Kleiner Strandausflug auf dem Rad

Wochenende, Sonnenschein, Nordseestrand. Das Leben ist ein Fest. Wenn da nur die Kleinigkeiten nicht wären. So zum Beispiel die Frage, wie man von Göttingen zum Nordseestrand kommt. In meinem Fall über Duisburg. Liegt zwar eigentlich nicht auf der Strecke, ist aber der Startort für die Ruhr2NorthSea-Challenge, die morgen früh über 300 Kilometer ansteht. Und von Duisburg an die Nordsee geht. Ich bin dabei und schon sehr gespannt, wie es sich anfühlt, mal eben mit dem Rad durch ein Viertel der Republik zu kurbeln.

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226456 - gerne winken, wer mich unterwegs sieht.

Was mich erwartet, weiß ich nicht. Laut Vorhersage immerhin nettes Wetter mit Sonnenschein, radfahrfreundlichen Temperaturen in den angenehmen 20ern, wenig Regenwahrscheinlichkeit und leichter Wind aus Süd bzw. Südwest. Kein Grund zur Klage also. Aber eben auch keine Entschuldigung, wenn es nicht so klappt. Die große Unbekannte ist die Kondition des Sitzfleisches. Bei einem 25er Schnitt fällt eine Gesamtfahrtzeit von 12 Stunden an. 12 Stunden Dauerkurbeln, denn es ist flach zwischen Duisburg und Bensersiel, wo bei Kilometer 301 das Ziel aufgebaut ist. Im Gegensatz zu hügeliger Landschaft mit Auf- wie Abfahrten also kaum Abschnitte der Entspannung, denn sobald ich aufhöre zukurbeln, droht mir unweigerlich Stillstand. Erinnert mich an die Endlosetappen in Botswana, wo ich manchmal Angst hatte, vor lauter Langeweile einzuschlagen und die Oberschenkel nach Erholungspausen lechzten…

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Die Hardware ist jedenfalls bereit.

Wir starten um 4:30 Uhr in der früh vor dem einstigen Wedaustadion in Duisburg. Etwa 450 Radbekloppte, die nichts Besseres zu tun haben als den ganzen Tag im Sattel zu sitzen um eine Distanz zu überbrücken, die man mit dem Auto bequem an einem Vormittag hinter sich bringt. Aber wer will schon mit dem Auto an die Nordsee? Fahrrad ist doch viel schöner, entspannter, volknäher! Man sieht, spürt, schmeckt und riecht die Landschaft, trifft unterwegs immer wieder auf lustige Einheimische und ist den ganzen Tag an der frischen Luft. What a beautiful day!
Okay, ein bisschen Kondition muss man mitbringen, wer 300 Kilometer in einem Rutsch kurbeln will. So viel Rad gefahren wie in den letzten vier Wochen bin ich zuletzt in Südamerika. Locker 1.500 Kilometer sind dabei zusammengekommen in der südniedersächsischen Schichtstufenlandschaft. Ob es was gebracht hat? Das werde ich dann wohl morgen herausfinden…
Wer mag, kann meinem kleinen Strandausflug via Facebook folgen. Alle 50 Kilometer ist ein Verpflegungspunkt, und von dort werde ich immer mal einen kurzen Zustandsbericht mitsamt Bild posten. Erwartet keine Romane, denn mir steht nur die Handytastatur zur Verfügung und außerdem muss ich ja weiter, immer weiter, bis zum Ziel, bis nach Bensersiel. Um meine Facebook-Seite aufrufen zu können müsst ihr übrigens nicht bei Facebook angemeldet sein! Einfach auf http://www.facebook.com/hardygruene/ gehen, etwas runerscrollen und nach den neuesten Einträgen schauen.
In diesem Sinne: auf Rückenwind und Sonnenschein für alle Pedalisten dieser Welt und morgen gerne auch für mich!
Euer hardy cyclist

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Im Bretagne-Jersey in der südniedersächsischen Schichtstufenlandschaft.

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