körper die Ruhe für die morgige 17. Etappe geben. In diesem Sinne: gezúar!

Das großartige Team vom Camping Kranea bei Himanë

Zwei Wanderer aus Plauen und ein Radler aus Duderstadt

Das sind 16 Prozent

Sehr irritierend, überall in Albanien: wilde Müllkippen, selbst an den schönsten Orten.

Hinter dem Pass sah die Landschaft völlig anders aus.

Auch nett: mein heutiger Camping

Tour de Shqipëria, Etappe 15

Etappe 15, Ksamil – Himarë

Olala, was ne Nacht. Den gestrigen Vormittag konnte ich noch pausentagsgerecht am schönen Strand von Ksamil verbringen, doch schon am Nachmittag war Schluß mit Hochsommer, zog ein Hauch von Herbst ein. Der wurde dann gegen Abend zum Sturm, und mein Nachhauseweg vom Abendessen avancierte zum Schlitterkurs auf überspülten Straßen und über schmale Pfade voller plötzlich auftauchender Riesenpfützen.

Immerhin war die Entscheidung, statt Campingplatz eine feste Unterkunft zu suchen (die Wetter-App kündigte die unruhige Gesamtlage an) damit richtig gewesen, denn mit dem Zelt wäre ich vermutlich schlicht und einfach abgesoffen. In der Nacht krachte und blitzte es dann stundenlang, goss es wie aus Eimern, fiel der Strom aus, war so ein bisschen Endzeitstimmung.

Am Morgen war dann alles durch und meine Befürchtungen, ich müsse im Dauerregen in die 15. Etappe gehen bewahrheiteten sich nicht. Nass wurde ich trotzdem, denn zum einen ging es tüchtig hoch und runter, zum anderen war die Luft etwa so flüssigkeitsgesättigt wie ein zünftiges türkisches Bad. An jedem Anstieg tropfte es binnen Minuten förmlich aus mir raus und ich konnte gar nicht so schnell Wasser nachschütten, wie es aus mir rausströmte.

Symbolbild des Tagess

Saranda entpuppte sich hinter seiner Vorzeigekulisse als schicker Badeort als erschreckende, sorry, Müllhalde. Das sah schon sehr trist aus, und auf dem Hinweg hatte ich kurz vor der Stadt ja auch erstmals eine echte Shantytown mit wackeligen Wellblechhütten gesehen. Albanien hat hier, wo die Touristen deutlich zahlreicher als im Norden sind, mindestens zwei Gesichter.

Keine historischen Ausgrabungsstätten – die Rückseite von Saranda

Danach ging es in den ersten von insgesamt vier echten Anstiegen (die kleinen Huppel von 100 Höhenmetern oder so lasse ich mal wegfallen, obwohl gerade die irgendwann in die Beine gingen). 1.200 Höhenmeter auf 70 Kilometer standen am Ende in der Buchführung – der Höhenmeterteufel räkelte also glücksbesoffen in der Ecke, als ich nach 4:11:00 Feierabend machte.

Albanien ist wirklich ein unglaublich bergiges Land. Das macht aber auch seine Schönheit aus. So auch hier, denn die Wellenlandschaft zog sich entlang der Mittelmeerküste und war an vielen Stellen schlicht atemraubend schön. Das dachten wohl auch noch andere Radreisende und überhaupt Touristen. Nachdem ich bislang überhaupt erst vier Radreisende getroffen hatte waren es heute gleich deren 9, die aber witzigerweise alle in die andere Richtung unterwegs waren.

Meine grobe Richtung ist Tirana, wo die Unwetter letzte Nacht offenbar noch viel wilder gewütet haben. Nach Erdbebenwelle nur Überflutungen ach, Albanien.

277 Kilometer zeigte das Schild in Sarada zur Hauptstadt. Das wirkte vedammt übersichtlich, und inzwischen ist die Strecke sogar auf 238 Kilometer geschrumpft. Normalerweise würde ich sagen: zwei ambitionierte Tagestouren, dann bin ich da. Aber das hier ist Albanien. Da sind es dann eher vier Tage mit sicher nochmal 4.000 Höhenmetern. Zumal ich ja auch noch was sehen will (u.a. Berat und Elbasan) und so etwas wie direkte Verbindungen hier selten sind.

1.500 davon stehen morgen an – und zwar auf ziemlich genau 60 Kilometern. Auf dem Speiseplan liegt mit dem Llagara-Paß Albaniens vielleicht berühmtester Radelpaß, der von 130 Metern auf 1.020 hochgeht. Immer mit Blick aufs Meer übrigens. Na, das wird ein Spaß!

Für heute habe ich einen herrlichen Camping ein paar Kilometer nördlich vom (mir viel zu quirligen) Himarë gefunden, der fest in deutscher Hand ist. Nahezu ausnahmslos Wohnmobilisten bis auf eine Mutter mit ihrem Sohn aus Plauen, die sich trampend und mit Bussen fortbewegen. Auch ne Art zu reisen!

Wegweiser aus den „alten“ Zeiten.