Monat: April 2011

Abenteuer Fußball

Darf ich heute mal mit Fußball anfangen? Ich habe gestern Abend nämlich eines der bizarrsten, langweiligsten, längsten, witzigsten und traurigsten Fußballspiele meines Lebens gesehen. Und das kam so: in der deutschsprachigen namibischen Tageszeitung „Allgemeine Zeitung“ vom Montag erblickte ich nicht nur eine aktuelle Bundesligatabelle, sondern auch die Begegnungen für den nächsten Spieltag der nambischen Premierleague. Und siehe da: am Dienstagabend um 18 Uhr war in Windhoek das Katuta-Derby zwischen Black Africa und Orlando Pirates angesetzt. Da wir tags darauf einen Pausentag hatten, war die Terminierung natürlich ideal, und flugs hatte sich eine kleine Gruppe gebildet, die den Ausflug in die nambische Erstligawelt organisierte.

Zur Sicherheit checkte ich die Anstoßzeit noch einmal auf der offiziellen Black-Africa-Homepage und fand heraus, dass Kick-off bereits um 17 Uhr sein würde. Nach einem langen Radeltag bedeutete das für uns ein klein bisschen Hektik, doch um 16.15 Uhr saßen wir endlich in einem Taxi, um einmal quer durch Windhoek zum Sam Umjoma-Stadion zu fahren. Nach einer halben Stunde waren wir schließlich angekommen, doch irgendwie wirkte dort alles gespenstig leer. Und tatsächlich: die Kassen waren geschlossen, unsere Frage, was mit dem Spiel sei, wurde achselzuckend beantwortet und nach vielem suchen und fragen fanden wir schließlich heraus, dass wohl erst um 20 Uhr angepfiffen würde. Also zurück ins Windhoeker Stadtzentrum, ein bisschen bummeln und essen, ehe wir uns erneut auf den Weg ins Stadion machten. Schon von weitem waren die erstrahlenden Flutlichter zu sehen, und auch wenn im Stadionumfeld nicht wirklich die Hölle los war, freuten wir uns alle auf unseren namibischen Länderpunkt. Ich wurde das erste Mal stutzig, als auf unserer Eintrittskarte (20 N$ = 2,10 Euro) ein Stempel des „Civics FC“ aufgedrückt war. Na ja, vielleicht geben die einfach für alle Spiele dieselben Karten aus, dachte ich bei mir und marschierte ins ziemlich leere Stadion. Ich hatte ja nicht viele Zuschauer erwartet – Namibia ist nun wirklich kein Fußball-Land – aber beim Duell zweier Rivalen und landesweit populären Klubs…

Nachdem die Mannschaften zum Aufwärmen das Spielfeld betreten hatten, schwante mir das ganze Debakel. Das eine Team in West-Ham-like Claret and Blue, das andere ganz in Blau – Black Africa hingegen trägt Rot-Schwarz, die Pirates Schwarz. War das überhaupt das Spiel, das wir sehen wollten? Nein, es war es nicht! „Das ist am Samstag um 8“ teilte mir ein Offizieller auf Nachfrage freundlich mit, und wir seien beim Premier-League-Duell zwischen dem Civic FC und dem Tigers FC. Beim falschen Spiel gelandet zu sein, das war mir durchaus erfahrenem Groundhopper nie zuvor passiert – und nun hatte ich auch noch vier zwar neugierige aber nicht wirklich fußballerfahrene Kollegen an meiner Seite, die ich mit „the biggest match that Nambibas football has to offer“ geködert hatte. Aber wir hatten unseren Spaß! Die Handvoll Zuschauer (ich zählte exakt 52, bei einem Erstligaspiel!) hatten wir rasch kennengelernt, und so war das Gelächter auf der Bühne bald groß. Weil die meisten Zuschauer mit den Tigers hielten, und auch der einzige „Fan“ im weiten Rund die blau-weißen Farben trug, unterstützten auch wir die Blauen und wurden durch einen 3:0-Sieg belohnt. Nur Patrick, unser holländischer Hooligan, war traurig – der hatte sich nämlich für die Civics entschieden. „Weil der Torwart Orange trägt“´. Tja, Patrick, mit Orange bist Du halt immer auf der Seite der Verlierer!

Ja, wir sind in Windhoek. Nach schlappen 851 Kilometern in fünf Tagen. Oder 170 Kilometern täglich. Und wir gehen kräftemäßig alle auf dem Zahnfleisch. Gestern fragte ich einen unserer stärksten Racer, wie viele Kilometer es noch bis Cape Town seien, und er guckte mich mit müdem Blick an und meinte „too many, man, too many“.

In dieser Woche fielen die Rekorde reihenweise. Vom Mannschaftszeitfahren und meinem Geschwindigkeitsrekord hatte ich schon berichtet. Tags darauf stand mit 207 Kilometern die längste Tagesetappe an. Und wie es der Teufel wollte, erwischten wir ausgerechnet an diesem Tag das bislang schlechteste Wetter. Gewitter über Gewitter fegte über uns nieder. Fingerdicke Hagelkörner, stürmischer Gegenwind und „ergiebige Regenfälle“ – das war alles andere als ein Spaß. Schon nach zehn Kilometern ging es los, und da die Temperaturen im Gewitter schlagartig runtergingen, schlotterten wir in unserer durchnässten Kleidung vor uns hin und hofften auf wärmenden Sonnenschein. Irgendwann bildete sich dann ein mächtiges Peloton von mehr als 30 Fahrern, das mit einer hohen Reisegeschwindigkeit über die Straße preschte und zumindest die Zahl der noch zu absolvierenden Kilometer rasch reduzierte.

Beim Lunch gelang es mir, ein trockenes Radelshirt zu leihen, und als kurz danach tatsächlich die Sonne rauskam, schien alles gut zu werden. Exakt nach 100 Kilometern brach jedoch erneut die Hölle los. Ich war alleine unterwegs, als das Gewitter mich erwischte und der heftige Gegenwind mein Durchschnittstempo schlagartig von rund 30 auf unter 15 km/h drückte. Dazu prasselnder Regen, der irgendwann in Hagel überging – ich hätt heulen können. Mühevoll schleppte ich mich zur einzigen Tankstelle auf den 207 Kilometern, in der sich das halbe TdA-Fahrerfeld versammelt hatte und auf das Ende des Gewitters wartete. Als es endlich durch war, beruhigte sich das Wetter zwar, doch der Wind blies weiter aus der falschen Richtung und es wurde ein mühsamer Kampf gegen das Tachometer. Bei 150 Kilometer fand ich schließlich wieder eine Gruppe anderer Radler, mit denen ich im Peloton weiterfahren konnte, nachdem ich mich bis dahin alleine gegen den Wind gekämpft hatte. Irgendwann waren wir dann endlich an der botswanisch-nambischen Grenze, ließen zum neunten Mal auf unserem Trip die Zollformalitäten über uns ergehen und enterten Namibia. Ganze 500 Meter waren es dort noch bis zu unserem Camp, das offenbar auch heftige Regenfälle hinter sich hatte. Die Zufahrtswege hatten sich in kleine Seen verwandelt, und die Plätze für die Zelte waren tückische Wasserlöcher. Die letzte Hiobsbotschaft des Tages brachte das Riders Meeting, auf dem uns verkündet wurde, dass Namibias Zeit eine Stunde früher ist und wir daher ab dem nächsten Morgen bereits um 5:15 Uhr frühstücken würden – das hieß, um 4 Uhr aufstehen. Gute Nacht…

Für mich gehörten die letzten beiden Wochen zu den schwersten auf der gesamten Tour. Körperlich waren sie kein Problem – es war fast immer flach. Aber die Länge der täglichen Etappen im Zusammenspiel mit der Eintönigkeit der ewig langen und gleichen Straße, der menschen- und tierlosen Savanne rechts und links und der fehlenden Ortschaften über teilweise hunderte von Kilometern hat mich schwer gefordert. Irgendwann konnte ich diese endlose Straße einfach nicht mehr sehen. Wann immer mich ein LKW überholte, konnte ich ihn zehn Minuten später immer noch am Horizont sehen und wusste, was auf mich zukommt…

Und nun Namibia. Bin ich noch in Afrika? Die Bürgersteige gefegt. Die Autos blitzblank und hochmodern. Die Shoppingmalls größer als alles, was ich aus Deutschland kenne. Weiße überall. Ein Sprachgemisch aus Englisch, Afrikaans, Deutsch und einheimischen Sprachen. Ein aufmerksamer Service in den Cafes und Restaurants. Überall Verbots- und Warnschilder, was man zu tun und zu lassen hat (immerhin: auf dem Campingplatz von Windhoek gibt es KEINE Müllabgabezeiten – das scheint dann doch noch immer eine deutsche Domäne zu sein!). Waren unsere Grenzübergänge seit Ägypten stets schon Sprünge in ein „anderes Afrika“, so war dies ein Quantensprung. Erst wenn man genau hinguckt, findet man das Afrika, was ich auf rund 10.000 Kilometern kennen- und liebengelernt habe. Unser Trip zum oben erwähnten Fußballmatch zum Beispiel führte uns nach Katuta und damit in eines der größten Townships von Windhoek. Und was ein Unterschied zu den glitzernden Shoppingparadiesen! Blechhütten, Open-air-Küchen, freilaufende Hunde, Sandpisten ohne Gehwege – Afrika eben!

Was ich außerdem wahrnehme, ich ein spürbarer Rassismus. Als wir in der Rezeption unseres Campings nach dem Weg zum Stadion fragten, teile man uns mit ernsthafter Stimme mit, das wir da auf keinen Fall hinfahren sollten. Das sei total gefährlich, da da nur Afrikaner wohnen würden und man als Weißer da nicht sicher sei (die Rezeptionistin war übrigens selber eine Schwarze). Der Hammer aber ist mein Nachbar hier auf dem Campingplatz. Ein Deutscher, der mit einem Jeep unterwegs ist und sich als übelster Rassist entpuppte, wie ich ihn in Deutschland schon lange nicht mehr getroffen habe. Gestern meinte er schon, mich darauf hinweisen zu müssen, Fahrradfahren in Afrika sei gefährlich. Wegen der Autofahrer. „Die Weißen können ja alle fahren, aber die Schwarzen sind doch rücksichtslos“. Aha, dachte ich mir, doch er legte noch einen drauf und meinte mit warnender Stimme: „Gehen sie nicht auf den Markt (nach dem ich ihn gefragt habe), da ist das richtige Afrika!“ Als ich entgegnete, ich sei aber doch schließlich hier, um das „richtige Afrika“ zu sehen, drehte er sich kopfschüttelnd weg und brummte „das ist alles viel zu gefährlich“. Heute nun kam er und meinte mich warnen zu müssen, „keine von den Schwarzen“ auf mein Campingterrain zu lassen. Da platzte mir dann doch der Kragen, und als ich ihn mit den Worten, ich sei nicht nach Afrika gekommen, um mir seinen rassistischen Scheiß anzuhören, von meinem Platz verwies, legte er erst richtig los und brachte in einem nicht zitierfähigen weiteren Satz bestimmt 15 Mal das Wort „Neger“ unter.

So long, liebe Leute. Habt Dank für Eure rege Kommentartätigkeit (@Hardy: erstaunlich, wie unterschiedlich man die Strecke in Botswana empfinden kann, und das mit den Elefanten…, @Sauer: ich hoffe, Stinke-Stanko hat keine Bude gemacht und sackt die Meisterschaft mit der Zweiten bald ein. Mit der Ersten helfe ich dann auch wieder mit! Nur der RSV!, @Volker: die Hoffnung stirbt zuletzt. Letzter Spieltag: Rovers at Colchester, Walsall at Southampton. Aber: Obacht vor Plymouth!). Für uns geht es nun acht Tage lang zurück auf off-road-Pisten (die fetten Nobbies sind schon drauf auf meinem ebenfalls müden Focus Crosser), und dann steht der letzte Grenzübertritt an. Das Ziel ist nahe, und so sehr ich diesen Trip hier genieße, so sehr freue ich mich auch darauf, nicht mehr jeden morgen um 4 aufzustehen, mein Zelt einzutüten und von A nach B zu pedalen.

Take care, Euer hardy cyclist

ENGLISH: Arrived at Windhoek, Namibia after 851 kilometer in only five days. Highlights of the weeks were a team time trial (the German team came in fourth) and the longest stage of the whole tour – 207 kilometer to the botswanian-namibian border. On that day we had also very bad weather with thunderstorms, rain, hail and all that. Not really enjoyable, but we made it! I’m a bit tired after this very long stages in a rather boring landscape. The roads seem to go forever straight and there is nothing left or right from the roads. No villages, no coke-stops, no people, not animals – nothing but nothing. Hit off-road from tomorrow again as we go to Soussousvlie for the big dunes there. Nambia is by far the most modern and westernized country so far, and it’s a bit strange, that everything works so smoothly. After months of saying “that’s africa” its even kind of difficult to get used to a western living style again.

Went off to see a match of the Namibian Premier League yesterday. But that turned out a bit chaotic in the end. While the official webside of the Black Africa FC stated the match vs. Orlando Pirates would be kicked off 17.00 o’clock, there was nobody at that time at the stadium. Instead, we were told that kick of is only at 8. So we came back three hours later only to discover that even a different game is taking place. Instead of Black Africa vs. Orlando Pirates, the biggest match Namibia has to offer, Civics were playing Tigers. Together with exactly 52 people we watched Tigers win 3:0, but I must admit, I was a bit disappointed as it was nothing but boring.

Keep hope alive, if you are a Gashead, et belle operation Guingampaise avec les larges victoires à Alfortville et contre Créteil. Hereux que l’equipe a retrouver direction L2 !

Alloa he, and all the best from your hardy cyclist !

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Eilmeldung: Deutsches Team im Mannschaftszeitfahren Vierter

(Ghanzi, Botswana/gid) Beim heutigen Mannschaftszeitfahren der Tour d’Afrique hat das deutsche Team knapp einen Podiumsplatz verpasst. Die Viermannschaft, bestehend aus Jörg Hartmann, Dennis Kippardt, Horst Schlenker und Hardy Grüne, benötigte für die 40 Kilometerstrecke nördlich der botswanischen Kalahari 1:03 Stunden und wurde damit hinter den Teams aus den Niederlanden (0:57), Kanada und den USA (jeweils 1:01) Vierter.
Im als „Deutsche Bahn“ angetretenen Team herrschte dennoch
Zufriedenheit mit dem Abschneiden. Hardy Grüne meinte nach Überquerung der Ziellinie sogar: „das waren die schnellsten 40 Kilometer meines Lebens“.
Die Tour d’Afrique wird morgen mit einer 207 Kilometeretappe bis an die namibische Grenze fortgesetzt. Es ist die längste Einzeletappe des viermonatigen Rennens.

720 Kilometer durch das Nichts

 
SORRY, diesmal Start mit einem Bilderbuch. Irgendwas funktioniert nicht richtig, und ich finde nicht heraus, was… So long!
 
 
Unsere Richtungsanweisungen für diese Woche waren recht übersichtlich. Von Livingstone ging es zunächst über rund 80 Kilometer geradeaus bis nach Kazungula an die Grenze zu Botswana. Anschließend standen 359 schnurgerade Kilometer bis nach Nata an, ehe wir rechts abbogen … und weitere 306 Kilometer – natürlich ebenfalls geradeaus – bis nach Maun runterstrampelten.

745 Kilometer, und ganze zweimal abgebogen…

Und ich kann Euch sagen: es war grottenlangweilig. Patrick, unserer holländischer Hooligan (PSV-Fan), kletterte am dritten Tag nach dem Lunch sogar auf den Truck, weil er Angst hatte, „auf dem Fahrrad einzuschlafen“. Mir ging es am fünften Tag kaum besser, denn die 136 Kilometer-Tagesetappe bis nach Maun erschien mir wie die längste meines Lebens. Sie wollte und wollte einfach nicht enden, und die Kilometer zogen sich wahrlich wie Kaugummi. Das Problem war vor allem ein mentales. Ich hatte zwar noch genügend Kraft und Energie für ein paar Sprints, und ich wäre wohl auch noch so ziemlich jeden Berg hochgekommen. Geistig aber war ich hundemüde und musste mich immer wieder treten, um weiterzutreten. „Unterhalten“ wurde ich lediglich durch die insgesamt vier Reifenpannen, die an diesem besch…. Tag hatte – die letzte zwei Kilometer vor dem Camp.

Neben dieser sich endlos am Horizont erstreckenden schnurgeraden Straße ist das Problem, dass man eigentlich ständig pedalen muss. Im hügeligen Gelände sind es die Abfahrten, auf denen man sich zwischendurch etwas erholen kann. Auf einer Geraden geht das nicht. Pedalt man nicht mit stoischer Konstanz, wird man sofort langsamer, und es dauert noch länger, bis das Ziel erreicht ist. Also heißt es, pedalen, pedalen, pedalen. Bei Tagesetappen von bis zu 182 Kilometern eine recht mühselige Angelegenheit, zumal der Asphalt hier in Botswana sehr rau ist und zusätzlich Kraft kostet. Ich wage sogar zu behaupten, dass ich auf den 182 Flachkilometern in Botswana mehr Energie verbraucht habe, als auf den 182 Kilometern im hügeligen Gelände letzte Woche in Sambia.

Die Langweile wird verstärkt, weil man quasi kaum Lebewesen begegnet und es nur wenig Abwechslung gibt. Die Menschen, die ich auf den 745 Kilometern sah, kann ich an zwei Hände abzählen. Und neben Nata gab es mit Gweta lediglich noch einen weiteren Ort, der eine Unterbrechung in Form eines „Coke-Stops“ bot. Ansonsten: Leere, Weite, Einöde, Langeweile. Savanne eben.

Dabei hatten sie uns vorher die Münder in Sachen Elefanten wässrig gemacht! Im ersten Camp auf botswanischem Boden referierten sogar zwei eigens von der TdA engagierte Experten über das angemessene Verhalten bei einer Begegnung mit einem Elefanten („immer mindestens 100 Meter Abstand halten“) bzw. Löwen („auf keinen Fall schnell in die Pedale treten. Alles, was sich schnell bewegt, weckt den Jagdinstinkt“). Es hörte sich an, als seien Elefanten herdenweise auf der Straße unterwegs und die Racer unter uns machten sich schon Sorgen um ihre Zeiten, weil sie befürchteten, wegen der Dickhäuter ständig anhalten zu müssen. Am Ende des Tages waren dann alle etwas enttäuscht, als sich keiner der tatsächlich zahlreich in der Gegend lebenden Elefanten hatte blicken lassen (von Löwen gar nicht zu sprechen). Aber es ist Regenzeit, und die Dickhäuter finden halt überall Wasserstellen, weshalb sie den Fernhighway zwischen Kasungu und Maun meiden.

Was wir statt dessen sahen, waren ein Haufen weißer Luxustouristen. Botswana hat auf Edeltourismus gesetzt, was nicht nur viele Tourismusgruppen ins Land bringen, sondern auch rasch an unseren Geldbörsen zu spüren war. In Nata, einem staubigen Verkehrsknotenpunkt inmitten des Nichts, residierten wir in einem wirklich hochklassigen Ressort mitsamt Swimmingpool und warmen Duschen (seit Kairo nicht mehr erlebt), das stolze 110 Dollar pro Nase für eine Nacht in einer Blockhütte verlangte. Das konnte mir eingefleischtem Camper ja noch egal sein (die TdA stellt jedem Teilnehmer im Camp einen Zeltplatz zur Verfügung, wer ein Hotel will, muss das selbst buchen und bezahlen), doch die umgerechnet 1,20 Euro, die ich für einen halben Liter schlichtes Wasser bezahlte, empfang ich als ganz schön happig.

Nach Botswana zu kommen, war ein Abenteuer für sich. Kazungula heißt das Örtchen auf der sambischen Seite, das als Hafen-und Grenzstadt dient. Wobei sowohl „Hafen“ als auch „Stadt“ nicht die üblichen Assoziationen aufkommen lassen sollten. Beim Hafen handelte es sich um eine kleine Bucht mit notdürftig hergerichteten Molen sowie einer kleinen Grenzstation, und die „Stadt“ bestand aus einer Handvoll Hütten, vor denen jede Menge LKW warteten, die die Fähre benutzen wollten. Seit Robert Mugabe in Simbabwe die Durchfahrtsgebühren für LKW ins Unermessliche getrieben hat, ist es für die Unternehmen billiger, ihre Fahrer ein paar Tage an der Grenze warten zu lassen. Kazungulas Handel blüht entsprechend (und, wenn ich die Gestalten neben der Straße richtig gedeutet habe, die Prostitution sowie Geldwechsler)

Die Fähre selber war ein Abenteuer. Ein rumpeliges und rostiges Stückchen Blech mit einem ölspuckenden Motor, dessen Laufzeit ich besser nicht wissen möchte. Zwei LKW oder vier PKW passen jeweils drauf, dann ist sie voll und nimmt ihren zehnminütigen Weg zwischen Sambia und Botswana auf. Zu beobachten, wie die aus Botswana kommenden Fahrzeuge die Fähre auf sambischem Boden über eine notdürftig mit Brettern zusammengebastelte Rampe verließen, ließ uns alle verstummen, und als unser Tross dann mitsamt Rädern an Deck war, herrschte eine fast gespenstige Stille, die nur von dem knatternden Bootsmotor gestört wurde. In der Mitte des Zambezi treffen übrigens mit Botswana, Sambia, Namibia und Simbabwe gleich vier Länder aufeinander – das ist weltweit einzigartig.

Auf botswanischer Seite sieht die Welt dann völlig anders aus. Botswana ist eine der wenigen ölonomischen Erfolgsgeschichten Afrikas, und neben dem offenkundig vorhandenen finanziellen Mitteln ist auch die britische Kolonialvergangenheit sichtbar. Es herrschen geradezu britische Ordnung und Disziplin. Wir mussten sogar durch ein Desinfektionsbad fahren, mit dem das Eindringen der Maul- und Klauenseuche verhindert werden soll.

Wegen des Grenzübertritts hatten wir an jenem Tag nur 80 Kilometer zu absolvieren, weshalb am Nachmittag Zeit für eine kleine Bootsfahrt auf dem Zambezi blieb. Nun ja… Insgesamt waren es drei Boote voll mit TdAlern, und zählt man all die anderen Boote anderer weißer Touristen hinzu, sah es auf dem Zambezi aus, als würde die römische Flotte angreifen. Entsprechend genervt waren Elefanten, Krokolide und Hippos, die den Touri-Rummel eine Zeitlang geduldig ertrugen, ehe sie sich von dannen trollten. Für mich blieb am Ende die aufgefrischte Erkenntnis, dass derlei touristische Ausflüge irgendwie nix für mich sind und ich in der Zukunft wohl besser gleich drauf verzichte.

Am nächsten Morgen widmeten wir uns dann unserem eigentlichen Auftrag und gaben uns erneut der Kilometerfresserei hin. 171 Kilometer endlose Savanne, tags darauf 164, dann 182 und schließlich 136. Insgesamt 653 Kilometer pure Langweile. Abgesehen vom Wetter (da komme ich gleich zu) sowie den vier Elefanten, die ich am dritten Tag dank des guten Auges von Sen im Busch neben der Straße beobachten konnte, eine Reise durch das reine Nichts.

Das Wetter war einerseits gnädig – wir sind auf rund 900 Metern, und die Temperaturen sind zumeist radfahrerfreundlich – andererseits aber auch etwas gemein zu uns. Eigentlich hatten wir ja gedacht, die Regenzeit hinter uns zu haben. Doch das war vor Botswana! Hier toben ständig Gewitter herum, und in der zweiten Nacht erwischte uns so eine Urgewalt mit voller Wucht. Zum ersten Mal seit Kairo mussten wir morgens im strömenden Regen unsere Zelte einpacken, unser Frühstück runterschlingen und auf unsere Räder steigen. Im Laufe des Vormittags klarte es immerhin auf, so dass der warme Fahrtwind uns allmählich wieder trocknete. Abends residierten wir dann in einem ziemlich rudimentären „Bush-Camp“ mitten in der Salzwüste, und als am Horizont erneut Gewitterwolken auftauchten, machten wir uns alle lebhaft Sorgen über den Zustand des extrem verdichteten Terrains im Falle größerer Regenfälle. Doch wir hatten Glück, denn die Niederschläge gingen anderswo herunter, und wir kamen mit ein paar wenigen Tropfen davon. Gestern erhielten wir auf dem Weg nach Maun allerdings erneut eine kleine Dusche. Die botswanische Währung heißt übrigens „Pula“ – das steht in der Landessprache für „Regen“…

Was das Sportliche betrifft, so kann ich durchaus mit Stolz verkünden, dass ich offenbar immer besser in Form komme. Den Abschnitt von Lilongwe nach Livingstone habe ich mit 50:18 Stunden als Zehnter beendet, wobei der Rückstand auf den Fünftplatzierten lediglich etwas mehr als sechs Stunden Rückstand betrug – und da vorne tummeln sich nun wirklich ausschließlich die wahren, die ambitionierten, die ernsthaften „Racer“! Ich denke, dass ich insgesamt unter den ersten Zehn hätte landen können, wenn ich nicht hier und dort auf den Truck geklettert wäre und dafür jeweils 12 Stunden „Zeitstrafe“ aufgebrummt bekommen hätte. Und wenn ich nicht des öfteren vergessen hätte, morgens einzuclocken bzw. nachmittags auszuclocken… Und nicht andauernd anhalten würde, um Fotos zu machen oder gemütlich einen Kaffee bzw. eine Cola zu trinken…

Aber dafür bin ich ja schließlich auch in Afrika.

Soweit für heute aus dem wuseligen Maun, wo wir unseren freien Tag verbirngen. Ich werde mich gleich auf die Suche nach einem Trikot der „Township Rollers“ begeben – Botswanas „Bayern München“. Lustigerweise traf ich schon kurz nach meinem Grenzübertritt an einem Geldautomaten einen glühenden Anhänger des Klubs, der zwar eine etwas unglückliche Farbkombination trägt (übrigens: Glückwünsche zum Aufstieg nach Berlin, Lehre und Hamburg! bzw. an jeden, der sich noch angesprochen fühlt), dessen Jersey ich aber dennoch gerne haben möchte. Später mehr.

ENGLISH

Hello from Maun, somewhere in the North of Botswana – or “in the middle of nowhere”. Cycled for more than 720 Kilometer through lonely savanne without seeing anybody and something intering – apart of a couple of Elephants grazing next to the road. Been a tough week – especially mentally. This never ending long road with a rough tarmac are killing you mentally as you have the impression never coming forward at all.

Crossing into Botswana was fun nonetheless as we had to use a rusty ferry that brought us over the Zambezi to Botswana. During the process we crossed four borders: Zambia, Botswana, Namibia and Zimbabwe. It’s the only place in the world where four countrys meet.

Sorry for this rather short update – I have a lot of laundry to do and my bike needs attention as well,. Yesterday I had four flats on only 136 kilometers. Take care and UP THE GAS.

Côté Guingampais: Très hereux de reoccupe le troisième place. Allez Guingamp, tout pour L2 !

In die grosse Leere

thumbs up ... noch!

Das Leben ist zu kurz, um es durch Feigheit oder Zaudern zu verplempern. Und dann gibt es da ja auch noch jene Dinge, die man schon immer mal tun wollte. Doch irgendwie kam nie die richtige Gelegenheit.

Gestern kam so eine Gelegenheit, und ich habe sie genutzt. Unter den Attraktionen der Viktoriafälle ist auch ein Bungesprung von der Victoria Falls Brücke, die die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe darstellt. Der Sprung ist mit 111 Metern der dritthöchste der Welt, und er gilt als einer der schönsten. Für mich war es einer dieser berühmten „Momente“, und so stand ich dann kurz vor Mittag mitten auf der Brücke auf einem schmalen Eisenrost, hatte mehrere Handtuchschichten um meine mit einem fetten Seil gesicherten Füße gewickelt und hörte, wie hinter mir „five, four, three, two, one“ abgezählt wurde.

vor dem abflug

Und dann flog ich, und es war wunderbar!

Ich versuche mich an dieser Stelle gar nicht erst an einer Beschreibung einer Sache, die in der Realität wohl zwei Minuten, gefühlt aber eine kleine Ewigkeit dauerte. Nachdem ich das erste Mal im freien Fall „unten“ ankam, riss mich das Seil wieder nach oben, und ehe ich zu einem pendelnden Stillstand kam, sauste ich sicher noch vier oder fünfmal auf und ab. Ein wahnsinniges Gefühl, und selbst, dass man am Ende kopfunter in der Luft hängt und darauf wartet, wieder eingefangen und nach oben transportiert zu werden, war irgendwie ungreifbar. Ich war zwar durchaus froh, als ich wieder festen Boden unter meinen Füßen hatte, möchte aber keine Sekunde dieser Erfahrung missen.

abgehoben!

Eine witzige Begegnung gab es am Rande des ganzen Spektakels. Als ich meine CD mit ein paar Fotos und einem Video von meinem Sprung einsammeln wollte, stürmte eine attraktive junge Frau auf mich zu und fragte mich strahlend, ob sie ein Foto von ihr und mir haben könne. Nun, dagegen hatte ich natürlich nix einzuwenden, ich fragte aber trotzdem, warum denn. „Coz you are a Gashead just like me!“, war die Antwort – die Gute war aus Bristol und lebt in der Gloucester Road, einen  Katzensprung vom Memorial Stadium entfernt! Laura hatte meinen Sprung verfolgt und mich durch das von mir getragene weltberühmte blau und weiß gefelderte Trikot als fellow Gashead erkannt. Manchmal ist die ganze Welt eben doch ein Dorf!

nun weiss ich, wie fliegen geht

Wir diskutierten dann noch ein bisschen über die Chancen der Pirates, die Klasse zu halten („we were very luck to win at Yeovil“) und verabredeten uns mit einem „Goodnight Irene“-Klassiker für demnächst in the Mem.

Was für ein Tag…

ENGLISH Life is too short to wait for things happening. Yesterday, I didn’t wait but took the opportunity to have the worlds third longest bungee jump just in front of me. Some time early afternoon I found myself at the top of the Victoria Falls Brige, feet wrapped up in thick towels, heart beating heavily, ropes all over me and a guy behind me, counting “five, four, three, two, one”.

And then I was flying! And it was great!

was ein spass!

To find words about it is impossible. You have to do it, if you want to feel it. The whole thing lasted about two minutes, while I jumped up and down several times, before I got catched by another guy and brought back to planet earth. An indescribable experience I wouldn’t like to miss at all!

But the afternoon wasn’t over, because when I went to collect a CD with some pictures and a video of my jump a beautiful young lady came all smiling to me and asked for a picture of her and me. I didn’t mind, of course, but I asked nonetheless, why she would have such wish? “Coz you are a Gashead just like me!”, she replied proudly – Laura is from Bristol, living at Gloucester Road just around the corner of the Memorial Stadium. As I was sporting the world famous blue and white quarters during my jump, she had recognized me as a fellow gashead.

Gasheads around the world!

Sometimes the world is a village!

We chatted a little about the chances of the Pirates staying in League 1 (“we were very lucky at Yeovil”, she admitted) and finally parted with a healthy “Goodnight Irene” and the promise to meet again – next time at the mem, supporting our beloved pirates.

What a day!

Kleiner Ausflug zu den Victoriafaellen

Hurra, nur noch 200 KM!

158 – 182 – 151. Nein, das sind nicht die modifizierten Maße meiner Oberschenkel, sondern die Tageskilometer, die wir in den letzten drei Tagen abgestrampelt haben! 491 Kilometer trennten uns am Dienstagmorgen bei Sonnenaufgang in Lusaka noch von Livingstone und den berühmten Victoriafällen – nun sitze ich bereits in der Bar des Zambezi Waterfront Camps, sehe die Sonne im Zambezi eintauchen und lausche dem Spektakel, das die Affen in den Bäumen über uns veranstaltet. Und mein Hintern kühlt sich an einem frischen Mosi-Bier…

Die langen Distanzen waren aber nicht das einzige Problem, denn abgesehen vom ersten Tag, der uns zumeist downhill aus dem Verkehrschaos von Lusaka führte, ging es zumeist gaaaanz, gaaaanz leicht bergauf. Ich würde sagen so um die 0,5 Prozent im Schnitt – eine Steigung, die im Grunde genommen nicht sichtbar, aber dennoch spürbar ist. Vor allem, wenn sie sich über hunderte von Kilometern zieht.

Dementsprechend waren wir natürlich alle stolz wie Oskar, als wir am zweiten Tag den neuen Rekord von 182 Tageskilometern aufstellten. Für die meisten von uns war es eine neue persönliche Bestmarke – so auch für mich. Sie wird freilich nicht lange Bestand haben, denn in Botswana steht sogar eine Tagesetappe mit 207 Kilometern an. Insgesamt werden wir auf dem Weg nach Windhoek in zehn Tagen schlappe 1.539 Kilometer zu überwinden haben.

Livingstone. Hinten brausen die VicFalls

Zunächst aber stehen nun zwei Pausentage hier in Livingstone an. Livingstone ist ein wuseliges Nest, das sich voll dem Tourismus hingegeben hat. Es lebt von den Viktoria-Wasserfällen, die an der sambisch-simbabwischen Grenze 14 Kilometer weiter südlich liegen und Touristen, Abenteurer sowie Romantiker aus allen Teilen der Welt anlocken. Auf dem Campingplatz wuselt es von so genanten „Overlandern“ – Leuten, die bequem auf einem Truck durch den Kontinent transportiert werden und sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie graugelbe Safarikleidung tragen und immer eine Kamera zur Hand haben. Der „Lonely Planet“ hat Livingstone zudem treffend als „Backpacker Dream“ bezeichnet, denn hier tummelt sich außerdem ein buntes Volk von Rucksacklern, die auf dem Abenteuertrip sind und die von den diversen coolen Angebote an den Fällen angelockt worden sind. Was es dort alles so zu erleben gibt, werde ich morgen mal vor Ort abchecken.

Über das Radfahren gibt es auch diesmal nicht so wahnsinnig viel zu berichten. Die Gegend zwischen Lusaka und Livingstone ist eine Mischung aus Steppe und Agrarlandschaft und bietet wenig aufregendes. Zudem wächst beiderseits der Straße hohes Gras, so dass man häufig nicht allzu weit blicken kann. Orte gibt es nur sporadisch, und wenn, dann sind sie meistens klein und bilden eine Melange aus Marktplatz und Überlandbushaltestelle. Einzige Ausnahme war das Örtchen Mazabuka, das wirkte, als stünde es Model für einen Katalog der Kolonialgeschichte: Klassische britische Kolonialbauten, kleiner Marktplatz und eine sehr angenehme, entspannte Atmosphäre.

ist das nicht afrika wie aus dem bilderbuch?

Heute fuhren wir dann für rund 100 Kilometern auf einer mit EU-Mitteln finanzierten und von China (!) gebauten Straße, die mit ihrem glatten Asphalt Sehnsüchte an heimische Pisten aufkommen ließ. Hier sind die Straßen nämlich normalerweise ziemlich rau, und unser Vorzeigeami Scott verdiente sich unlängst die „silberne Speiche“ für den zweitbesten Spruch der Woche, als er meinte, „wenn du dich darauf lang machst, siehst du aus wie ein Hamburger“.

Emotional befindet sich unser kleiner Reisetross an einem etwas kniffligen Punkt. Es ist noch genau ein Monat, bis wir in Cape Town das große Finale feiern. Das heißt, wir sind nun drei Monate „on the road“. Und bei jedem von uns macht sich eine gewisse Müdigkeit breit. Jeden Morgen um 4.30 Uhr aufstehen, das (meistens nasse) Zelt einpacken und im Schließfach verstauen, einen mehr oder weniger genießbaren Kaffee runterstürzen, stets die selben 62 Nasen sehen und dann für zig Stunden auf das Rad zu steigen – dieser Reiz wirkt gegenwärtig etwas abgeschliffen. Zudem drängen sich bei dem einen oder anderen die ersten Gedanken an das Nachhausekommen in den Vordergrund, werden erste Vorbereitungen für die Abreise aus Cape Town getroffen. Aber es ist wohl nicht zu vermeiden, dass nach so einer langen Zeit eine gewisse „Delle“ eintritt, und ich vermute, dass die Spannung wieder ansteigen wird, wenn wir erstmal in Windhoek sind und den allerletzten Abschnitt vor uns haben.

das zen der benzstrasse hilft auch gegen lagerkoller

Nicht unkritisch wird von vielen aber auch die Organisation bzw. das Personal der Tour d’Afrique betrachtet (auch von mir). Es gab schon seit Ägypten immer mal wieder Grund zur Kritik und Anlass zur Klage, die aber rasch wieder vergessen waren. Inzwischen geht vielen allerdings die bisweilen etwas harsche Lagerleitung auf den Keks („wie beim Militär“), die sich jegliche Kritik verbietet („wenn euch unsere Campingwiesen nicht gefallen, dann sucht euch ein Hotel“). Und die Betreuung ist eher rudimentär. Die ohnehin wenigen Angaben über die Tagesetappen (von Streckenprofilen können wir nur träumen…) stimmen häufig nicht, manchmal ist die Streckenführung nachlässig abgesteckt (heute bin ich 13 zusätzliche Kilometer gefahren, weil ich die Einfahrt zum Camping nicht gefunden habe) und im Großen und Ganzen hat man manchmal das Gefühl, wir sind Teilen des Personals ziemlich egal bzw. sogar lästig. Dadurch ergibt sich zunehmend das Gefühl, keinen entsprechenden Gegenwert für die doch durchaus üppige Summe von 9.000 Euro zu bekommen, denn weder unsere Verpflegung noch unsere Unterkunft können allzu viel Geld verschlungen haben.

Was ich persönlich sehr schade finde, ist, dass wir absolut nix über die Gegend erzählt bekommen, durch die wir radeln. Wenn wir ein neues Land betreten, liest immer irgendjemand vom Personal mit eher monotoner (= einschläfender) Stimme das Länderporträt aus dem „Lonely Planet“ vor. Das wars. Mehr Infos bekommen wir nicht. Es gibt zwar jeden Abend ein so genanntes „riders meeting“, doch da bekommen wir im Grunde nur vorgelesen, was ohnehin auf einer Tafel steht: „Verlasst das Camp nach links, bei 20 KM gibt es einen Coke-Stop, bei 75 KM ist Lunch, bei 112 müsst ihr am Roundabout die zweite Ausfahrt und bei 158 ist das Camp auf der linken Seite“. Kein Wort über die Strecke, über die Straße, über die Region, über die Orte, über die Menschen etc.

Dafür, dass die Tour nun bereits im neunten Jahr ist, finde ich das mehr als dünn.

Zudem verändert sich der Charakter der Tour gerade in einem dramatischen Tempo. Die schweren Tage sind vorbei, und Afrika wirkt hier unten ganz anders. Als ich heute durch Livingstone spazierte, hatte ich mal wieder das Gefühl, es gibt zwei: das der Einheimischen, und das für uns Weiße bzw. für die wohlhabenden Schwarzen. Eine Teilung, die es bis Nairobi quasi nicht gab, denn die Hotels/Geschäfte, die sich an den (zumeist) weißen Tourismus richteten, konnte man an einer Hand abzählen. Hier geht man in einen überall zu findenden „Shoprite“ (Supermarktkette) und fühlt sich angesichts des Angebots (und der Preise…) „wie zuhause“. Oder man residiert auf dem Zambezi Waterfront Camping, auf dem ausschließlich Weiße sind (die schon erwähnten „overlander“), auf dem die Cola statt wie überall sonst im Land zwischen 2.500 und 3.000 Kwachas stolze 5.000 kostet und aus deren Disco gerade in diesem Moment exakt dieselbe Scheiße wummert, bei der ich daheim immer die Sinnkrise kriege. Das ist irgendwie nicht das Afrika, das ich in den letzten Monaten gesehen und gespürt, und das ich sehr schätzen (und manchmal hassen…) gelernt habe. So langsam dämmert mir auch, was offenbar darunter zu verstehen ist, dass „weiter südlich Südafrikas Einfluss stärker zu spüren ist“.

Ich stehe mit dieser Ansicht allerdings etwas alleine, denn die meisten auch aus unserer Gruppe genießen den westlichen Luxus und stören sich auch nicht daran, völlig überhöhte Preise dafür zu bezahlen. 45.000 Kwechas drückt man im Zambezi Waterfront Camping für ein Frühstück ab – das sind 7,50 Euro, und ich habe keine Ahnung, wie lange eine durchschnittlich sambische Familie damit überleben könnte. Länger jedenfalls, als nur die paar Stunden, die uns bleiben, bis der Magen zum Lunch ruft. Aber ich werde schon wieder sentinmental…

erfolgreiche shoppingtour in lusaka

Zum Schluss jetzt aber noch eine schöne Geschichte vom Old Town Market aus Lusaka. Am Montag bin ich, wie angekündigt, losgezogen, um mir ein lokales Fußballtrikot zu besorgen. Wie zu erwarten war, habe ich damit ein heilloses und zugleich lustiges Chaos produziert. Irgendwann hatte ich einen kompetenten Verkäufer gefunden, der mich erstmal nach meinem Lieblingsverein befragte. Nun, Göttingen 05 wollte er nicht hören, und auch die großartigen Bristol Rovers oder Bretagnes Stolz En Avant Guingamp waren nicht gefragt. Er hätte sie ohnehin nicht gekannt, denn in seinem Shop hingen ausschließlich Produkte der fußballspielenden Konzerne Chelsea, Arsenal, Manchester United, Liverpool, Barcelona und Real Madrid. Nein, er wollte von mir wissen, ob ich denn nun ZAMCO oder ZANACO-Anhänger sei. Ich konnte beides verneinen, woraufhin er mir eröffnete, er unterstütze zwar ZANACO („best team in Zambia“), ein Shirt könne er aber trotzdem nicht auftreiben. Statt dessen bot er mir ein wunderbares Stückchen grünen Stoff an, das sich als Nationaltrikot Sambias entpuppte und alle üblichen Standards eines adidas-Jerseys aufwies. Für 40.000 Kwachas – umgerechnet etwas mehr als 7 Euro – könne es meins werden. Der Deal stand, und beim Weggehen versicherte mit der geschäftstüchtige Fan noch einmal mit kräftigem Händedruck, dass ich ein Originalstück erstanden habe. Warum allerdings auf dem im Trikot eingenähten Etikett „adidas – Diewel tmarke nitden 3 streifen“ steht, konnte er mir auch nicht erklären…

Später entdeckte ich dann in einem Buchladen sogar noch ein Werk über die Geschichte des Fußballs in Sambia, das ich für 85.000 Kwachas ersteigern konnte.

Soviel für den Moment. Vor meiner Abreise aus Livingstone (Sonntagmorgen) hört ihr noch mal von mir. Denn ich werde etwas ganz Besonderes zu erzählen haben. Was? Bleibt dran, an Euerm

hardy cyclist!

P.S.: Schöne Grüße an Union-Volker: Das Fallersleben-Debakel hatte ich persönlich via live-ticker auf scg05.de mitbekommen. Deshalb kein Hinweis von schwarz-gelb-grüner Seite! Wie geht’s Union? Treten Eure Söldner vernünftig gegen den Ball? Und wenn Du zum Derby kommst: ich leih Dir gerne meine Hassmaske! (upppss, so etwas sagt man doch öffentlich nicht! Also gut: meine 05-Brille…)

ENGLISH

Arrived at Livingstone, close to the famous Vic Falls and having two rest days to explore them. After cycling 491 KM in just three days – one day we had 182! – our butts needs a rest anyway. Nothing spectacular on the road south of Lusaka. Mosly steppe with much agricultar. Again, very few towns and villages. The stages were not only long but also very slowly going uphill – bad for the mind, as you don’t see the ascencion, but feel it.

Mood in the camp is a bit different. After three months getting up at 4.30 Uhr in the morning, drinking a more or less tastelasse caffee, seeing the same 62 people every single day and going on the bike at 6.30 Uhr we all have had enough. It’s still a month to go, which is on one hand a short time, but on the other hand, four weeks are still four weeks and we do have plenty of Kilometers to go. The next section, leading to Windhoek, covers more than 1.500 km in just 10 days!

Besides, most of us are a bit critical with the organisation. There have been comments about not sufficient organisation since Egypt, but it always died down quickly. Now, its much more persistent. People complain about the harsh regime at the camp (“I feel like being a soldier”), the lustlacre presentation of the daily stages (we are give only very few information about the stages), which are often wrong as well. Today, I cycled additional 13 kilometres because I couldn’t find the campsite we are on. I personally am dissatisfied with the way they present us the tour. When we enter a country, somebody from the stuff reads the country profile out of the “lonley planet” – and that’s it. Nothing about what we will see on our daily stages, about the people, the landscape etc  I find that a bit dissapointing.

Africa has changed as well. As further south we’ve come, as more “westernized” it has become. Well, that’s actually not true, as in reality there are two Africas now: one, which is westernized and for the “Whites” and the rich black, and one, that is still Africa. The TdA now mostly goes to the westernized areas. At a prize. Here at the Zambezi Waterfront Lodge we have to pay 45.000 kwechas for breakfast alone – that ist about 7.50 Euro or 7 Pounds. I wonder, how long an ordinary zambezian family could survive on 7,50 Euro – certainly much longer than we, as we will be hungry in a few hours again.

But I’m probably just a bit sentimental…

Now it’s two days off, and I’m about to discover whats on at the Vic Falls. Tell you more about it later. And I can promise you some amazing stories!

Your hardy cyclist

Côté Guingampais: Desolé sur les resultats d’En Avant et Strasbourg. Espérè, que l’equipe va commencer gagner encore et vous pourra celebre l’ascension en L2. 

Lusaka ruft!

Ein bisschen Campidylle mit Dennis und Werner

Die „goldene Speiche“ für den Spruch der Woche geht diesmal an Eric aus Norwegen, der die Gegend zwischen Lilongwe und Lusaka als „corrugated landscape“ („Wellblechlandschaft“) beschrieb. Er traf damit den Nagel auf den Kopf, denn in der Tat erinnerten weite Teile der 720-Kilometer-Strecke an die üblen Wellblechpisten im Sudan oder in Nordkenia – nur dass sich die „Wellen“ diesmal aben jeweils über ein bis zwei Kilometer hinzogen und durchschnittlich zwischen 3 und 7 Prozent Steigung bzw. Gefälle aufwiesen.

Mit anderen Worten: Es war eine mörderische Woche.

Wellen...

Die 120 Kilometer von Lilongwe bis an die malawisch-sambische Grenze waren noch nett. Und die 24 Kilometer bis ins erste Nachtlager in Sambia auch. Ein bisschen wellig, aber insgesamt zügig zu durchfahren. Ich kam mit einer entsprechend hohen durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit voran und erreichte bereits gegen 11 Uhr die Grenze, an der ich in einem Hintergebäude des Grenzgebäudes meine letzten malawischen Kwacha im „offiziellen Schwarzmarkt“ gegen sambische tauschte.

Der sambische Kwachsa steht bei etwa 6.000 zum Euro, so dass ich gegenwärtig Millionär bin, mich mit dieser Rolle beim Einkaufen aber heillos überfordert fühle. Eins habe ich allerdings schon herausgefunden: Sambia ist teuer. Das bislang teuerste Land auf unserer Reise. Wobei „teuer“ relativ ist. Während ich in Malawi umgerechnet 25 Cent für eine Cola löhnte, sind es hier etwas mehr als 50 Cents. Eingeführte Waren wie Schokolade, Chips, Orangensaft etc. tragen freilich durchaus europäische Preise.

Wellen...

Aber zurück zu unserer viertägigen Berg- und Talfahrt durch den sambischen Osten. Am zweiten Tag stand die mit 177 Kilometern bislang längste Tagesetappe an. Davon ausgehend, dass wir wieder nette, aber nicht zu harsche Wellen auf der Straßen finden würden, rechneten wir optimistisch mit einem 30er Schnitt und hofften, gegen 12.30 Uhr im Camp zu sein. Die Hoffnung zerstob schon auf den ersten paar Kilometern, als aus den kleinen Wellen des Vortages plötzlich echte Brecher wurden, die ständig mit 3-7 Prozent hoch und runtergingen. Da wussten wir noch nicht, dass das bis Lusaka so bleiben würden…

Wellen!

Ich habe keine Ahnung, wie viele von diesen blöden Wellen ich in den letzten 96 Stunden wohl gefahren bin. Meine Beine fühlen sich jedenfalls so an, als seien es tausende gewesen. Jede Welle für sich allein ist kein Problem. Man schaltet halt runter, nimmt den Schwung von der Talfahrt mit und strampelt gegen die Steigung an. Das Problem ist die Menge. Irgendwann hat man keine Lust mehr, sich auf die Abfahrt zu stürzen, weil man genau weiß, auf der anderen Seite geht es wieder steil bergauf. Und irgendwann fangen die Beine an zu schmerzen, weil man einfach in keinen Rhythmus kommt. Und dann meldet sich Kopf und klagt, was für einen Schwachsinn man hier eigentlich veranstaltet.

Ich kann jedenfalls verkünden, dass ich extrem glücklich und erleichtert war, als ich heute kurz vor unserem Camping hier in Lusaka auch die letzte „Welle“ hinter mich gebracht hatte und meinen Beinen nun einen eintägigen Pausentag gönnen kann. Und auch mein Hintern freut sich, denn insgesamt waren es doch schon wieder knapp 30 Stunden, die er auf dem Sattel verbringen musste.

Leider war dr. Masambaasiyana nicht daheim, sonst hätte ich ihn nach einem Gegenmittel für die Wellen befragt

Was gibt es sonst zu sagen über Sambia? Zum Beispiel, dass man das Bier hier aus Milchtüten trinkt. Ernsthaft! Es kommt im halben Liter Tetrapack, und wenn ich mir die Jungs an den Rasthöfen entlang unserer Piste so anschaue, dann knallt es ganz schön rein. Sambia ist jedenfalls das erste Land, in dem ich am späten Vormittag Horden von angetrunkenen Männern in Kneipen habe diskutieren sehen. Und ich kann Euch sagen, das war nicht nett. Mit ist der Genuss eines solchen Tetrapacks bislang verwehrt geblieben, da in unseren Camps immer nur öder Flaschenbier veräußert wurde. Aber ich halte die Augen offen und werde dann berichten.

Schweinerei!

Eine andere Eigenart der Sambier ist, dass sie mit dem Fahrrad die falsche Straßenseite befahren. Also auf der rechten, statt auf der linken Seite. Das geschieht nach Aussage eines Einheimischen, „damit uns die LKW-Fahrer besser sehen“, führt in unserem Radlerkanon aber regelmäßig zu großen Verwirrungen. Hinzu kommt, dass in Sambia ebenso wie in Malawi sehr viele Radfahrer unterwegs ist, uns bisweilen also ganze Gruppen von Radler entgegenkommen. Und last but not least ist das Fahrrad hier kein Sportgerät sondern ein Transportmittel, weshalb die Ladung bisweilen an beiden Seiten kräftig überlappt – die Jungs also auch noch ganz schon Platz brauchen. Manchmal lebt die Ladung sogar! Hühner im Käfig hatte ich schon in Tansania gesehen, aber ein auf dem Gepäckträger festgebundenes Schwein, das auf dem Weg zum Schlachthof kläglich quickte – das gab es erst in Sambia zu sehen….

Was mich ehrlich gesagt etwas schockiert hat, ist, dass es die klebrige Brause dieses Milliardärs, der sich gerne mal Fußballklubs kauft und ihnen dann „Flügel verleiht“, auch in Afrika zu zweifelhafter Popularität geschafft hat. Mitten im tansanischen Hinterland sah ich das erste Mal dieses schmale Döschen, das dort ein Vermögen kostete. Und hier in Sambia liegen die Dinger in Massen im Straßengraben herum. Irgendwie erscheint mir das pervers zu sein, dass in einem Land, in dem eine Menge Menschen nicht genügend zu essen haben, Rote Bullenpisse vergustiert wird. Na, vielleicht bin ich auch einfach nur zu sentimental.

Verkaufsstand an der Straße

Derzeit sitze ich nämlich in einem gigantischen Shoppingzentrum am Rande von Lusaka und beobachte, während ich für Euch dichte, das bunte Treiben um mich herum. Neben reichlich TdAler scheint hier die gesamte weiße Bevölkerung von Lusaka einkaufen zu gehen. Und jede Menge Chinesen künden von erfolgreichen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Zu kaufen gibt es – alles. Ich erinnere mich noch an den Supermarkt in Kartoum („Pizza in der Staubwüste“), als ich fast weinend vor einer Tafel Schokolade stand, die man dort kaufen konnte. Was war das für eine Freude, für ein erhabenes Gefühl. Und hier? Regale, länger als jeder Supermarkt in Duderstadt, alle Sorten und alle Marken. Willkommen im europäischen Afrika!

Zum Radfahren gibt es in dieser Woche nicht so wahnsinnig viel zu sagen. Von den dauernden Wellen habe ich schon berichtet, und die Landschaft war nicht wirklich aufregend. Sah allerdings auch nicht aus wie in Afrika, wenn man mal von den vereinzelt auftretenden Dörfchen absah. Sambias Osten ist eher dünn besiedelt, und so pedalten wir teilweise eine halbe Stunde und mehr, ohne eine Menschenseele zu sehen. Ach ja, das noch: Irgendwie verändert sich das Verhalten der Menschen (oder konkreter: Kinder) nach jeder Landesgrenze radikal. In Malawi waren die Kiddis wie beschrieben ziemlich aufgeregt und machten ordentlich Trara. Hier in Sambia sind sie eher zurückhaltend, fallen allerdings durch das beständige Wiederholen der Frage „How are you“ auf. Wenn man das zum 123 Mal an einem Tag gehört hat, fällt einem wirklich keine Antwort mehr ein. Es ist wohl auch gar nicht als Frage gemeint (zumal sie selbst dreijährige Köttel schon stellen!), sondern eher als Gruß. Ich hatte Situationen, da saß eine Gruppe Kinder am Straßenrand und rief im Chor „How are you, How are you“ – das war dann wohl eher als eine Motivationshilfe gedacht! Insgesamt ist der Unterschied zu Malawi groß.

Straßenleben a la Sambia

Die Kinder tragen fast ausnahmslos saubere und heile Schuluniform, Menschen in zerrissenen Kleidern habe ich kaum gesehen und auf den Märkten gibt es einiges zu kaufen. Zudem stehen am Straßenrand kleine Miniverkaufsstände wie man es von der Heide zur Spargelzeit kennt – Ware mitnehmen, Geld dalassen.

Genug für den Moment. Morgen ist freier Tag, und da will ich mal gucken, ob sich hier ein Trikot eines lokalen Klubs auftreiben lässt. In meinem Gepäck befinden sich bereits Gor Mahia aus Kenia sowie Yanga aus Tansania. In Malawi hatte ich indes kein Glück. Da gibt es zwar Chelsea, Arsenal, Manchester United und Liverpool in allen vorstellbaren Farbkombinationen (natürlich allesamt gefälscht), doch als ich die wackeren Jungs auf dem Lilongwer Wochenmarkt mit der Frage nach einem Trikot der Big Bullets konfrontierte, mussten sie erst lächeln und dann den Kopf schütteln. Nicht mal eins der Nationalelf war zu bekommen. Wie sagte doch Amand, ein aus Eritrea stammender Mitradler: „In Malawi habe ich überhaupt kein Nationalgefühl, keinen Nationalstolz wahrgenommen“.

Bis die Tage, Euer hardy cyclist

P.S.: Hat eigentlich irgendjemand, außer Dennis’ Vater (schönen Gruß!) und (so hoffe ich doch), meinem Lektor, mein kleines Rätsel entdeckt? Das von dem siebenjährigen Mädchen, das länger als 4.000 Tage an einen Bein gebunden war? Rechnet mal hoch!

Radler kommen aus allen Richtungen

ENGLISH Just a few lines to your guys as well. Arrived today in Lusaka, capital of Zambia, after 720 km mostly up and down. Eric, a rider from Norway, described the route as “corrugated landscape”, and we all had very much to struggl to go down and up for the most parts of five days. Apart from tired legs and a sore bum everything is fine.

Tomorrow I’m gonna have a look for a jersey of one of the local football teams. I got one from Gor Mahia (Kenya) and YANGA (Tanzania) already, while in Malawi I could have bought Arsenal, Chelsea, Manchester United or Liverpool in every imaginable colour combination but not even a shirt of the Malawian team.

Our next stop is VicFalls, where we stay for two days. Keep you heads up and enjoy life. Your hardy cyclist