Aktion Gipfelsturm erfolgreich begonnen

Fünf Giganten liegen schon zu meinen Füßen und winseln um Gnade, wovon ich natürlich nix wissen will! Knie nieder, ihr Winzlinge!

Morgen fällt mit dem Iseran dann auch der erste 2.000er – der Aufwärmhügel ist mit 2.700 Meter eine der höchsten befahrenen Passstraßen Europas und ich bin ziemlich gespannt, wie frisch es dort oben ist.

Ansonsten ist in Frankreich der Sommer ausgebrochen. Pünktlich zu meiner Tour und natürlich ein Segen, denn ich hatte mich schon im Neopenanzug über die Alpen wuchten sehen – der Sommer war bislang ähnlich verregnet wie unser. Nun ist es heiß. Sehr heiß. Meine Nase ist schon knallrot, obwohl ich sie kräftig einschmiere. Doch im ‚Schweiße meines Angesichts‘ hält die Schutzschicht immer nur bis zum nächsten Anstieg.

Und die gibt es hier reichlich. Heute bin ich 101 km gefahren – davon 52 bergauf. Und nicht einfach bergauf – unter 6 % geht hier kaum etwas. So geht die ganze Sache dann trotz Afrika-Kondition durchaus in die Beine, die sich grade müde auf dem Hotelbett räkeln, während der Magen fleißig die Energie des Abendessen an alle internen Versorgungseinrichtungen verteilt. Die Bedienung brachte mir augenzwinkernd sogar eine extra Schale Pasta – ‚pour les cols demain‘, meinte sie. Sehr nett und äußerst zuvorkommen. Ich bin übrigens in Val d’Isere, einem dieser absurden Skitempel, die die Franzosen hier überall hingeklatscht haben. Für meine Velotour perfekt, Urlaub machen möchte ich hier aber nicht.

Bezüglich der Nahrungsaufnahme bin ich also wieder im Afrikamodus, alles andere ist dann aber doch eher anders. Kein lunchtruck wartet mit leckeren Sandwiches an der Strecke, statt eines staubigen Zeltplatzes muss ich mir meine Unterkunft am Ende des Tages selber suchen und auch die Radelkollegen fehlen. Hier sind zwar ne Menge anderer Radler unterwegs, aber man kennt sich halt nicht. Dafür überholte mich heute am Cormet de Roseland eine Gruppe aufgeregt schwatzender Macho-Italiener, die ordentlich Hektik verbreitete.

Sehr gewöhnungsbedürftig ist das Fahren mit Gepäck. Habe zwar nur ein Minimum dabei, doch alles in allem sind es schon 10 kilo, und die spür ich deutlich an Berg. Meine berüchtigen Sprintqualitäten kommen jedenfalls nicht wie sonst zum Tragen. Gut, dass ich später beim Dreifachsturm auf den Ventoux ohne Gepäck sein werde.

Frankreich ist … Tja … Nun, die Franzosen sind, ich verallgemeinere jetzt mal, wie immer zum Knutschen und Knuddeln. Wenn sie nicht mit einem Einkaufswagen im Supermarkt unterwegs sind oder an Steuer eines Autos sitzen, sind sie pure Lebensfreude und erfreulich lebensnah zuvorkommend (wie gesagt: verallgemeinert). Mein Campingplatzchef in St-Jean ist jedenfalls meine ganze Route mit mir durchgegangen und guckte so neidisch, dass ich am liebsten mitgenommen hätte. Ging aber nicht, denn er muss ja auf mein Auto aufpassen, das in St-Jean auf meine Rückkehr wartet.

Ach, ich könnt noch viel mehr schreiben. Von den wahsinnigen Abfahrten hier, bei denen der Bordcomputer einmal sogar die 80 km/h Marke berührte. Von der besch… Ausschilderei, die mich manchesmal zum Wahnsinn treibt. Von dem absolut absurd dichten und extrem nervigen Autoverkehr selbst auf den Nebenstraßen (auf dem Col d’Aravis war sogar ein Stau!). Und natürlich von dem Weinfest in Bellecombe, in das ich gestern, schon auf letzter Energiereserve fahrend, reingeraten bin.

Doch das muss noch warten. Ich schreibe auf der Minitastatur meines Handys, und das ist schwierig genug. Deshalb im Moment auch noch keine Bilder. Werden nachgeliefert, wenn ich zurück in St-Jean bin und dort ein Internet-Cafe gefunden habe.

Soviel pour le moment. Mehr am nächsten Wlan-Punkt, an dem ich andocken darf. Hoffentlich schon bald. Vielleicht ja schon morgen!

Euer hardy cyclist

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