Kinshasa Symphonie

Wunderbares Afrika! Habe heute Abend den Film „Kinshasa Symphonie“ sehen dürfen und bin tief berührt an Herz und Seele heimgekehrt. Was für ein phantastischer, atemberaubender, verrückter Kontinent!

Kurz zum Film: Er spielt in der DR Kongo, diesem verwunschenen, kriegsverfolgten, verwahrlosten, chaotischen Monstrum mitten im Zentrum. Es spielen mit: eine Menge Leute, die einfach nicht aufgeben wollen. Die Hoffnung auf Leben, die Hoffnung auf Freude. Darunter eine Marktfrau mit ihrem kranken Kind, ein Automechaniker, der in seiner Freizeit Musikinstrumente bastelt und ein Pilot, der es sich in den Kopf gesetzt hat, die erste Klassikcombo Schwarzafrikas aufzuziehen. Sie haben: nichts. Instrumente müssen sie selber bauen. Der Strom fällt dauern aus. Sie sitzen auf Plastikstühlen oder selbstgezimmerten Holzschemeln. Notenbücher müssen sie selbst herstellen. Die Texte auf Latein (Bolero) oder Deutsch (Beethovens 9.) sind ungreifbar exotisch – vor allem für diejenigen, die kaum ihre eigene Sprache beherrschen. Raum zum Üben haben sie natürlich auch nicht.

Aber sie haben ein Ziel: Zum 50. Jubiläum der Gründung der DR Kongo wollen sie ein Open-Air Konzert in Kinshasa geben.

Und es gelingt. Am Ende tobt das Publikum und feiert die glücklichen Musiker. Was für ein Erfolg, was für ein Aufwand. Und was für ein Lohn für eine unbändige Lebensfreude. Für diese ebenso schlichte wie enorme Weigerung, sich dem allgemeinen Verfall zu beugen. Den Spott zu ertragen, weil keiner im Kongo „Klassik“ kennt. Weil sie alle lieber Rap hören oder vor dem Fernseher abhängen. Weil feine Nuancen in der Kakophonie des Chaos ohnehin keine Chancen haben.

Wer etwas vom und über das Leben in Afrika erfahren möchte, von der dortigen Wucht des Willens und der Kraft der Freude, der sollte sich diesen Film anschauen. In Göttingen läuft er noch bis Ende des Jahres im Lumiere. http://www.lumiere.de/

ENGLISH VERSION Marvellous Africa! Went to the cinema tonight and enjoyed „Kinshasa Symphonies“, a film that touched me deeply at the heart and at the soul. What an incredibly, mind-blowing, crazy continent that is!

The film takes place in the DR of Congo. This enchanted, war-torn, desolate and chaotic monster right in the middle of Africa we all know so well from the horrible stories in our daily news. The story goes about quite a few people who just don’t want to give up. Give up the hope of living, give up the hope of happiness. Among them a market woman with a seriously ill child, a mechanic who builds instruments in his leisure time and a pilot who wants to establish the first all black classical-combo. They do have: nothing. They need to build there own instruments. They suffer under electrical shortage. They sit on plastic chairs or wooden footstools. They have to create there own music books. They struggle with the difficult Latin or German words of the Bolero and Beethovens 9th – especially those, who already struggle with their own language. And they don’t have any rooms to practise.

But they have a common aim: They want to play an open air concert for the 50th anniversary of the foundation of the DR of Congo.

And they succeed! At the end the crowd roars with enthusiasm und celebrates the proud musicians. What a success, what an effort. And what a wondeful reward for a crazy love for living. For a stubborn refusal to accept the common decay. To bear the mockery because nobody in the Congo knows „classical music“. Because they prefer rap and hanging around in front of the tv instead. Cause the silent nuances don’t stand a chance in the cacophony of the chaos anyway.

Whoever wants to know a bit more about life in Africa, about the wonder of will-power and the force of happiness, this is the film for you. As it is a German production, it was subtiteld and left in the original Congolese French. So there might be a chance that this wonderful film will be available in France and the UK as well.

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