Altnazis, Orkane und das Ende der Welt

IMG_3182Kann mich mal bitte jemand kneifen? Seit zwei Tagen fahren wir auf einer Straße, die sich „Ruta del Fin del Mundo“ nennt und die uns heute nach Punta Arenas, der südlichsten Großstadt der Welt geführt hat. Ushuaia, das Ziel der Reise, ist nun wirklich nur noch einen Katzensprung entfernt – es liegt keine 200 Kilometer weiter südlich. Am Mittwoch werden wir frühmorgens um neun auf eine Fähre rollen, über die Magellan-Straße schippern und auf Tierra del Fuego – Feuerland – unsere Pedalarbeit noch für vier weitere Tage bzw. 700 Kilometer fortsetzen, ehe das große Abenteuer mit einem Schlag vorbei sein wird. Unfassbar, unvorstellbar, unbeschreiblich.

Und damit willkommen zur neusten Ausgabe von „Jenseits der Komfortzone“, in genau der wir in den letzten sieben Tagen mal wieder reichlich unterwegs waren. Dominierendes Thema auch diesmal: das Wetter bzw. der Wind. Zunächst lief alles prima. Am Dienstagmorgen verließen wir bei angenehmen Sonnenschein, der sogar das Tragen von Radelshorts und einem kurzärmligen Trikot erlaubte (!), El Calafate und wurden vom wohlgesonnenen Westwind regelrecht über die Ruta 40 gepustet. Nach einer guten Stunde standen bereits knapp 40 Kilometer auf dem Tacho, und selbst ein 1.000-Meter-Anstieg ließ sich unter diesen Umständen ziemlich angenehm bewältigen. Auf der anschließenden Abfahrt gab es dann endgültig zumindest eine kleine Entschädigung für die Qualen der letzten Wochen, als wir dank Windunterstützung ohne einen Handschlag tun zu müssen über rund acht Kilometer mit durchschnittlich 55 km/h segelten! Der Spaß endete nach ziemlich genau 100 Kilometern, als es rechtsab auf eine Schotterpiste ging, auf der erneut die Arbeitshandschuhe ausgepackt werden mussten. Immerhin blieb uns der befürchtete Gegenwind erspart, mussten wir uns nur mit allerlei groben Schotter sowie einer Oberfläche herumquälen, die ein bisschen an das mittelalterliche Kopfsteinpflaster in vielen Städten Deutschlands erinnerte. Nach weiteren 30 Kilometern war die Tagesaufgabe bewältigt, schlugen wir unsere Zelte auf einer gewaltigen Wiese ohne jeglichen Windschutz auf.

Über Nacht setzte Regen ein, und so war es am nächsten Morgen bitterkalt, als wir zurück auf unsere Räder kletterten. 30 weitere Kopfsteinpflasterkilometer standen auf dem Programm, ehe wir endlich wieder auf Asphalt stießen und auf einer moderaten gewellten Ruta 40 beschaulich gen argentinisch-chilenische Grenze kurbelten. Der Himmel war zwar tristgrau, und überall lauerten Regenwolken herum, über weite Strecken blieb es jedoch bei der Drohung, und wir konnten im Trockenen pedalierten. Kalt war es allerdings – so acht bis neun Grad, die sich durch den Wind zudem deutlich frischer anfühlten. Und am Nachmittag kam dann, worauf wir alle schon mit Bangen gewartet hatten. Nach einer weiteren Rechtskurve ging es nicht nur zurück auf Schotter, es war zudem Schluss mit dem schönen „der-Wind-ist-mein-Freund“, das uns seit fast 200 Kilometern begleitet hatte. Nunmehr stand er uns frontal im Gesicht, was die Reisegeschwindigkeit abrupt und spürbar verringerte. Das taten allerdings auch die Grenzformalitäten, zumal uns unmittelbar vor der argentinischen Grenzstation ein dicker Reisebus überholte und plötzlich 50 Leute vor uns in der Schlange standen. Pech gehabt.

Interessanterweise liegen zwischen Argentinien und Chile übrigens acht Kilometer „Niemandsland“, die offenbar zu keinem der beiden Nationen gehören. Jedenfalls waren wir in Argentinien schon längst ausgestempelt, als wir nach besagten acht Kilometer schwerster Kurbelarbeit endlich auch in Chile ankamen. Und „natürlich“ stand die Besatzung des besagten Reisebusses auch diesmal wieder vor uns in der Warteschlange! Zudem stellte sich heraus, dass es sich um eine deutsche Reisegruppe handelte, zu der auch ein älterer Herr gehörte, der Deutschlands Ruf offenbar mit nicht zeitgemäßen Werten in die Welt tragen möchte. Jedenfalls blaffte er unseren peruanischen Radelmonteur Lucho böswilligst auf Deutsch an, was Lucho natürlich nicht verstand – wohl aber ich! So kam es zu einem kleinen verbalen Austausch, bei dem besagter Herr keineswegs nur nicht-zeitgemäße Werte zum Besten gab, sondern zudem einen wahrlich abscheulichen Rassismus an den Tag legte, der ihn als übelen Altnazi outete. Auf meine Frage, ob er sich eher den 1945 nach Südamerika getürmten SS- und SA-Männern oder den Mitgliedern der Colonia Dignidad zugehörig fühlen wurde, wusste er dennoch keine Antwort, sondern stürmte stattdessen lauthals schimpfend von dannen. Von den anderen Mitgliedern der Reisegruppe erfuhr ich alsdann, dass sein Verhalten regelmäßig für Aufsehen sorgt. Mir war es jedenfalls Lucho gegenüber extrem peinlich, und ich hoffe, dass meine Spanischkenntnisse ausreichten, um ihm klarzumachen, dass es in Deutschland zwar ein paar echte Deppen gibt, die meisten von uns aber ganz okay sind.

Willkommen in Chile.

Willkommen in Chile.

Wenig später errreichten wir das hübsche Örtchen Cerro Castillo, und wie schon bei unserem letzten Chile-Kurzausflug verliebte ich mich auch diesmal sofort in die Landschaft. Gritzegrüne Wiesen, weichgeformte Hänge, eine tiefe Ruhe – Chiles Patagonien ist schon ein besonderes Fleckchen Erde. Zum Nachmittag kam dann sogar die Sonne heraus, und weil unser Campingplatz windgeschützt lag, wurde es ein herrliche Abend, zumal die Sonne in dieser Ecke der Welt nicht vor 22 Uhr untergeht.

Am nächsten Tag stand jedoch wieder Radfahren an, und das Ziel war der Nationalpark Torres del Paine, wo bereits der nächste Pausentag auf uns wartete. Ich hatte ehrlich gesagt vorher noch nie etwas von den Torres del Paine gehört und war umso erstaunter, als ich mich den Steingebilden näherte und eine wahrlich famose Landschaft entdeckte. Überall liefen Guanacos herum, an einer Stelle trafen wir sogar eine ganze Herde mit vielen Jungtieren, die Landschaft war unbeschreibbar schön und nur die vielen Busse und Kleinbusse, die säckeweise Touristen ankarrten, störten ein wenig, zumal die Straße in den Park eine technisch nicht einfache Schotterpiste war.

Stolze Guanuca-Familie im Nationalpark Torres del Paine.

Stolze Guanuca-Familie im Nationalpark Torres del Paine.

An dieser Stelle mal ein paar Worte über Chile, das mir schon bei unserem letzten Kurzbesuch als eine Mischung aus Deutschland, Schweiz und Südamerika vorkam. So auch diesmal wieder. Alles ist hier irgendwie deutlich geordneter und „gesitteter“ als in Argentinien. Die Menschen sind zurückhaltender, konservativer. Werte, Regeln und Normen stehen weitaus höher als in Argentinien, wo sich das Leben eher „frei“ bewegt. In Chile wartet man als Fußgänger an einer roten Ampel, auch wenn kein Verkehr kommt. In Argentinien würde das niemand tun. Und in Argentinien kann mal als Radfahrer auf Schotterpisten ohne Probleme auch auf der linken Spur fahren, wenn die denn einfacher zu befahren ist. Entgegenkommende Autofahrer benutzen dann einfach die rechte Spur. In Chile – geht das offenbar nicht. Jedenfalls wurde ich für mein Vergehen mehrfach angehupt und einmal sogar ziemlich lautstark angemacht, weil ich mich nicht an die Regel gehalten habe. Irgendwie werde ich aus Chile bislang noch nicht so ganz schlau…

Auf dem Weg in den Nationalpark Torres del Paine.

Auf dem Weg in den Nationalpark Torres del Paine.

Lasst mich an dieser Stelle sogleich gestehen, dass ich den Pausentag im Nationalpark mit Faulenzen verbracht habe. Während andere Mitglieder unserer Reisegruppe sich auf den Weg zum 2.000 Höhenmeter entfernten Aussichtspunkt machten – eine anstrengende Wanderung, für die zwischen fünf und neun Stunden veranschlagt wurden – genoss ich die warme Sonne und einen lauen Wind, um Glieder und Seele endlich einmal so richtig baumeln zu lassen. Ein seichter und dennoch spannender Roman half, den Tag über die Runden zu bekommen, und nachdem ich zum Abend noch einen kleinen Spaziergang („ich muss mich mal bewegen“) über einen sehr schönen Naturlehrpfad absolviert hatte, fiel ich hundemüde und zugleich tief erholt in meinen Schlafsack.

Frühmorgens im Nationalpark Torres del Paine.

Frühmorgens im Nationalpark Torres del Paine.

Gottseidank, denn uns standen zwei Tage bevor, die unvergessen bleiben. Es begann mit herrlichem Sonnenschein zum Frühstück, der Lust auf einen entspannten Tag machte. Der allerdings war schon angesichts von 131 Kilometern überwiegend auf sehr welligem Terrain und auf Schotterpisten kaum vorstellbar. Es begann mit phantastischen 14%+-Passagen durch den Nationalpark, der uns mit seinen schroffen Rampen allerdings auch ganz schön forderte. Noch strahlte die Sonne, noch war der Wind zwar spürbar, aber kein Problem.

Das änderte sich nach ziemlich genau 22 Kilometern. Ein bergaufführende Rechtskurve ließ uns in einen Wind hineinsteuern, wie ich ihn selten zuvor erlebt habe und in dem ich ganz bestimmt noch nie versucht habe, Fahrrad zu fahren. Mächtige Böen spielten regelrecht mit uns, versuchten uns von den Rädern zu werfen, ließen ein Weiterfahren nicht zu. Selbst die stärksten Fahrer mussten absteigen und schieben. Das war anfangs immerhin noch möglich, ehe selbst das Laufen im Laufe der Zeit immer schwieriger wurde. Mitunter hatte ich Probleme, überhaupt auf den Beinen zu bleiben und mein Fahrrad nicht wegfliegen zu sehen, derart kräftig tobte der Wind. Anfangs war es noch lustig, doch nachdem ich mehrfach fast umgeflogen wäre, verlor die Angelegenheit ihren Reiz, zumal der Wind auch immer wieder Schottersteinchen aufwirbelte und uns frontal in die Gesichter schleuderte. Nach fünf Kilometern, die ich überwiegend gehend überwand, fragte ich mich zum ersten Mal, wie ich die 131 Tageskilometer schaffen sollte, denn inzwischen war es bereits kurz vor halb elf – wir waren mal wieder erst um neun Uhr losgefahren… Auf meiner Facebook-Seite habe ich ein kleines Video gepostet, das Euch vielleicht eine bessere Vorstellung gibt. Ihr müsst nicht bei Facebook angemeldet sein, um die Seite besuchen zu können: https://www.facebook.com/hardygruene

Schieben im Wind.

Schieben im Wind (der Schieber in der Mitte bin übrigens ich).

Nach 35 Kilometern machte die Piste dann einen Knick, und es wurde leichter, doch als wir bei KIlometer 40 auf eine andere Piste abbiegen mussten, ging der Spaß von vorne los. Nun lagen rund drei Kilometer schnurgrade und übelste Schotterpiste vor uns, auf der ein unsagbar heftiger Seitenwind tobte. Wie besoffen kurbelten wir über die Piste, mussten alle naselang aufpassen, nicht auf selbige zu fallen und kamen schließlich nach insgesamt weit über vier Stunden Fahrzeit im an Kilometer 49 platzierten Lunchstopp an. Es war nicht nur kaum mehr möglich, weiterzufahren, es war schlicht und einfach gefährlich. Niemand hatte sein Rad mehr unter Kontrolle, und angesichts des verhältnismäßig dichten Auto- und Busverkehrs musste man verdammt aufpassen, nicht wortwörtlich unter die Räder zu kommen. Ganze acht Teilnehmer entschieden für sich, dennoch weiterzufahren – sie kamen schließlich auch heil abends um sieben im Camp an. Der Rest quittierte den Tag – und stürzte ins nächste Chaos. Denn ausgerechnet der Organisationsleiter war ungeachtet der unzumutbaren und gefährlichen Situation vom Lunch aus mit der allerersten Gruppe weitergefahren, obwohl offensichtlich gewesen war, dass es ein Tag mit massiven Problemen werden würde. Dadurch war er nicht erreichbar – und weil ohne ihn niemand wirklich in der Lage war, Entscheidungen zu treffen, saßen wir zunächst ziemlich fest und waren ratlos. Ein in meinen Augen bedenkliches Krisenmanagement, das ziemlich hätte ins Auge gehen können. Immerhin ging alles gut, kamen wir alle irgendwann im Camp in Puerto Natales an, wo es dann gegen 20.30 Uhr auch für die letzten Eintreffenden Abendessen gab.

Auf der drei Kilometer langen Gerade "ging" dann endgültig nichts mehr.

Auf der drei Kilometer langen Gerade „ging“ dann endgültig nichts mehr.

Puerto Natales überraschte unterdessen durch ein Autocorso mit Hupkonzert. Ein genauerer Blick offenbarte eine Menge rotz-blauer Fahnen, und rasch war klar – „La U“ – bürgerlicher Gegenspieler von Volksverein Colo Colo – hatte gerade die Apertuda-Meisterschaft gewonnen, was die Menschen auch fernab von Santiago erfreute und begeisterte. Leider hatte ich keine Kamera dabei, deshalb gibt es kein Fotodokument der außergewöhnlichen Szene.

Die nächste Katastrophe wartet schon am Himmel - Regen auf dem Weg zwischen Puerto Natales und Punta Arenas.

Die nächste Katastrophe wartet schon am Himmel – Regen auf dem Weg zwischen Puerto Natales und Punta Arenas.

Am nächsten Tag ging der Spaß im Wind weiter. Unter dichtbewölktem Himmel und wohlwollenden sieben Grad Celsius kletterten wir auf unsere Räder und stellten uns erneut dem Orkan. Diesmal – das wussten wir schon – kam er allerdings für die ersten 100 von 148 Kilometern von hinten rechts, war uns also eher freundlich gesonnen. Und so schossen wir zumeist in den hohen 40ern durch die Landschaft, ließen den immer mal wieder einsetzenden und eiskalten Regen über uns ergehen und erreichten nach etwas mehr als anderthalb Stunden den Lunchtruck, wo wir uns ein wenig aufwärmen konnten. Es folgten 40 Kilometer direkt nach Westen, was hieß, dass ich quasi ohne einen Pedalschlag tun zu müssen mit durchschnittlich 55 bis 60 km/h durch die Landschaft rauschte. Ein wahnwitziges Gefühl! Sobald mich eine Bö erwischte, fühlte es sich an wie Windsurfing. Eine ungeheure Kraft schob mich dann ruckartig nach vorne und ließ meinen Radcomputer in für eine flache Gerade niemals zuvor erreichte Dimensionen (bis zu 72 km/h) vorstoßen. Immer im Kopf das Wissen, dass wir bei Kilometer 100 rechts abbiegen und dann im Seitenwind stehen würden.

Und dann kam dieser ominöse Kilometer und die Welt stand Kopf. Ich hatte noch keine zehn Meter nach der Abbiegung überwunden, als ich das erste Mal auf die Gegenfahrbahn geblasen wurde. Keine Chance, das Rad unter Kontrolle zu bekommen! Es war ein orkanartiger schräger Seiten-Rückenwind, der mich gleichzeitig von der Straße zu wischen versuchte UND mir gehörig Tempo verschaffte. Eine wahrlich beängstigende Kombination, und nachdem ich einmal erst kurz vor einem LKW zum Stillstand kam, hockte ich mich mit pochendem Herzen an den Straßenrand und versuchte, in dem schreienden Wind meine Gedanken zu sammeln. Allein mein Fahrrad flach auf den Boden zu legen kostete enorme Anstrengungen, und im Grunde genommen war es fahrlässig, weiterzufahren. Nachdem ich mich ein wenig beruhigt hatte, wagte ich dennoch einen neuen Start, und nach einer Weile hatte ich den Bogen raus, wie man mit derartigen Herausforderungen umzugehen hat. Und so taumelte ich wie ein Besoffener über die windgepeitschte Überlandstraße, versuchte, die Böen möglichst vorauszuahnen und ließ mich zeitgleich von dem kraftvollen Wind gen Ziel transportieren. Zu dem Adrenalinshocker gesellt sich später noch Regen, der angesichts des starken Windes als Seitenregen niederging. So war ich an der rechten Seite bald klatschnass, während meine linke Körperhälfte völlig trocken blieb. Patagonien blows you away!

So sieht es aus, wenn man gegen den Seitenwind radelt.

So sieht es aus, wenn man gegen den Seitenwind radelt.

Dann lag das Ziel endlich vor meinen Augen und wir waren alle froh, mit heilen Knochen angekommen zu sein. Jeder hatte seine persönliche Story zu erzählen, von Beinahelandungen in Gebüschen, von Fast-Crashs mit Autos, von Versuchen, wieder in Fahrt zu kommen, nachdem man aus irgendwelchen Gründen hat stehenbleiben müssen. Das nämlich ist eine echte Herausforderungen – solange die Räder rollen, sorgt die Bewegung für Stabilität, während man beim Anfahren im Wind wirklich mit der geballten Kraft des Windes kämpfen muss.

Der nächste Tag ließ uns unter deutlich beruhigteren Bedingungen nach Punta Arenas radeln, der mit Abstand größten Stadt hier unten, in der aber aufgrund eines nationalen Feiertages dennoch alle Bürgersteige hochgeklappt und Läden zu waren. Durch die Straßen des Ortes zu spazieren vermittelt wahrlich das Gefühl eines „Explorers“. Der Wind pfeift durch die Gassen, der Himmel wechselt im Minutentakt sein Bild und die Menschen laufen in dicker Winterkleidung herum. Es ist Sommer hier unten, und meine Phantasie reicht nicht aus, mir vorzustellen, wie es hier wohl an einem unangenehmen Wintertag aussehen mag. Ein gastlicher Ort, ja, aber dennoch ein ungastlicher Ort. Nebenbei interessant: es gibt eine sehr große kroatische Gemeinde in Punta Arenas – in den 1870er Jahren sind wohl einige Kroaten vom Goldrausch angelockt worden und haben die Wurzeln zu „kroatisch-Chile“ gelegt. Ansonsten ist Punta Arenas Ausgangspunkt für diverse Expeditionen in den Region. Darunter ist ein Ausflug zu einer Pinguinkolonie auf der Isla Magdalena, den ich mir am Nachmittag gönnen werde. Weitere Abenteuer, die gleichfalls spannend klingen, sind leider aus Zeitgründen nicht möglich.

Denn morgen früh klettern wir zurück auf unsere Räder, um die letzten 700 Kilometer von The Andes Trail anzugehen. Zunächst wird die Reise per Fähre über die Magellanstraße nach Porvenír führen, wo uns erfreulicherweise rund 400 Kilometer Richtung Osten erwarten (womit wir zugleich vom Pazifik zum Atlantik fahren!), wir bei normalen Windbedingungen also keine allzu großen Probleme haben sollten. Allerdings fahren wir auf einer Schotterpiste, und ohnehin gilt: this is Patagonia and you never know…  In Río Grande steht dann ein letzter Pausentag an, ehe wir ein letztes Mal südwärts kurbeln und schließlich in einer großen Schleife Ushuaia ansteuern.

Noch vier Tage auf dem Rad, noch fünf Tage bis zur Ankunft in Ushuaia. Kann mich mal bitte jemand kneifen?

Ein sehr schönes Bild für "gegen den Wind fahren", nicht wahr?

Ein sehr schönes Bild für „gegen den Wind fahren“, nicht wahr?

Im Nationalpark Torres del Paine.

Im Nationalpark Torres del Paine.

Wer sagt eigentlich, Patagonien sei flach?

Wer sagt eigentlich, Patagonien sei flach?

Abenteuer im Abenteuer: Ausflug zum Perito-Moreno-Gletscher am Pausentag in El Calafate.

Abenteuer im Abenteuer: Ausflug zum Perito-Moreno-Gletscher am Pausentag in El Calafate.

Mit meinem lieben Radelfreund James am Perito-Moreno-Gletschder.

Mit meinem lieben Radelfreund James am Perito-Moreno-Gletschder.

Der Wind kommt hier normalerweise nur au einer Richtung. Auch die Bäume wissen Bescheid und haben längst jeden Widerstand aufgegeben.

Der Wind kommt hier normalerweise nur au einer Richtung. Auch die Bäume wissen Bescheid und haben längst jeden Widerstand aufgegeben (es war übrigens fast windstill, als ich das Foto schoss!).

Nein, das ist nicht der Fußballplatz von Cerro Castillo! Allerdings war er es mal - ehe die Reiter das Terrain übernahmen...

Nein, das ist nicht der Fußballplatz von Cerro Castillo! Allerdings war er es mal – ehe die Reiter das Terrain übernahmen…

Sage noch jemand, in Calafate gäbe es nur Touristennepp. Im stationären Buchhandel fand ich dieses Werk, das wie geschaffen ist für jemanden wie mich: Die Geschichte aller Meisterschaften seit 1891!

Sage noch jemand, in Calafate gäbe es nur Touristennepp. Im stationären Buchhandel fand ich dieses Werk, das wie geschaffen ist für jemanden wie mich: Die Geschichte aller Meisterschaften seit 1891!

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