Monat: Februar 2014

Bilder- und Videoabend Tour d’Afrique in Hamburg-Bergedorf

Hallo Hamburg!

Kommenden Donnerstag (27. Februar) gastiere ich mit dem Bilder- und Videoabend „Tour d’Afrique – Jenseits der Komfortzone“ bei Fahrrad XXL/Marcks in Bergedorf (Curslacker Neuer Deich 38). Um 19 Uhr geht es los – bei freiem Eintritt!

http://www.fahrrad-xxl.de/news-events/veranstaltung-marcks-tour-dafrique/

Vom Abenteuer „Fliegen mit dem Fahrrad“

So ein kleiner Abenteuertrip mit dem Rad über die Anden kann einen schon mal zum Wahnsinn treiben. Und das sogar vor seinem eigentlichen Beginn! Die Frage, wie ich mein Fahrrad und mich zum Start von The Andes Trail am 1. August in die ecuadorianische Hauptstadt Quito bekommen würde, raubte mir jedenfalls wochenlang förmlich den Verstand. Wie immer ich sie auch drehte oder wendete – irgendwo war stets ein Haken. Über Houston zu fliegen hieß, die gesamte US-Immigration durchlaufen zu dürfen – mit vollem Gepäck und einem unhandlichen Fahrradkarton zweifelsohne kein Vergnügen. Über Bogota barg die nicht zu beantwortende Frage, ob die für die Strecke Bogota – Quito zuständige kolumbianische Fluggesellschaft ein Fahrrad als Sondergepäck denn auch wirklich akzeptieren würde. Andere Gesellschaften boten zwar Lösungen, schrieben dann aber Flugzeiten von 25 bis 33 Stunden mitsamt zweimal Umsteigen aus. Und mein großer Favorit, bei dem Preis, Flugzeit, Verbindungen und Fahrradtransport passten, kassierte in den einschlägigen Foren derart überwältigend harsche Urteile, das selbst ich, normalerweise nicht so zugänglich für öffentliches Genöle von Ewigmeckerern, stutzig wurde.

Seit heute morgen ist nun – zumindest auf dem Papier – endlich alles klar, heißt die Gesellschaft meines Vertrauens Iberia, bin ich für den 19. Juli mitsamt Fahrrad auf dem Flug nach Quito gebucht. Erleichternd, dass die Damen an der Iberia-Hotline dann auch prompt das nahezu einstimmig vernichtende „unfreundlich“-Urteil der weltweiten Internetgemeinde mit Bravour widerlegten und mir geduldig und kompetent erfolgreich halfen, nicht nur mich sondern auch mein Fahrrad auf den Flieger zu buchen. ¡Muchas gracias!

Hablo Español con gusto!

Hablo Español con gusto!

Ansonsten laufen meine Vorbereitungen für The Andes Trail inzwischen auf mehreren Ebenen auf Hochtouren. Nachdem der Flieger gebucht ist, folgt als nächster Schritt die Buchung eines Sprachkurses in Quito, denn ich will die wegen der Höhenakklimatisierung nötige frühe Anreise dazu nutzen, in einem eins-zu-eins-Sprachkurs meine Fähigkeiten im Spanischen zu verbessern. So bin ich dann hoffentlich auf den 11.000 Kilometern bis Ushuaia auch in der Lage, schöne Geschichten von unterwegs mitzubringen und in fröhliche Dialoge mit Land und Leuten zu treten.¡Espero que así sea!

Auch die Frage nach dem passenden Gefährt steht vor ihrer Lösung. Wie in Afrika werde ich auch in Südamerika mit einem Crosser unterwegs sein, darf also auf den Schotter- und Wellblechpisten erneut meine Leidensfähigkeit testen. Die fehlende Federung will ich erneut durch unterschiedlichen Reifenluftdruck ausgleichen, doch statt der um den Lenker gebundenen Socken, wie ich sie Afrika mitunter fuhr, werde ich diesmal ein zusätzliches Lenkerband an Bord haben. Für die unterschiedlichen Reifentypen habe ich inzwischen mit Schwalbe einen, wie es so schön heißt, „kompetenten Partner“ (und Sponsor) an meiner Seite. Darüber freue ich mich außerordentlich, denn zum einen haben Schwalbe-Reifen mich schon in Afrika nahezu pannenfrei über alle möglichen Pisten getragen und wären ohnehin meine erste Wahl gewesen, zum anderen bot man mir nach einem Bilder- und Videoabend, bei dem ein Schwalbe-Mitarbeiter anwesend war, von sich aus seine Unterstützung an und knüpfte diese an keinerlei Bedingungen. Demnächst mehr über meine Reifenwahl und das warum und wieso.

Noch so ein bisschen im Schlummer befindet sich meine Radelform. Es ist einfach noch zu früh, der Winter trotz vielfacher Frühlingsatmosphäre zu ungemütlich und die weihnachtliche Trägheit längst nicht komplett aus den Ärmeln geschüttelt. Immerhin nutze ich den Winter und seine Wetterlaunen, um gelegentlich unter erschwerten Bedingungen zu üben. Letzten Montag beispielsweise herrschte hier ein derart rüder und zorniger Ostwind, dass sich ein klein bisschen Patagonien simulieren ließ. Im Vergleich zu den fast fünf Wochen, über die mir dann aber in Patagonen wirklich heftige Seiten- und Gegenwinde drohen, war das freilich nur kleiner Vorgeschmack, der dennoch erste Vorstellungen zuließ – wann macht man sonst auch schon mal freiwillig eine Ausfahrt, wenn draußen die Stürme herrschen? Fünf Wochen jeden Tag mit/gegen den Wind zu fahren, bleibt aber unvorstellbar.

Winterpause

Winterpause

Der größte Vorbereitungsschwerpunkt liegt noch immer in der Theorie. Inzwischen habe ich den zweiten Spanisch-Intensivkurs hinter mir und bin bereits in der Lage, halbwegs verständlich auf Spanisch zu parlieren sowie mich durch spanischsprachige Webseiten von Flugunternehmen (s.o.) zu navigieren. Und auch die andere Bildungsbaustelle in meinem Kopf nimmt allmählich Konturen an. Im Vergleich zu Afrika ist mir Südamerika nämlich bislang nicht so vertraut. Allmählich aber bekomme ich eine Ahnung von dem reichhaltigen Inka-Erbe, das uns überall begegnen wird, lasse mich regelmäßig von den sehr straffen, hierarchischen und rüden Strukturen der alten Inkas schocken und bin zunehmend neugierig auf diese verzaubernden Landschaften, die auf den Fotos so grandios ausschauen. Bleibt noch der Respekt vor der Höhe, denn die ersten zweieinhalb Monate werden wir überwiegend zwischen 2.000 und 4.500 Metern kurbeln. Der höchste Pass wird unvorstellbare 4.800 Meter aufweisen – vergleichbar mit dem Mont Blanc, der mit 4.810 Metern Europas höchster Gipfel ist. Wie sich das anfühlen wird? keine Ahnung, so hoch war ich noch nie zuvor!

Mein grober Fahrplan steht jedenfalls. Ab März geht es ernsthaft an die Radelform, im Mai steht ein kleines Trainingslager in den Alpen an und am 19. Juli startet dann der Flieger gen Abenteuer Anden. Ach, und wenn wir schon bei Terminen sind: am 27. Februar 2014 gastierte ich mit dem Bilder- und Videoabend „Jenseits der Komfortzone – Tour d’Afrique“ bei Fahrrad XXL in Hamburg-Bergedorf. Los geht’s um 19 Uhr, und vielleicht sehen wir uns ja dort?

Auch für den Bilder- und Videoabend über The Andes Trail gibt es übrigens bereits einen ersten Termin! Der liegt allerdings naturgemäß noch ein wenig in der Zukunft: am Wochenende 23./24. Januar 2016 werde ich mit meinen Impressionen aus Südamerika beim Göttinger Fernwehfestival am Start sein.

Spannende - und weniger spannende ;-) - Literatur.

Spannende – und weniger spannende 😉 – Literatur.