Tour de Shqipëria, Etappe 6

Etappe 6, Kukës – Bujtina Gjana

Als ich diese Reise plante wusste ich, der Abschnitt zwischen Fierzë und Pogradec wird der härteste werden. Also habe ich kurze Etappen geplant, damit die Tage nicht so lang geraten. Doch was ist schon „kurz“? 60 Kilometer ohne Gepäck fahre ich im Sommer mit dem Rennrad als Feierabendrunde. Mit Gepäck dauerts entsprechend länger, und wenns dann noch in die Berge geht sind 60 sogar viel.
In Nordostalbanien sind 60 km mit Gepäck schlicht zu viel. Heute hatte ich ja sogar nur 23,5, wobei die ersten sogar bestenfalls leicht wellig aber eigentlich flach waren. Die restlichen 13,5 aber, die hatten es echt in sich. 680 Höhenmeter durfte ich mir darauf erkurbeln. Es fühlte sich an wie am Mont Ventoux. Ständig 12 Prozent, mal sogar 14 Prozent, sausteile Serpentinenkurven, ein nicht enden wollender Anstieg. Der natürlich auch wieder Zwischenabfahren hatte, nach denen es umso heftiger wieder hoch ging. Und, zumindest am Anfang, auch noch ganz schön verkehrsgeplagt war.
Und das Gepäck zerrte ganz schön am Hinterrad. Kurzum: ich war lange nicht mehr so froh, nach 23,5 km mein Ziel erreicht zu haben.

Im Hintergrund seht ihr Kukës und die flache Rausfahrt. Danach ging es zackig zur Sache.

Das wiederum ist ein ganz spezielles, und ich muss jetzt hier einfach mal rumschwärmen. Von der Familie Gjana und ihrer Bujtina (Gasthaus), das sie sich in eine herrliche Landschaft gestellt haben und mit einer Leidenschaft und Liebe betreiben, die überwältigend ist. Albanische Gastfreundschaft ist etwas ganz besonderes, das kann ich nach einer Woche in diesem Land wahrlich sagen. Noch nie bin ich von so vielen Menschen an so vielen Orten derart herzlich und uneingeschränkt willkommen geheißen worden. Bei den Gjanas fällt diese Gastfreundschaft noch intensiver aus, und ich bin binnen Stunden förmlich Teil der Familie geworden. Habe all die Geschichten vom Leben in Kukës gehört, von den Träumen erfahren und wie schön Albanien trotz aller so schweren wirtschaftlichen und politischen Probleme wirklich ist. Wenn ihr jemals in diese Gegend kommt, logiert euch ein in diese Oase in einer der schönsten Gegenden, durch ich ich bislang geradelt bin. Hier ist die Website: Bujtina Gjana!

Das Gasthaus Bujtina Gjana

Und die fröhliche Familie Gjana

Ich war trotz der schweren Bergetappe (Zwinkersmiley) ja durchaus früh im Ziel und habe die Gelegenheit genutzt, den Beinen ein wenig Pause zu gönnen. Mal schauen, wie sie sich morgen anfühlen, wenn 55 Kilometer und 1.300 Höhenmeter nach Peshkopi auf dem Zettel stehen. Ich muss zugeben, dass ich inzwischen gehörig Respekt vor dem Terrain hier habe. Es ist eben ein Unterschied, ob man mit oder ohne Gepäck radelt.
Der Nachmittag ging dann drauf für spannende Gespräche u.a. über den FK Kukësi und seinen „Businesmen“, der für alles zahlt, und sein Geld mit einem Sicherheitsunternehmen sowie einer Baufirma macht, über die Liebe des ältesten Sohnes zu Juve, über Träume von einem Leben in Amerika und von der Liebe zur eigenen Scholle, die nie vergeht.
Albanien, të dua!

Flach und schnurgrade ging es los

Der letzte rote Stern Albaniens?

Anstrengend zu erradeln, sonst ganz nett anzusehen

HINWEIS: Über meine Albanien-Tour wird 2020 ein Buch erscheinen. Wer darüber informiert werden möchte schickt bitte eine Mail mit dem Betreff ALBANIEN an hallo at hardy-gruene.de. Muss nix weiteres drinstehen, der Betreff sagt mir alles. Und es kommt garantiert auch keine Flut von Mails sondern lediglich Hinweise, wenn es mit dem Buch konkreter wird. Das Werk wird im Zeitspiel Verlag erscheinen und vor allem über Direktvertrieb zu beziehen sein.

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