Im Zentrum des Wahnsinns: Tuscany Trail 2019

543 Kilometer.

9.200 Höhenmeter.

65 Prozent off-road bzw. Singletrails.

Maximal acht Tage Zeit.

Startnummer 336.

Soweit die Eckdaten meines kleinen bevorstehenden Radabenteuers in der Toskana, das am 1. Juni losgeht.

56314700_335641210479280_6289569096312815616_nTuscany Trail ist kein Rennen, sondern ein Selbstversorgerausflug über eine vorgebene Route, bei der jeder Fahrer für sich selbst verantwortlich ist. Übernachtung, Verpflegung, Tempo, Fahrzeit usw. – alles wird selbst organisiert. Los geht es am 1. Juni in Massa, spätestens acht Tage später muss man 543 Kilometer weiter südlich in Orbetello angekommen sein. Man darf auch später eintreffen, doch dann hat das Empfangskommitee des Veranstalters seine Zelte bereits abgebaut und niemand jubelt einem beim Eintreffen mehr zu.

 

profilott19-800x250Das Höhenprofil. Ob mein Herzschlag am Ende ähnlich aussehen wird?

Während ich noch mit dem Gedanken spielte, ob ich mich dafür anmelden sollte (oder besser: wollte) fiel die Entscheidung anderswo. Ein Anruf der Redaktion des „Tour“-Magazins, bei dem wir nebenbei über den Tuscany Trail sprachen, führte zum Reportageauftrag. Nun werde ich am 1. Juni in Massa also auf den Sattel steigen, begleitet von einem „Tour“-Fotografen und mit offenen Augen und Herzen, um anschließend möglichst vielen „Tour“-Leser Lust auf die Tortour zu machen. So fallen Entscheidungen!

Das eher unvorteilhafte Frühlingswetter hat allerdings neben einem anderthalbwöchigen Ausfall wegen aktuter Fieberschübe für eine etwas mäßige Frühform gesorgt. Bei meinem Göttinger Heimatrennen, der Tour d’Energie, trudelte ich eine gute Viertelstunde später im Ziel ein als im letzten Jahr. Um das zu ändern werde ich auf dem Weg in die Toskana in Südtirol Station machen und ein paar Höhenmeter sammeln – hoffentlich in etwas sommerlichem Ambiente als bislang.

Was mich beim Tuscany Trail tatsächlich erwarten wird ist mir nicht so ganz klar. Die ersten 20 Kiometer sind flach, da sind sich alle Erfahrungsberichtler einig. Dann geht es in den ersten Anstieg, und die Kraxelei bzw. Ins-Tal-Stürzerei hört anschließend offenbar nur sporadisch mal kurz auf. Übernachtet wird irgendwo. Wenn es gut läuft auf einem Campingplatz, wenn nix in der Nähe ist irgendwo in der Landschaft. Aber Schlaf wird bei so einem Abenteuer vermutlich eh überbewertet.

Mein Gepäck führe ich selbst am Rad, und weil es viele Singletrails gibt fielen die Satteltaschen natürlich aus. Stattdessen radle ich mit Lenkerrolle, Rahmentasche und Sattelschwanztasche, in denen ein wirklich sehr, sehr übersichtliches Material vorzufinden ist. Jedes Gramm muss ja schließlich die Anstiege hochgewuchtet werden. Gefahren wird mit dem Crosser, mit dem ich 2014 auch die Anden hoch und runtergedüst bin. Ein 37er Schwalbe-Mondial gibt mir hoffentlich den richtigen Gripp, und die andentaugliche Übersetzung sollte mich über die meisten Anstiege führen. Gespannt bin ich vor allem auf die Abfahren bei 20 bis 25 Prozent…

60463056_352190368824364_2141129836591054848_n So ungefähr wirds aussehen.

Alles in allem ein Abenteuer wie gemalt für einen wunderbaren Start in den Sommer 2019! Ein bisschen Struktur (Streckenführung), ansonsten viel Raum für Spontanität und garniert mit einer dicken Portion Quälerei, Schinderei und Freiheit. Perfekt!

mappa-tt2019-800x800Sommer, Sonne, Weinfelder, Anstiege – 543 Kilometer durch die Toskana.

 

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