Erster Abschnitt Kairo-Khartoum / First Section Cairo-Khartoum

Lesestoff

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Drei Monate scheinen eine lange Zeit zu sein, doch wir wissen alle, wie schnell sie vorbeigehen können. Und in drei Monaten werde ich irgendwo im südlichen Ägypten auf dem Rad sitzen und vermutlich mit wundem Hinterteil ordentlich fluchen, wie bescheuert ich sein konnte, mich für die Tour d’Afrique 2011 anzumelden.

Heute hingegen freue ich mich drauf und stecke mitten in den Vorbereitungen. Gerade hatte ich ein längeres und sehr nettes Telefonat mit einem Teilnehmer der diesjährigen Tour d’Afrique, der mir die enorme Bedeutung von scheinbar unbedeutenden Kleinigkeiten klar machte. Eine Taschenlampe zum Beispiel ist beim längsten Radrennen der Welt elementar: Schließlich stehen wir morgens vor dem Sonnenaufgang auf, und wer da im wahrsten Sinne des Wortes keinen „Durchblick“ hat, der hat schon vor dem Start der Tagesetappe „verloren“. Ich werde nun also nicht nur, wie ursprünglich geplant, eine kleine Headlampe zum abendlichen Lesen im Zelt mitnehmen, sondern mindestens noch eine weitere Leuchthilfe. Danke an Ruben!

Gestern strahlte die Sonne hier wunderschön, und obwohl es mit knapp fünf Grad etwas frisch war, konnte ich eine schöne Rundtour über knapp 80 Kilometer absolvieren. Mit seinen vielen Höhen und Tiefen ist Südniedersachsen immer wieder ein ziemlich dankbares und zudem sehr schönes Trainingsterrain. Heute hingegen ist es grau, regnerisch und windig – da geht es dann nachher wieder in die Mucki-Bude, ein wenig an meinem Alabasterkörper feilen.

Die Tour d’Afrique ist aber nicht nur Fahrrad fahren, sondern eben auch Afrika erfahren. Ich bin längst dabei, das eine oder andere Buch durchzuarbeiten (super vor allem Bartholomäus Grills „Ach, Afrika“ sowie „Dark Star Safari“ von meinem Lieblingsreisejournalisten Paul Theroux), um nicht völlig unwissend den Kontinent zu durchqueren. Und weil ich natürlich auch immer ein Äuglein für den Fußball in den jeweiligen Ländern offen haben will, gehört mein eigenes Buch „Weltfußballenzyklopädie Amerika, Afrika und Ozeanien“ ebenfalls zur „Pflichtlektüre“.

Für alle die neugierig genug sind, will ich nun mal anfangen, über die insgesamt acht Abschnitte von Kairo nach Kapstadt (siehe „TdA 2011“) zu berichten. Der erste nennt sich „Pharao’s delight“ („Pharaos Vergnügen“) und geht von der ägyptischen Millionenmetropole Kairo nach Khartoum, der Hauptstadt des Sudans.

Am 15. Januar werden wir uns morgens gegen 7 Uhr unter den Pyramiden von Gizeh treffen und gemütlich unter der Spinxh vorbeiradeln, um das für die meisten von uns wohl größte Abenteuer des Lebens zu beginnen. Anfangs werden wir von einer Polizeieskorte begleitet sein – Kairo kommt auf mindestens 16 Mio. Einwohner (so genau weiß das niemand), und da sind wir auf unseren hochmodernen Fahrrädern und mit bunten Klamotten nicht ganz ungefährdet. Von Kairo aus geht es gen Osten zum Roten Meer, an dessen Ufern wir dann u.a. über Hurghada Richtung Süden bis zur Stadt Sefaga pedalen.

Ägypten/Egypt

Von dort aus geht es zurück ins Landesinnere, wo wir in Qena auf den berühmten Nil treffen werden. An dessen Ufer gehr es alsdann immer Richtung Süden, wobei wir Luxur passieren und schließlich hinter Aswan die ägyptisch-sudanesische Grenze erreichen. Spätestens dort wird das „Abenteuer“ dann so richtig beginnen. Die Fähre über den Nasser-Staudamm ist berühmt-berüchtigt und wird uns in etwa 24 Stunden gemütlicher Fahrt nach Wadi Halfa bringen. Eine Stadt im Norden Sudans, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient, da sie nicht viel mehr als ein winziger Fährhafen ist.

Im Sudan folgen wir dem Lauf des Nils, passieren auf unserem Weg durch die Nubische Wüste u.a. Dongola und kommen schließlich über Omdurman in der Hauptstadt Khartoum an, wobei dort aus Sicherheitsgründen wohl erneut eine Polizeieskorte auf uns warten wird. Dort endet der erste Abschnitt, an dem wir knapp 2.000 Kilometer auf dem Tacho haben werden.

Sudan

Auf diesem ersten Abschnit steht vor allem das Eingewöhnen in das tägliche Radfahren und das „Exotische“ auf dem Programm. Über weitere Strecken werden wir auf Asphaltstraßen radeln, was am Anfang natürlich ideal ist. Die Wüste auf dem Fahrrad zu durchqueren, dürfte hingegen eine besondere Erfahrung sein, und ich hoffe schon jetzt, dass uns der kräftige Gegenwind, mit dem die Teilnehmer in diesem Jahr schon am zweiten Tag auf über 160 Kilometer zu kämpfen hatten, diesmal erspart bleibt.Der Kontrast zwischen Ägypten und dem Sudan wird groß sein. Ägypten ist hektisch und laut, während der Sudan bisweilen wie ein vergessenes Land wirkt. Sowohl Ägypter als auch Sudanesen gelten als sehr freundlich und aufgeschlossen, so dass uns sicher die eine oder andere nette Begegnung bevorstehen.

In Khartoum gilt es dann, den dortigen fast westlichen Standards entsprechenden „Luxus“ zu genießen, denn der zweite Abschnitt von Khartoum nach Addis Abeba soll hart werden. Warum? Demnächst hier!

 

Lesestoff

ENGLISH Three months seems to be a long time, but we all know how fast life can go. In three months I’ll be riding my bike somewhere in the south of egypt, probably cooling my sore back and cursing myself for being so stupid to participate in the Tour d’Afrique 2011.

As for the moment I’m still looking forward to the adventure. I just had a nice phone call with a participant of the Tour d’Afrique 2010 who made me aware to be careful even with the tiny bits in my preparation. A torch for example is one of the most important items on the tour! As we get up before sunrise you are lost without a proper torch even before the actual stage of the day has started. So I’ll carry another torch apart of the small head torch I’d planned to take just for reading at night in my tent… Thank you Ruben!

Yesterway we had plain sunshine here, and although it was rather freezing (5 degree celsius) I could cycle a nice round-trip of about 80 kilometres. With many small and some bigger hills, South Lower Saxony is a perfect training area for me and a nice one as well.

Today its grey, cold and windy, so it’ll be the gym for me. Working on my body-shape ;-).

The Tour d’Afrique is not only cycling, it’s “feeling” Africa as well. I’ve been reading a couple of books on the continent lately (among them the great “Ach, Africa” from the German journalist Bartholomäus Grill and “Dark Star Safari” from Paul Theroux, my favoured travel writer) to pile up information. Always having football in mind, I studied my own book “Encyclopedia of World Football, America, Africa and Oceania”) as well.

For those of you curious enough I’m going to write a few words about each of the eight sections the Tour d’Afrique is divided. Starting today with “Pharao’s delight” from Cairo to Khartoum in Sudan.

January 15th, seven o’clock in the morning, we all will be meeting under the pyramids of Giza, pedal our way under the famous Great Spinxh and start an adventure that for most of us will be the biggest in life. We will be escorted by the police as Cairo with more than 16 mio. souls might be a bit too dangerous for a group of around 60 weirdos on high-end bikes and in funny clothes. From Cairo we pedal east to the Red See and then South via Hurghada to the town of Sefaga, around 400 kilometres south of Suez.

Ägypten/Egypt

From Sefaga we head inland and meet the famous river Nile at Qena. Cycling south along the shore of the Nile we pass Luxor and meet the Egyptian-Sudenese border just after Aswan. If not yet, the adventure now certainly will start! The ferry crossing the Lake Nassar is notorious and takes about 24 hours to bring us to Wadi Halfa. That’s a town in northern Sudan which doesn’t actually deserve the label “town” as it is just a tiny harbour, surrounded by a couple of houses.

In Sudan we follow the Nile southwards, cross the Nubian Desert, pass the town of Dongola and finally arrive in the sudenese capital Khartoum, where another police escort will be waiting for us. In Khartoum the first sections ends. We then should have around 2.000 kilometres on the clock.

Sudan

The major thing during the first section will be getting to used sitting on a bike day-in day-out and coping with all the exotic things around us. As there is tarmac almost constantly from Cairo to Khartoum, roads won’t be a problem, which is nice to know.

However, to cross the desert on a bike will hold some unique experiences, whereas I sincerely hope we might be spared the strong headwind, that more than bothered the Tour d’Afrique this year for around 160 kilometre on the second day.

The difference between Egypt and Sudan will be significant. Egypt is hectic and loud whereas Sudan appears to be a forgotten land. Nonetheless, People in both countries are famous for there kindness and openness, so there might be some nice encounters in store for us.

In Khartoum we are supposed to meet some “western standards” such as milk shakes, pizzas etc. Something to enjoy for it could be a while to find such things again, as the second section from Khartoum to Addis Abeba is very much infamous. Why? Tell you more next time!

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