racing? Racing!

Der Fußball macht manchmal schöne Geschenke. Hatten wir schon bei meinem Argentinien-Debüt in Mendoza, nicht wahr?
Am Abend des Pausentages in Chos Malal bekam ich wieder so ein Geschenk, wie es nur der Fußball bieten kann. Folgende Situation: ich sitze mit einer Gruppe Bike-Dreamers in einem Restaurant, in dem nebenbei Fußball läuft. Boca spielt gegen Cerro Porteno aus Paraguay, es geht um den Einzug ins Endspiel der südamerikanischen Champions League. Unsere Gruppe schaut mit halbem Auge zu, während ich ein wenig über die Befindlichkeiten im argentinischen Fußball erzähle. Als ich nach Boca und River als die „großen“ Klubs auch die etwas „kleineren“ Vereine wie Estudiante, Independiente, San Lorenzo und Racing erwähne, grinst mich plötzlich ein an der Theke stehender Typ an und hebt den Ärmel seines T-Shirts. Darunter kam ein Racing-Tatoo zum Vorschein, das prima zu meinem T-Shirt passte, denn darauf prangte ebenfalls ein Racing-Wappen. Denn: wer braucht schon Boca oder Rivers (gleichbedeutend mit Bayern/BVB), wenn er auch „echte“ Liebe im Fußball bekommen kann – also beispielsweise Racing bzw. Huracan, ein weiterer Klub, von dem ich übrigens ein Shirt erwarb.
Nun aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Dank der Wappen war sofort eine gemeinsame Verbindung da, und das ist einfach das schöne am Fußball – das „Lagerdenken“ verbindet auch Menschen, die sich gar nicht kennen. Ratzfatz kamen wir ins Gespräch, zeigte er mir Bilder seiner Familie im Stadion, verriet mir, dass er selber für Racing gespielt habe. Erst verstand ich nicht so recht, doch beim zweiten Mal war dann alles klar: hier steht ein früherer Racing-Profi vor mir und grinst mich an, weil ich das Wappen seines Vereins trage! Dummerweise habe ich in all der Aufregung vergessen, nach seinem Namen zu fragen, und so weiß ich nur, dass er bis vor sechs Jahren bei Racing war und danach in seine Heimatregion nach Chos Malal zurückkehrte. Fröhlich verabschiedeten wir uns voneinander, durchaus zum Erstaunen der restlichen Bike-dreamers, die neidisch feststellten, das Fußball eben großartig verbindet!
Und sonst? Nicht verraten, aber das Wetter ist gerade prima (morgens meistens recht frisch, ehe im Laufe des Tages die Sonne rauskommt und es teilweise regelrecht heiß ist), wir haben in drei Tagen 420 km zurückgelegt – davon rund 200 auf „dirt“ – und durften uns gestern morgen rund 50 Kilometer gegen wütenden Westwind stemmen. Ansonsten? Bin ich am Freitag auf der längsten Etappe der gesamten Tour (161 km) als Dritter nach den beiden Musketieren James und Alfred eingelaufen und habe heute in Junín de los Andes die ersten Verkehrsampeln seit unserer Ankunft in Patagonien gesehen.
Details und Bilder eines wahrlich verzaubernden Patagonien gibt es wie immer am nächsten Pausentag (in Bariloche).

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