Literaturstunde im Fitnessstudio / A Reading in the Gym

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Na endlich! Als ich heute in die Mucki-Bude spazierte, saß da zum ersten Mal jemand auf einem Rad und las eine Zeitung! Ha! Er hatte keine Knöpfe im Ohr, wie alle anderen, sondern unternahm eine pure intellektuelle Fütterung rein durch die Augen! OK, es war „nur“ der „Kicker“, aber ich fühlte mich nicht so einsam wie sonst, wenn ich meinen frischen Andreas Altmann („Sucht nach Leben“) verschämt im Handtuch verstecke und erst hervorhole, wenn ich schon auf der Rolle sitze. Doch was soll ich auch machen? Ich habe nun mal keine Lust, mich stundenlang volldudeln zu lassen, und Wissensaufnahme funktioniert bei mir nun mal traditionell über das Lesen (ja, ich weiß, ich bin hoffnungslos veraltet). Und so sitze ich halt mit Buch auf der Rolle und pedale lesend meine Grundlagenkilometer ab.

Das ganze ist aber insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss das Buch irgendwie in der Balance halten, und dummerweise gibt der Körper so spätestens nach 20 Minuten auch immer ordentlich Schweiß ab, was die Sache nicht erleichtert. Wird also durchaus witzig aussehen, wenn ich da auf dem Drahtesel hocke, den Boden mit Schweißbächen fülle und in ein Buch vertieft bin… 😉

Vielleicht sollte ich mal über eine Lesung nachdenken. Das wäre doch mal was – Literaturlesung im Fitnessstudio, strampeln und bilden! Kommt jemand?

Ansonsten ist die Mucki-Bude ne Wucht! Nach rund drei Wochen stetiger Besuche hat sich muskelmäßig ordentlich was getan, und den oder anderen Mitsportler kenne ich inzwischen auch. Obwohl – kennen ist wohl zuviel gesagt. Hier ist coolness angesagt! Man nickt sich beiläufig zu, wünscht sich ein schönes Training und geht ansonsten seine Wege. Im Fitnessstudio ist eben jeder alleine mit seinem Körper, der mehr oder wenig mitzieht. Man kämpft mit sich und mit den Geräten. Wuchtet mit starrem Blick die Gewichte in die Höhe, glotzt auf seinen Bizeps, stöhnt, prustet, bläst die Backen auf, verdeht die Augen. Kein Platz für Schwäche.

Besuchermäßig kann ich zufrieden festellen, dass sämtliche Klisches über Mucki-Buden und auch das Eichsfeld erfüllt werden. Da sind scharfe Blondinen mit poppigen Klamotten, da sind Jungs mit wirklich dicken Muskelpaketen, da sind Poser, die uns alle an ihren wundervollen Körpern teilhaben lassen und da sind die Looser, deren offenkundliche Fehlernährung (McD ist gleich nebenan…) zwar auf dem Laufbahn geopfert werden soll, aber offenbar einfach nicht runterwill.

Na ja, ich hab gut reden…

ENGLISH Gotcha! For the first time since I started going to the gym I saw somebody sitting on a bike and reading a newspaper! No headphones (something nobody ever part with!), but pure intellectual „feeding“ just by the eyes. Wow! Well, it was only the „kicker“, though, but who is greedy? Not me, as I certainly didn’t feel as lonely as normally entering the gym and hiding my book in a towel only to reveal it when I enter the bike.

What else can I do? I don’t like being brainwashed all day by music, and to enlarge my knowledge I actually still read stuff (I know, I’m hopelessly out of time…). So I ended up sitting on an exercise bike and trying to stay fit while reading a book.

It’s not as easy, though. You need to keep the book in balance, and after around 20 minutes the body is starting to sweat heavily which doesn’t make it easier. I guess it looks rather funny to everybody, watching me deeply lost in a book while the sweat is puddling under my feet. 😉

Maybe I should offer a reading. A reading in the gym – getting educated while pedaling! Who’s coming?

Going to the gym is fun. After only three weeks I can already see the differences and I even got to know some of my fellow body builder. Well, getting to know might not be quite so true, as law number one in the gym is: always stay cool! You at best nod to the other guys, wish them well and then go your own way. In the end it’s a lonely fight for just everyone. A fight with your body, with the equipment and with the load. No place for sissies, thats for sure! 

As for my fellow buddies I can happily confirm that all my prejudice about gyms have been complied. There are curvy blondes in colourful clothes, there are really beefy boys, there are poser who show us everything they have (well luckily not quite everything) and there are looser with an obvious disfunctional nutrition in the past (or the present, McD is just around the corner), who struggle on the treadmill without really losing any weight.

But who am I to say so….

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Ein Kommentar

  1. Buchlesen aufm Fitnessrad war für mich stets die einzige Möglichkeit, diese Eintönigkeit überhaupt zu ertragen. Dass ich schon seit einiger Zeit Bücher ausnahmslos nur noch zuhause im Sessel lese, das kann man mir inzwischen ja leider ansehen – aber „damals“, da wusste ich nach sechs Monaten morgendlichen Halbstundenstrampelns sehr genau, welche Bücher welcher Verlage Fitnessrad-kompatibel waren und welche nicht. Einige Bücher scheinen beispielsweise geradezu versessen darauf zu sein, Schweiss aufzusaugen, andere wiederum hegen eine derart unerbittliche Abneigung gegen diese Fitnessgeräte, dass sie sich offensichtlich mit einem Feld höherer Schwerkraft umgaben und immer wieder aus den Händen stürzten.
    Ansonsten: mit’m Rad quer durch Afrika: Hammer!
    beste Grüsse + GlückAuf!
    matthias

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