Tour de Shqipëria, Etappe 9

Etappe 9, Kalista/Mazedonien – Pogradec

Liebe Leute, heute gibt es nur einen Kurzbeitrag mit ein paar Fotos. Hat einige Gründe, einer davon läuft gerade nebenbei auf meinem Tablet, nämlich das Spiel meiner englischen Mannschaft Bristol Rovers gegen Gillingham, das ich sehen will.

Aber das ist nicht der einzige – und vor allem nicht wichtigste – Grund. Zum Reisen gehören immer auch „Lows“. Momente, in denen man das alles mal verarbeiten muss und vielleicht auch ein bisschen mit der beruhmten Laus über der Leber (heißt das so?) unterwegs ist. Und das ist heute bei mir der Fall.

Ich bin Pogradec, einem Ort, der wunderschön am Ohrid-See liegt und genau das hat, was Albanien überall hat: zwei Welten. Und mich macht heute schlicht und einfach fertig, diese „andere“ Seite zu sehen. Die verfallenen Gebäude direkt am Strand. Die Bars, in denen die Männer bei Bier und Fluppe die Zeit totschlagen. Das Gefühl, hier wie ein Wesen aus einer anderen (besseren) Welt rumzulaufen, ständig die Kamera zu zücken und das festzuhalten, was die Menschen hier festhält.

Überhaupt das Gefühl, trotz aller Herzlichkeit und Offenheit der Einheimischen dann eben doch nur ein Besucher zu sein… Und als Besucher in Albanien fühlt man sich einfach anders als in England oder irgendeinem anderen Land, das über ähnliche Lebensverhältnisse wie Deutschland verfügt.

Es gibt natürlich auch total viele schöne Situationen, bei denen ich dann übrigens gerade NICHT die Kamera zücke, um sie nicht zu zerstören. Zum Beispiel bei den Schachspielern in hohem Alter, die hier in Pogradec in einem kleinen Park am Strand sitzen und mit einer Inbrunst spielen, das es wirklich berührt. Sie sind so alt, dass sie fast für die gesamte jüngere Geschichte dieses geschundenen Landes stehen. Und ich es nicht einmal gerechtfertigt finde, zu ihnen hinzugehen und sie mit meinen ohnehin nicht kommunikationstauglichen Albanisch-Brocken um Erlaubnis für ein Foto zu bitten.

Ansonsten hatte ich heute meine erste Reifenpanne (zum Glück vorne, da ist die Reparatur deutlich einfacher), durfte über einen Pass mit dem Namen Qafe e Thanës (Kornellkirschen-Pass) und traf einen engagierten Jugendtrainer beim KS Pogradeci, mit dem ich mich mangels gemeinsamer Sprache über Google Translate unterhielt. War lustig!

Morgen geht’s nach Korça, eine Stadt, auf die ich sehr gespannt bin. Mal schauen, was der Tag so bringt 😂

Sukses! – und hier noch die versprochen Fotos!

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